Thunder

Robert Johnson's Tombstone

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 26.11.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Thunder
Robert Johnson's Tombstone, STC Recordings, 2006
Ben Matthews Guitar & Keyboards
Chris Childs Bass & Dancing
Daniel Bowes Lead Vocals, Backing Vocals & Fretting
Harry James Drums, Percussion & Smoking
Luke Morley Guitars, Percussion, Backing Vocals
Jo Quail Cello (My Darkest Hour)
Produziert von: Luke Morley Länge: 52 Min 46 Sek Medium: CD
1. Robert Johnson's Tombstone7. My Darkest Hour
2. Dirty Dream8. Andy Warhol Said
3. A Million Faces9. What A Beautiful Day
4. Don't Wanna Talk About Love10. It's All About You
5. The Devil Made Me Do It11. Stubborn Kinda Love
6. Last Man Standing

Mal kurz über mein Review vom letzten Studioalbum "The Magnificent Seventh" geschaut, und schon sind die Bezugspunkte da. Dieweil ich immer über die Albencover von THUNDER lästere, hat man bei "Robert Johnson's Tombstone" tatsächlich den Weg zurück zum Debütalbum genommen und wieder ein Bild entworfen, bei dem man auch ein zweites und drittes Mal hinsieht. Drummer Harry James ist für solche Geschichten einfach der perfekte Showman.
Desweiteren hat sich "The Magnificent Seventh" tatsächlich zu einem Hammerteil entwickelt und Songs wie The Gods Of Love, I Love You More Than Rock'n'Roll und besonders Amy's On The Run sind in kürzester Zeit zu herausragenden Werken im THUNDER-Katalog mutiert, was sich ja vor allem im Konzert zeigt und bereits gezeigt hat.

And so the boys went to Mississippi.
Verstörend lange dauert es, bevor ein zartes Zirpen erwacht und urplötzlich seufzt eine Slide-Gitarre auf, wie das Pfeifen eines Zuges, der sich den Crossroads nähert. Dazu zupft eine Akustikgitarre den Deltablues. Tja, das geht mal ganz anders los als gewohnt, aber warum auch nicht? Schließlich hat Daniel Bowes wohl die beste englische Blues- und Soulstimme nach Paul Rodgers und dem David Coverdale früherer Tage.
Danny stellt die Frage aller Fragen: "Where did they lay you down?". Wenn man das wüsste. Die Erbschaftsvermarkter Sony haben ja in Morgan City einen Grabstein errichtet, ZZ TOP haben einen bei Greenwood finanziert und mindestens ein weiteres soll in der Nähe von Three Forks existieren, auch wenn Danny hier nur von zwei Möglichkeiten singt.
Die zweite wichtige Frage folgt natürlich auch umgehend: "Did the Devil really buy your soul?". Aber dazu schmettert einem Luke Morley so eine Klatsche gegen das linke Ohr, dass man vor solcher Power fast nach rechts torkelt. Keine Sorge, kurz darauf fängt einen von der anderen Seite Ben Matthews Rückschlag auf und bringt einen wieder ins Lot. Wow, das Ding schiebt und hat einen geilen Gitarren-Sound, dass der Tag, bzw. Abend schon gerettet erscheint.

Die THUNDER-Boys sind nicht diejenigen, die solch eine Führung leichtfertig verspielen würden und so bescheren sie uns gleich einen Dirty Dream hinterher. Kurz und knackig, auf den Punkt knallen die Akkorde, ziehen einen mit ihrer Präzision ebenso magisch an, wie einen der Rhythmus in Bewegung bringt.
Akustikvorspiele kennen und lieben wir bei THUNDER-Songs. Castles In The Sand oder Low Life In High Places sind Sterne am Rock'n'Roll Himmel. A Million Faces kommt einem fast etwas träge vor, aber umso effektiver schlängelt sich Bennys Orgelspiel dazu und umso heftiger klingt der Einstieg der elektrischen Gitarrenabteilung. Ich will das jetzt nicht mit With A Little Help From My Friends vergleichen, aber ein ähnlich hymnenhafter Charakter entwickelt sich hier schon.
Don't Wanna Talk About Love? Wir schon! Erst recht bei diesem Song. Hier nimmt man den umgekehrten Weg und lässt dem Heavy-Riff'n'Roll die ruhigere Passage folgen. Im aktuellen "Classic Rock" Magazin hat Danny Bowes erst Sam Cooke ausgiebig gepriesen und wenn man ihn singen hört, wird einem auch klar, dass das nicht von ungefähr kommt. Natürlich bekommt auch dieser Song bald wieder genügend Schwung und das bis dato einprägsamste Solo dieser Scheibe.
Straighter Rock-Groove und dreckige AC/DC-Riffs leiten The Devil Made Me Do It ein. Jawohl, dazu stampft es sich nahezu so enthemmt wie zu Zeiten von Dirty Love. Dazu hämmert ein Piano im Hintergrund und irgendwie fühlt man sich schon fast wie mitten in einem Konzert dieser Band.
Beim Last Man Standing bringt man dann einen eher aktuellen Groove ein und schlägt aber gleichzeitig eine Brücke zu den teilweise düsteren Sounds von Alben wie "Behind Closed Doors".
Bei In My Darkest Hour fühlt man sich etwas an LED ZEPPELIN erinnert. Akustisch gezupft, fast folkig geht's hier los und bleibt so und bekommt von einem Cello noch zusätzlich Melancholie verpasst. Selbst Dannys Stimme klingt etwas anders als sonst. Irgendwie... vergeistigt. Will man wissen was Andy Warhol Said, muss man sich wieder mit deftigeren Klängen anfreunden, die aber natürlich melodiös und klar klingen. Das Wah-Wah Solo hätte ich mir etwas länger gewünscht.
Erneut kommen einem die australischen Young-Brüder in den Sinn, hört man sich die gezupften Riffs am Start von What A Beautiful Day an - erinnert auch etwas an THUNDERs Version von Gimme Shelter. Ganz so kompromisslos geradeaus bleibt die Nummer zwar nicht, aber macht trotzdem richtig gut an und nach Pianogeplänkel und Gitarrensolo satteln die Jungs noch mal kurz auf, um, etwas zu früh für mich, zum Ende zu kommen.
BEATLES-Reminiszenzen verströmt das Piano in It's All About You und die Nummer erinnert mich auch an ein zwei Titel auf "Giving The Game Away". Also balladesk, mit kleinen Ausbrüchen und bestens zum mitgrooven geeignet.
Das finale Stubborn Kinda Love bringt noch mal alle THUNDER-Qualitäten, wie klasse Gitarrensounds - vielleicht ihre bisher besten, Dannys powervollen wie melodiösen Gesang, effektive Breaks und den nötigen Druck um den Zuhörer sofort zu involvieren. Beim Solo hat man sich anscheinend von Ritchie Blackmores Solo in Burn inspirieren lassen.

Schon beim ersten Hören spricht einen dieses Album an und ich bin schon mehr als gespannt auf die nächsten Konzerte von THUNDER.
Ich bin natürlich ein beinharter THUNDER-Fan und "Robert Johnson's Tombstone" wird von erprobten wie bekannten und geliebten Licks und Riffs durchzogen. Trotzdem klingt die Scheibe nicht "altbacken", sondern macht richtig Spaß und Stimmung. Für Hard-Blues-Rock-Hörer ein Muss. Behaupte ich schon jetzt.

Epi Schmidt, 26.11.2006

 

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