Thunder

Shooting At The Sun

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.03.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Thunder
Shooting At The Sun, STC Recordings, 2003
Shooting At The Sun, STC Recordings, 2003
Ben Matthews Rhythm Guitars, Hair Products & All Keyboards
Chris Childs All Bass Guitars, Technique & Dancing
Danny Bowes Vocals, Backing Vocals & All Things Practical
Harry James Drums, Percussion & Bensons
Luke Morley Acoustic & Electric Guitars, Solos, Percussion, Backing Vocals
Produziert von: Luke Morley Länge: 50 Min 51 Sek Medium: CD
1. Loser7. Shake The Tree
2. Everybody's Laughing8. Somebody Get Me A Spin Doctor
3. If I Can't Feel Love9. The Man Inside
4. Shooting At The Sun10. Out Of My Head
5. The Pimp And The Whore11. Blown Away
6. A Lover Not A Friend

Das sind sie also wieder: THUNDER, die britische Hardrock Hoffnung der 90er Jahre, denen wohl leider die Grunge-Welle genauso in die Quere kam, wie mancher 70's Rockband der Punk.
Wer THUNDER allerdings mal live erlebt hat, weiß, dass sich diese Jungs, was Power angeht, vor keinem Grunge- oder Punkact zu verstecken brauchten.

Nach Auflösung und Solo-Projekten hat sich die Band anlässlich der britischen Monsters of Rock letzten Herbst wieder vereint und legt nun mit "Shooting At The Sun" ihr sechstes Studioalbum vor (daneben gibt's noch diverse Live- und Compilation-CDs).
Also was wird geboten? Neuer Wein in alten Schläuchen?
Auf jeden Fall ein Album voller krachender Hardrock-Riffs, für die Songschreiber und Leadgitarrist Luke Morley ja schon bekannt ist.

Harry James "rollt" mal kurz über sein Drumset, ein Akkord wird gedonnert und Sänger Danny Bowes singt das Intro zu Loser. Mit einem Heavy-Groove steigt die Band in ihr neues Album ein. Für THUNDER reichlich brachial. An die 70er gibt's natürlich auch einige Reminiszenzen - angefangen vom Hammond-Intermezzo bis zum Twin-Guitar-Lick (das sehr nach Ritchie Blackmore klingt). Headbanging (kennt das noch jemand?) ist angesagt!
Funkig-rockend kommt Everybody's Laughing zur Tür reingehüpft und reißt einen schon gleich aus dem Sessel. Es ist natürlich weit mehr Rock als Funk aber selbst "Nichttänzer" werden bei dem Song nicht still sitzen können.

Den Insidern wird If I Can Feel Love (vor allem das Intro) sehr bekannt vorkommen: Da ist doch einiges an Shooting Star drin. Warum auch nicht? - Seit Paul Rodgers gab's in England keinen besseren Sänger als Danny Bowes. Also ruhig mal eine Midtempo-Ballade in dieser Richtung.
Chris Childs spielt ein grooviges Bass-Intro und gleich bricht wieder ein Gitarren-Riff in den Titelsong Shooting At The Sun herein und sorgt für Action. Dem leicht funkigen Strophenpart wird ein hart rockender Refrain und Soloteil entgegen gesetzt. Anlage aufdrehen! Da kommt Bewegung in den Körper!

The Pimp And The Whore kennt man ja schon von der Vorab-Single. Satt hört man sich daran aber trotzdem nicht. Da nehm ich gerne Wetten an, dass dieser Rocker ein Favorit im Live-Set von THUNDER werden wird. Allein wie sich die Gitarren und Keyboards/Orgeln ergänzen, macht echt Spaß, oder wenn das Gitarrensolo mal fast wie 'ne Mundharmonika klingt.
Ganz in der Tradition ihrer eigenen Klassiker, wie Low Life In High Places, startet A Lover Not A Friend mit einem Akustik-Gitarren-Intro. Natürlich kommt recht bald der Hardrock-Break, und die E-Gitarren, unterstützt von einer drückenden Hammond, bringen das Ding in Fahrt. Natürlich fehlt auch das entsprechende Solo nicht. Dürfte auch den Weg ins Live-Repertoire schaffen.

Nochmals die "Wandergitarre" als Vorbereiter bei Shake The Tree. Das klingt fast wie bei Living For Today (vom "The Thrill Of It All"-Album). Diesmal geht's wieder recht 70's-haft zu und Drummer Harry James liefert einen hypnotischen Beat zu den diversen (u.a. Slide-) Gitarren. Lediglich der etwas abrupte Schluss hätte, nach meinem Geschmack, nicht sein müssen - Let it groove!
Somebody Get Me A Spin Doctor kommt gleich zur Sache: Von Anfang schiebt der Song unheimlich und rockt diesen Song mit Sicherheit in die Top-Ten der Thunder-Hitparade. Allein schon das Gitarrenriff rechtfertigt den Erwerb dieser CD. Bei diesem Rocker wird man vom (Gitarren-) Sound dermaßen an die Wand gedrückt und Danny Bowes Gesang legt noch eine Schippe drauf. Beim Solo ist dann Luke Morley wieder ganz in seinem Element.

Oh Mann, wie lechze ich danach die endlich wieder mal live zu sehen!
The Man Inside ist unüberhörbar an die BEATLES angelehnt (oder eigentlich, aufgrund der Gitarre, noch mehr an George Harrison). Sehr ähnlich zu Giving The Game Away (vom gleichnamigen Album) finden die tollen Gitarren und der Gesang dieser Midtempo-Ballade unaufhaltsam seinen Weg in die Gehörgänge. Und nicht wieder raus.
Bei Out Of My Head sind zwar einige Pop-Elemente im Refrain vorhanden und es klingt insgesamt ziemlich modern (muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein), den Gegenpart bilden allerdings die schwer riffenden E-Gitarren (AC/DC?) in den Strophen und Lukes prägnante Gitarrensoli. Wie der Titel schon sagt: "I can't get you out of my head."

Bisher nicht erwähnt, sollte der Beitrag Ben Matthews nicht übersehen werden: Jemand der Rhythmus-Gitarre und Keyboards gleichermaßen hervorragend bedient, muss man lange suchen (und findet dabei bestenfalls Paul Raymond...).

Zum letzten Song dieser Scheibe finden sich die Jungs noch mal zusammen mit akustischen Gitarren im Studio zur abschließenden Ballade ein.
Wird der langsame Ausklang...
Denkste! Plötzlich scheuert dir eine E-Gitarre dermaßen eine, dass dir die Kinnlade runterfällt! Jetzt weiß ich auch warum der Song Blown Away heißt. Da krachts noch mal ganz gewaltig und ein weiteres Morley-Riff "ermordet" die besinnliche Stimmung.

Mit "Shooting At The Sun" haben THUNDER bestimmt ihr bestes Album seit "Laughing On Judgement Day" vorgelegt und es bleibt mir nur zu hoffen, dass a) Die Band ihren Weg zu Konzerten nach Deutschland findet, und b) die Rockmusik-Fans den erneuten Anlauf der Band entsprechend unterstützen.
Wir tun unseren Teil und bieten die CD - als bisher einziger deutscher Anbieter - zum Verkauf an.

Epi Schmidt, 08.03.2003

 

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