Thea Gilmore

Avalanche

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.11.2003
Jahr: 2003

Links:

Thea Gilmore Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Thea Gilmore
Avalanche, Hungry Dog Records, 2003
Thea Gilmore Acoustic & Electric Guitar, Piano, Vocals, Voices, Xylophone, Melodica, Saw
Nigel Stonier Acoustic & Electric Guitar, Bass, Keyboards, Background Vocals, Moog Synthesizer, Gut String Guitar, Fender Rhodes, Wurlitzer
Robbie McIntosh Acoustic & Electric Guitar, National Steel Guitar, Background Vocals
Jo Wadeson Bass
Paul Beavis Percussion, Drums
Oliver Kraus Cello
Mike Cave Cymbals, Drums
David Munch Moore Hammond Organ
Freyja Gilmore & Dave Hull Denholm Background Vocals
Produziert von: Nigel Stonier Länge: 46 Min 46 Sek Medium: CD
1. Rags and Bones7. Apparition #13
2. Have You Heard8. Razor Valentine
3. Juliet (Keep That In Mind)9. God Knows
4. Avalanche10. Heads Will Roll
5. Mainstream11. Eight Months
6. Pirate Moon12. The Cracks

Im Frühling des laufenden Jahres schloss ich Bekanntschaft mit Thea Gilmores Album "Songs from the gutter", welches sie anfänglich nur über ihre Homepage vertrieb und sogenannte outtakes und bisher nicht verwendete Studio- und Live-Arbeiten enthielt. So entdeckte ich für mich endlich mal wieder ein vielversprechendes britisches Talent aus der sogenannten Singer-Songwriter-Ecke.
Als nun kürzlich ihr aktuelles, immerhin schon fünftes Werk innerhalb weniger Jahre erschien, besaß ihr englisches Management die Freundlichkeit, mir auf Anfrage ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen. Thanks.

Schon erstaunlich, dass sich Thea (Jahrgang 1979) trotz dieses immensen Outputs, scheinbar stets zu steigern weiß. Die absolute Freiheit, die sie anfänglich auf ihrem selbstinitiierten Label (Shameless) genoss, setzt sich nun nahtlos auf ihrem momentanen Label Hungry Dog Records fort. Die künstlerischen Restriktionen, gerade bezüglich der Veröffentlichungsfrequenz eines Major-Labels, seien ihr zuwider, sagt sie. Das Festhalten an Independent-Firmen gewährleistet die erstrebte Freiheit ... "so I could establish myself as me and not a Barbie doll". Wer wollte ihr das verdenken.
Diese Haltung zeigt sich auch sehr deutlich in einem der Album-Tracks, Mainstream:
"They drew the weapon / read the rules / and sent the rebels back to school".
So kann man mit einer jungen dickköpfigen Lady wie Thea Gilmore nicht umspringen.
In diesem Song prangert sie denn auch ganz unverhohlen die Geschäftsgebaren so mancher großen Plattenfirma an. Zurecht wurde dieser Song als Single ausgekoppelt (besitzt nämlich Ohrwurm-Qualitäten) und erfreut sich in Englands Radiolandschaft steigender Beliebtheit!

Ihr ausgesprochen glückliches Händchen im Umgang mit Worten, wartet auch mit einigen anderen Highlights auf, so dass neben der ohnehin schon recht abwechslungsreichen Musik, der Liebhaber intelligenter Texte nicht zu kurz kommt.
Sie vermischt gekonnt Politisches mit Persönlichem, wird aufmüpfig und zynisch, verliert sich nicht in bloßer Polemik, sondern wirft stets einen scharfen Blick auf die jeweilige Situation. Sehr interessant allemal.
Die Musik bedient sich so mancher Vorbilder, bzw. man ertappt sich dabei, so einige Einflüsse rauszuhören. Neben den in der englischen Presse immer wieder auftauchenden Querverweisen wie Dylan, Cohen, Joni Mitchell und Costello, drängen sich bei mir eher Erinnerungen an alte PRETENDERS-Songs auf, was allerdings absolut nichts mit dem hier gitarrespielenden Robbie McIntosh zu tun hat. Ein Hauch von Patti Smith oder Suzanne Vega weht durch die Reihen und bei dem rührigen God knows huscht der Schatten der guten alten Judie Tzuke an mir vorbei.
So würzt Thea ihre Songs immer wieder mit dem Besten was die reichhaltige Musikhistorie zu bieten hat. Dies gelingt ihr mit dem entsprechenden Fingerspitzengefühl auf eine sehr charmante Art, denn es klingt hier keineswegs altbacken, sondern immer frisch und modern.

Da könnte ich mich doch glatt mit ihr an die Bar setzen und zuflüstern: "Don't stop singing / it's a beautiful sound / I'll get the drinks in before we hit the ground / ... Let's be best strangers / They closed the bar an hour ago / The last train whistles down the track / But I see something growing up from the cracks." (The cracks)
Ich denke, Du weißt wie ich das meine, Thea.

Frank Ipach, 03.11.2003

 

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