Tim Easton

Break Your Mother's Heart


CD-Review

Reviewdatum: 09.03.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Tim Easton
Break Your Mother's Heart, Blue Rose Records, 2003
Tim Easton Vocals, Acoustic & Electric Guitar, Mandolin, Harmonica, Pump Organ
Jim Keltner Drums
Hutch Hutchinson Bass
Jai Winding Hammond B-3, Piano
Greg Leisz Pedal Steel
Mike Campbell Electric 12-String Guitar
Chris Burney Upright Bass
Jilann O'Neill Backing Vocals
Produziert von: John Hanlon & Tim Easton Medium: CD
1. Poor, Poor LA6. Hummingbird
2. Black Hearted Ways7. Amor Azul
3. John Gilmartin8. Watching The Lightning
4. Hanging Tree9. Man That You Need
5. Lexington Jail10. True Ways

Es gibt Musik, die es einem schwer macht, neutral zu bleiben. Weil sie so extrem meinen musikalischen Nerv trifft, so warmherzig und offen, ja so vertraut daher kommt, dass es eine wahre Freude ist. So geschehen mit dem aktuellen Tim Easton-Album.

An dieser Platte ist alles klassisch. Das Front-Cover (siehe links), die Länge und die Anzahl der Tracks (10 Titel ; knapp 44 Min.), die Wahl der Instrumente, die Art der Aufnahme, der Gesamtklang der Produktion und nicht zuletzt die Kompositionen des Protagonisten.
All jene Vorzüge münden in einer handwerklich ganz hervorragenden, stimmungsvollen Singer-Songwriter/Roots-Music Scheibe. Easton schöpft aus dem reichhaltigen Fundus der Vergangenheit nur das Beste, ohne allzu eng an seinen Vorbildern zu kleben. Zuletzt schaffte das Ryan Adams und wurde dafür über den grünen Klee gelobt. Wieder einer der etwas Jüngeren, der sich die Großen der 60's und 70's im Sinne eines Nachlassverwalters zu Nutzen macht, ohne in Ehrfurcht zu erstarren.

Der in Ohio aufgewachsene Tim Easton verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Japan und profitierte von der Plattensammlung seiner älteren Brüder, die ihn mit den BEATLES, Joni Mitchell, John Prine aber auch Blues-Musikern wie Doc Watson und Mississippi John Hurt vertraut machten.
Seine musikalischen Wanderjahre verlebte Easton in England, Irland und Frankreich, um schließlich ausgerechnet in Prag seine ersten Studio-Aufnahmen zu bestreiten.
Zurück in den Staaten, veröffentlichte er 1997 mit seiner ersten Band, THE HAYNES BOYS, das Album "Guardian Angel". 1998 und 2001 folgten zwei beachtliche Solo-Alben für deren Veröffentlichung in Deutschland das Blue Rose-Label verantwortlich zeichnete. Wobei sich das Zweitwerk, "The Truth About Us", durch die Zusammenarbeit mit dem WILCO-Clan und dem gestandenen Roots-Ehepaar Victoria Williams und Mark Olson (ex-JAYHAWKS) hervorhob.

Die Wahl hochkarätiger Musiker hätte auch auf Eastons neuestem Machwerk kaum trefflicher ausfallen können. Die musikalische Kompetenz eines Jim Keltner (genial wie immer), eines Hutch Hutchinson (einfühlsamer Teamplayer), eines Jai Winding (ist Hammond B-3 nicht ein geiles Instrument?) ist schon lange unbestritten. Die Jungs harmonieren ausgezeichnet.
In Gastauftritten streichelt der altbekannte Greg Leisz seine Pedal-Steel und es greift sogar T.P.'s Heartbreaker Mike Campbell in die 12 Saiten seiner Gitarre. Sie müssen sich innerhalb des Songmaterial Eastons verdammt wohl gefühlt haben.

Der Produzent John Hanlon (Neil Young, GRANDADDY, BEACH BOYS) ließ die Akteure gemeinsam in einem Raum live aufnehmen, um sich spätestens nach dem zweiten Take für die ultimative Version zu entscheiden. Keine Faxen... recht so!
Die dadurch gewonnene Unmittelbarkeit der Performance, die warmherzige Authentizität, gepaart mit zwei Händen voller Klasse-Songs macht "Break Your Mother's Heart" in der Tat zu einem echten Edelstein.
Dieses Album gehört sicher zu den Besten, die Blue Rose je veröffentlicht hat (thanks, Edgar) und verdient ein großes und aufmerksames Publikum.

Frank Ipach, 09.03.2003

 

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