Time Traveller

Chapters I & II


CD-Review

Reviewdatum: 12.07.2009
Jahr: 2009
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Time Traveller
Chapters I & II, Presence Records, 2009
Juhani NisulaGitarre, Bass, Hammond-Orgel, Mellotron, Moog, Synthesizer, Sound Effekte & Percussion
Esko TakamäkiSchlagzeug & Percussion
Timo RistiläMoog Solo (Part One: The Pioneers)
Sanna AgrenVioline (Part Seven: The Release)
Produziert von: Juhani Nisula Länge: 38 Min 48 Sek Medium: CD
01. Launch06. Part Four: The Chase
02. Part One: The Pioneers07. Part Five: The Great Escape
03. Shifting (Or The Introduction To The Traveller)08. Part Six: Dead End
04. Part Two: The Traveller09. Part Seven: The Release
05. Part Three: FLoating10. Outro

Hinter dem Namen TIME TRAVELLER verbirgt sich der finnische Gitarrist Juhani Nisula. Dieser bietet auf dem Album mit dem viel sagenden Titel “Chapters I & II“ instrumentellen Rock zwischen Jimi Hendrix und RUSH. So zu sagen: Classic Rock meets Prog Rock. Dabei nimmt er das atmosphärische von RUSH (und insbesondere aus deren “2112“-Phase) und mixt es mit dem abenteuerlichen und experimentellen Gitarren-Stil eines Hendrix (als Beispiel sei hier nur das Solo in Part Two: The Traveller angeführt) oder eines Robin Trower. Heraus kommt dabei ein unterhaltsames Gitarren-Album, das glücklicherweise wenig gemein hat mit den selbstverliebten Instrumental-Alben moderner Rock- und Metal-Gitarristen.

Nisula legt viel Wert auf die Melodie seiner Songs, über der er dann zu seinen Ausflügen in den schier endlosen Weltraum der sechs Saiten aufbricht. Dabei packt er natürlich immer mal wieder soundtechnische und spielerische Gimmicks aus, aber meist konzentriert er sich auf das, was bei einem reinen Instrumental-Album wichtig ist: die Melodie.

Und die Melodien ziehen sich durch das Album wie flüssige Lava. Langsam aber unaufhaltsam, reiht sich ein schönes Gitarren-Lick an das nächste. Es macht einfach Spaß den Musikern dabei zuzuhören, wie sie hier ihrer Vorstellung von Musik nachgehen, ohne falsche Rücksicht auf Verkaufszahlen. Abgerundet wird das musikalische Ganze durch den sehr geschmackvollen, mal singenden, mal schneidenden Ton von Nisula, der leicht an den von Hendrix angelehnt ist (obwohl der Finne keine Fender Stratocaster sondern eine Gibson Les Paul verwendet).

Nun kann Nisula nicht alles alleine machen (obwohl er es wirklich versucht), aber auch die anderen Musiker, die zum Einsatz kommen, machen ihre Sache sehr gut. Esko Takamäki verleiht dem Album eine solide Basis mit seinem unaufgeregten Schlagzeugspiel, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Zudem brilliert Timo Ristilä bei Part One: The Pioneers mit einem kleinen aber feinen Moog-Solo und Sanna Agren veredelt mit ihrer Violine Part Seven: The Release - aber ansonsten stammt jedes Geräusch auf dem Album von Nisula.

“Chapters I & II“ mag nun nicht das innovativste Album sein und es hätte bestimmt auch nicht gestört, wenn Nisula das „Zeit- und Raum-Reise“-Konzept einfach weggelassen hätte, denn am Ende zählt die Musik und die stimmt bei den Kapiteln I & II. Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung. Zwei weitere Alben sind noch in Planung, die beide jeweils zwei weitere Kapitel der Serie beinhalten sollen. Sollte die Produktion dann aber auch wieder so lange dauern wie dieses Mal (aufgenommen und gemischt wurde zwischen Januar 2006 und November 2007 und das Mastering fand dann erst 2008 statt), dann wird die Reise eine noch sehr lange sein. Bis dahin aber hat man viel Spaß mit “Chapters I & II“.

Marc Langels, 10.07.2009

 

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