Thunder

Bang!

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.01.2009
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Bang!, STC Recordings, 2008
Luke MorleyGuitars, Percussion, Backing Vocals, Harmonica
Ben MatthewsGuitars & Keyboards
Harry JamesDrums & Percussion
Chris ChildsBass Guitar & Dancing
Daniel BowesLead & Backing Vocals
Peter ShoulderBanjo
Tara McDonaldAdditional Backing Vocals
Produziert von: Luke Morley Länge: 54 Min 16 Sek Medium: CD
01. On The Radio07. Watching Over You
02. Stormwater08. Miracle Man
03. Carol Ann09. Turn Left At California
04. Retribution10. Love Sucks
05. Candy Man11. One Bullet
06. Have Mercy12. Honey

Auf dem Debütalbum von THUNDER, Backstreet Symphony" (1990), befanden sich zwei Songs, die bereits 1989 aufgenommen wurden, was nix anderes bedeutet, als dass die Band nunmehr 20 Jahre besteht. Genau genommen wohl noch länger, aber gehen wir mal von den veröffentlichten Sachen aus und lassen die kurze Auszeit um die Jahrtausendwende auch beiseite.
In dieser Zeit haben wurden etliche herausragende Hard-Rock Scheiben veröffentlicht und zahlreiche Songs von überragender Güte, ja teilweise Rock-Klassiker, präsentiert. Und nach 20 Jahren lassen die fünf Briten in keinster Weise nach. Ja, legen mit "Bang!" ein Album vor, welches sich zu ihren besten zählen darf.
Es ist nicht alles auf Anhieb ein Knaller, aber die ersten drei Songs können einen schon in Euphorie versetzen. Gleich mit On The Radio stapft die Band mit Power los, angetrieben von Luke Morleys messerscharfen Riffs und kreischendem Solo, sowie Danny Bowes' "Love you more than Rock'n'Roll" Refrain. Klasse Einstieg, der ein Killer-Album erhoffen lässt.
Für Stormwater hat man sich deutlichst bei LED ZEPPELIN - namentlich dem Celebration Day - bedient, was aber bestenfalls am Anfang für kurzes Stirnrunzeln sorgt. Dann lässt man das Köpfchen flott kreisen, zu diesem funky Hard-Rock, mit klassischem THUNDER-Touch. Titel. Geht jedenfalls geil ab.
Der Akustikgitarren-Anfang ist uns spätestens seit Songs wie River Of Pain oder Castles In The Sand ein liebgewonnenes Element im THUNDER-Sound. Auch Carol Ann macht da keine Ausnahme und sehr rhythmisch, sowie mit Ohrwurm-Refrain, sorgt die Nummer für weitere Stimmung. Die Background-Vocals werden durch die 'Additional Backing Vocals' von Tara McDonald deutlich aufgewertet und verleiten zum Mitsingen. Der erste Bruch ... moment ...

So, jetzt: ... erfolgt mit Retribution. Nicht weil das überwiegend von akustischen Instrumenten getragen wird, sondern weil es sehr jazzig daher kommt. Etwas früh und nicht unbedingt geschickt platziert, aber vielleicht leiht ihm dadurch öfter ein Ohr und tatsächlich lauscht man Danny Bowes eigentlich immer gerne und geschmackvoll in Szene gesetzt ist es allemal.
Danach geht's schnurstracks zurück zum Power-Rock und Candy Man hätte auch relativ problemlos auf "Laughing On Judgement Day" Platz gefunden. Voller druckvoller Riffs und dem obligatorischen Mitmach-Na-Na-Na Refrain.
Mehr southern-bluesig, wird's mit Have Mercy. Das liegt am Swamp-Charakter, an Morleys heulender Mundharmonika, der aggressiven Slide-Gitarre und, nicht zuletzt, an Pete Shoulders Banjo im Hintergrund und im Ausklang, Erinnert stark an die letzte Platte, "Robert Johnson's Tombstone".
Wo wir vorhin vom ersten Album sprachen: An dem war ja Andy Taylor maßgeblich beteiligt und für Watching Over You hat er wieder einmal mit Luke Morley zusammengearbeitet. Heraus kam eine feine THUNDER-Midtempo-Ballade, erneut ohrwurmverdächtig. Nicht unbedingt was für den Konzertsaal, aber für Auto und Haus durchaus. Für die Live-Show, den Tritt in den Arsch, den Schlag auf den Hinterkopf, taugt dafür Miracle Man umso besser. Harry James donnert, Bonham-gleich, wuchtig und Morley und Matthews pendeln gleichfalls zwischen Zeppelin und AEROSMITH.

Erneut ans Vorgängeralbum verweist Turn Left At California. Auch hier sorgt Shoulders Banjo für den rootsy Country-Drive im Hintergrund, während die Akustischen dem Song die Sporen geben. Die etwas pompös vorgetragene Melodie, im Mittelteil, macht mir den Song aber etwas kaputt.
Für Love Sucks wird härter zugeschlagen. Erinnert das Intro, und Zwischenteile, noch an manchen GUNS N' ROSES Titel, zu Beginn der 90er, bringt der Strophenteil Erinnerung an Steve Millers 'Joker' auf. Aber alles mit Schmackes gespielt und an einer gehörigen Portion britischen Humor mangelt es dem Song auch nicht.
An Lukes "El Gringo" Vergangenheit gemahnt die spanisch angehauchte Akustische in One Bullet. Dass die Band durchaus auch ernsthafte Themen anschneidet, wird hier ein weiteres Mal unterstrichen und Danny Bowes sorgt mit einer beeindruckenden gesanglichen Leistung für genaues Zuhören. Hoffentlich bleibt ihm diese Ausnahmestimme noch lange erhalten.
Wer jetzt auf den geruhsamen Ausklang gewartet hat, hat Pech gehabt. Honey gibt nochmal Gas, mir ordentlich Schub und treibenden E-Gitarren. Und noch einmal fügen sich die Stimmen von Morley und Bowes zu ihren einzigartigen Harmonien zusammen, die ein Trademark von THUNDER sind. Wie das Album begann, so stampft es auch wieder zur Tür hinaus und hinterlässt einige ungläubige Blicke: Auch nach 20 Jahren fehlt es den Jungs weder an Durchschlagskraft noch an zündenden (Song-) Ideen. Die Konzerte der anstehenden Deutschlandtournee sind ein Pflichtprogramm für alle aufrechten Rocker.

Epi Schmidt, 09.01.2009

 

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