Thunder

The Magnificent Seventh

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.03.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Thunder
The Magnificent Seventh, Frontiers Records, 2005
The Magnificent Seventh, Frontiers Records, 2005
Danny Bowes Lead Vocals
Luke Morley Guitars & Vocals
Harry James Drums & Percussion
Ben Matthews Keyboards & Guitar
Chris Childs Bass
Produziert von: Luke Morley Länge: 53 Min 44 Sek Medium: CD
1. I Love You More Than Rock'n'Roll7. Fade Into The Sun
2. The Gods Of Love8. Together Or Apart
3. Monkey See, Monkey Do9. You Can't Keep A Good Man Down
4. I'm Dreaming Again10. One Foot In The Grave
5. Amy's On The Run11. One Fatal Kiss
6. The Pride

Natürlich weist der Albumtitel auf den siebten Longplayer der britischen Rocker THUNDER hin und zusammen mit dem Cover wird selbstverständlich auch auf den Western "Die glorreichen Sieben" (der deutsche Titel jenes Filmes) gedeutet.
Sicherlich ein schönes Wortspiel, aber ob das jetzt sooo glücklich ist? Das Coverbild ist ja ganz okay, aber sind wir doch mal ehrlich: Seit dem ersten Album hatten THUNDER nie ein sonderlich glückliches Händchen, was ihre Alben-Cover angeht. Von "Laughing On Judgement Day" über "Behind Closed Doors" und "The Thrill Of It All" und. ach, wie gesagt, irgendwie immer - komisch.
Aber was soll's, was zählt ist die Musik und die war bei den fünf Briten immer erste Sahne. Übertroffen nur noch von den Live-Qualitäten der Band. Wer's nicht glaubt, soll sich mal eine ihrer DVDs reinziehen, oder, noch besser, eines ihrer Konzerte besuchen.

Nach ihrem überzeugenden Comeback "Shooting At The Sun" sorgten die beiden Frontmänner Danny Bowes und Luke Morley zunächst mit einem weiteren Bowes & Morley "Solowerk", zumindest bei mir, für Verwirrung. War allerdings doch 'ne brauchbare Scheibe!
Das neue Bandprojekt startet mit der Single I Love You More Than Rock'n'Roll, die THUNDER ihren 17. Top-40-Hit bescherte. Etwas ungewohnt verhalten erklingen die Akkorde, aber Danny's souliger Gesang läßt auf mehr hoffen und schon bald wird der Nachbrenner gezündet und druckvoll stampft der Song los. Der Mitsingrefrain schmiegt sich umgehend ins Ohr und auch wenn's nicht der absolute Losdrescher ist, wird bläsergetrieben doch für wohlwollendes Kopfnicken gesorgt.
Luke Morley's Gitarrensound und die, ebenfalls durch seine Hände gegangene, Produktion ist wieder vom feinsten.
The Gods Of Love offenbart zunächst so eine Art Synthie-Bass-Geblubber und psychedelische Klänge. Auch hier dauert es nicht lange, bis eine Heavy-Axt dazwischen funkt und ein erster Höhepunkt zeichnet sich anscheinend ab. Wundervolle Fills und Riffs treiben den Song voran und Danny fährt seine Shouterqualitäten hoch. Erinnert mich schon jetzt etwas an das dritte THUNDER-Album "Behind Closed Doors", als man auch ein paar Hardcore-Gitarren einstreute.
So richtig peitschend kommt's noch nicht, aber allemal anmachend.
Auch Monkey See, Monkey Do bringt den typischen Mix zwischen zurückhaltenden Balladen-Phasen und "gib-ihm" Power. Die Streicher im Hintergrund bräucht' ich nicht unbedingt, aber Lukes Solo entschädigt. Ich kenne wenige, die wie er Soli einfach gestrickt halten und trotzdem maximalen Effekt erzielen.
Natürlich kommen einem viele Sachen bekannt vor, aber das ist ja schließlich, warum man eine Band liebt. Oder auch nicht (vgl. STATUS QUO).

Bei einem Sänger wie Danny Bowes kommen Balladen besonders gut rüber. Da kann er seine soul- und bluesgetränkte Stimme voll ausspielen und, ob's ihm paßt oder nicht, die Paul Rodgers Vergleiche kommen unwillkürlich. So etwa bei I'm Dreaming Again, welches die Band wieder äußerst geschmackvoll instrumentiert. Rechtzeitig wird der Schalter umgelegt, um für den nötigen Schub zu sorgen und für die Soli den passenden Background zu schaffen. Ohrwurm- und Radiohit-Faktor 10!
Die Story von Amy's On The Run dreht sich um einen Transvestiten (laut Danny ist der Untertitel des Songs Amy's Got A Cock) und könnte mit seinem leicht beatlesmäßigen (aber rockenden!) Stil auch auf "Giving The Game Away" (1999) seinen Platz haben. Sagen wir mal, so im Stil von Just Another Suicide.
Deutlich "schwerere" Gitarren kommen in The Pride zum Einsatz. Für THUNDER-Verhältnisse langt man da schon ganz schön hin. Natürlich sorgt die Band für die nötige Verschnaufpause, mit den bekannt geschmackvoll inszenierten Zwei-Gitarren-Harmonien. Erinnert mich hier und da etwas an die frühen AEROSMITH.

Die Jungs von THUNDER lästern ja gerne über Bon Jovi ab, aber beim Intro von Fade Into The Sun braucht man nicht viel Vorstellungskraft, um an deren Runaway zu denken. So poppig geht es natürlich nicht zu und der Song ist durchaus eigenständig, mit ein paar prima Soli und einigen weiteren Lehrminuten von Herrn Bowes.
Der Rest der Band sollte nicht unerwähnt bleiben, denn eine tighte, mal stampfende, mal hämmernde, mal "flüsternde" Rhythmusabteilung wie Chris Childs am Bass und Harry James an den Drums findet man in dieser Perfektion nicht oft. Die nötigen Fills und Sounds und Sahnehäubchen setzt Ben Matthews - ob an der Gitarre oder an den Tasten.
Together Or Apart, da muß ja eine Ballade dahinter stecken. Nach einem eher flotten Einstieg geht's auch ruhiger, akustisch bzw. leicht elektrifiziert zu, erzeugen die Gitarren einen unwahrscheinlich homogenen Sound, der auch schon mal durch entsprechende Riffs aufgepeitscht wird. Also nix mit sanft wegdösen - Aufgemerkt, das geht noch gut zur Sache! Könnte ein Live-Favorit werden.

Freunde einfacher gestrickter Rock'n'Roll Nummer werden sich an Can't Keep A Good Man Down erfreuen, welches mit erdigen QUO-Rhythmusgitarren losbricht und dann immer weiter auf die Zwölf gibt. Da sind anscheinend jemand die Zügel entglitten. Yes Sir, das ist bester THUNDER Rock'n'Roll, wie man ihn von Nummern Everybody Wants Her und ähnlichen kennt. Da wird live das Hallendach abheben - oder bald die Pergola meines Nachbarn...
Recht schwungvoll folgt One Foot In The Grave mit einer Art ZZ TOP Groove. Nicht sonderlich innovativ, aber straight nach vorne rockend und absolut mitreißend. Jawohl, auch hier geht's richtig gut ab! Prognose: Klassiker!
Nix mit softem Ausklang: One Fatal Kiss schlägt in eine ähnliche Kerbe wie die beiden Vorgänger und hüpft munter drauf los. Mitsingfreundlicher "Woo-oho-ooh" Refrain und Gitarren... so wie sie klingen sollen: warm und singend, treibend und druckvoll.

Zugegeben, anfangs war ich etwas uneins über das neue THUNDER Album, aber spätestens ab der zweiten Hälfte, und erst recht mit dem Endspurt, haben die Jungs gezeigt, daß "The Magnificent Seventh" nicht das verflixte siebte, sondern das erhoffte "großartige" Album ist, welches der Titel propagiert. Und: Ich behaupte, die Scheibe wird mit den Jahren noch besser.

Epi Schmidt, 11.03.2005

 

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