Theory Of A Deadman

The Truth Is...


CD-Review

Reviewdatum: 25.07.2011
Jahr: 2011
Stil: Modern Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Theory Of A Deadman
The Truth Is..., Roadrunner Records, 2011
Tyler ConnollyGesang & Gitarre
David BrennerGitarre
Dean BackBass
Joey DandeneauSchlagzeug
Produziert von: Howard Benson Länge: 46 Min 09 Sek Medium: CD
01. Lowlife07. The Truth Is
02. Bitch Came Back08. Head Above Water
03. Hurricane09. Drag Me To Hell
04. Out Of My Head10. What Was I Thinking
05. Gentleman11. Easy To Love
06. Love Is Hell12. We Were Men

THEORY OF A DEADMAN haben es schwer. Sie sind Kanadier wie NICKELBACK, spielen Rock wie NICKELBACK und ihre Plattenfirma? Richtig: gehört NICKELBACK, oder vielmehr deren Band-Boss Chad Kroeger. Das sind natürlich alles Fakten, die die Kritiker wie Hyänen über die Band herfallen lassen und die den Angreifern erst einmal genügend Munition liefern, um die Band publikumswirksam zu diskreditieren. Dabei geht es aber im Hintergrund auch immer darum, den immensen Erfolg des Originals anzukratzen und es passiert wirklich selten, dass man sich dabei mit der Musik von THEORY OF A DEADMAN auseinandersetzt.

Das wird sicherlich auch beim Album “The Truth Is…“ nicht anders sein. Tyler Connolly und seine Band bleiben natürlich ihrem bislang erfolgreichen Stil treu und liefern weiterhin Radio-kompatible Rock-Songs und zuckersüße Balladen ab. Dabei steht wieder der Spaß der Musiker an ihren Songs im Vordergrund. Zudem scheinen TOAD in der Zwischenzeit auch mal bei den Kollegen PINK (der Refrain von Lowlife ist eindeutig geklaut) und bei ihren anderen Landsmännern DANKO JONES reingehört zu haben, denn einige stilistische Übereinstimmungen mit dem Trio aus Toronto in der Grundstimmung der Songs (hier als Beispiel Gentleman) sind kaum zu überhören. Leider wird dabei die lässige Klasse von DJ & Co. nicht erreicht

Damit geht aber leider eine gewisse Abschwächung oder vielmehr qualitative Reduktion im Songwriting einher. Alles scheint hier ein wenig zu sehr darauf angelegt, sofort ins Ohr zu gehen und möglichst viel Airplay einzuheimsen. Das ist in dieser Masse dann schon ein wenig zu viel des Guten. Und wenn dann noch so einfältig-debile Texte wie bei Bitch Came Back dazukommen (und jetzt keine Äußerungen nach dem Motto: ist doch nur ironisch, das ergibt sich nirgendwo) dann wird das schon schwer erträglich und war beim Vorgänger-Album “Scars & Souvenirs“ auch so nicht der Fall. Aber zum Glück bleiben solche Ausfälle die Ausnahme.

Mir persönlich gefällt das Vorgänger-Album “Scars & Souvenirs“ trotz der deutlicheren NICKELBACK-Nähe deutlich besser, aber es ist auch nicht so, als ob TOAD hier durchweg schlechte Kost abliefern, nur eben nicht konsequent gute. Aber die Songs sind nicht ganz so eingängig und die lyrische Seite offenbart doch einige arge Schwächen. Mit NICKELBACK-lastiger Kost wie zum Beispiel Hurricane und bei dem abschließenden Knaller des Albums, We Were Men, landen THEORY OF A DEADMAN auf jeden Fall besser bei mir als mit den eben schon angesprochenen Ausfällen, zu denen sich der Titeltrack dazugesellt. “The Truth Is…“ ist kein wirklich schlechtes Album aber leider ein arg durchschnittliches. Der Rock klingt hier doch streckenweise sehr handzahm und die Texte sehr chauvinistisch. Das mag pubertierenden Jugendlichen imponieren, aber für erwachsene Rocker ist das nichts und sorgt eher für Kopf-schütteln als Kopf-nicken. So entkommt man dem Schatten von NICKELBACK sicher nicht.

Marc Langels, 20.07.2011

 

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