Todd Thibaud

Hill West


CD-Review

Reviewdatum: 06.05.2019
Jahr: 2019
Stil: Americana, Singer-Songwriter
Spiellänge: 36:44
Produzent: Ed Valauskas

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Plattenfirma: Blue Rose Records


Redakteur(e):

Frank Ipach


s. weitere Künstler zum Review:

Joseph Parsons

Hardpan

James Taylor

Markus Rill

Titel
01. Find Your Love
02. Hold Me Down
03. Paper Cup
04. Great Unknown
05. Disappear Instead
06. Edge Of Breaking
 
07. Into Place
08. Path Of Us
09. Reckless Heart
10. Life Worth Living
11. 4th Of July
Musiker Instrument
Todd Thibaud Vocals, Acoustic Guitar, Harmonica
Thomas Juliano Electric Guitar, Vocals
Sean Staples Mandolin, Ukulele, Bouzouki, Banjo, Fiddle, Acoustic Guitar, Bass
Chris Anzalone Drums, Percussion
Ed Valauskas Bass, Piano, Vocals

Durchbeißen, kämpfen, lieben, flüchten, verschwinden, aufgeben. Ja, was nun? Alle reden über den bedenklichen Zustand unserer Welt. Viele von uns wissen nicht so recht was sie tun sollen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Die Troubadoure und Singer-Songwriter singen sich den Frust von der Seele. Das hilft.

Todd Thibaud, der Sänger mit dem zweit angenehmsten Schmelz in der Stimme nach James Taylor, macht's nicht anders als neulich sein deutscher Blue Rose Labelkollege Markus Rill, der die Grundfesten seines "Songland" auf Standfestigkeit überprüfte. Todd Thibaud verschanzt sich in "Hill West" im winterlichen Vermont und schnuppert reine Bergluft. Dort sinniert er über die Welt und die Liebe. Eine Liebe, die uns Hoffenden mit ein paar vernünftigen Zukunftsaussichten vielleicht doch noch die krause Stirn glatt bügelt.

Todd Thibaud geht es dieses Mal ruhig und besonnen an. Die stille Einsamkeit in den Bergen von Vermont schürt offenbar seine Nachdenklichkeit und inspiriert ihn zu zarten bis zärtlichen Liedern, die er häufig recht spartanisch nur mit seiner eigenen akustischen und ein paar sehr geschmackvoll und wohl dosiert eingesetzten elektrischen Gitarren seines alten Buddy Thomas Juliano ausstattet. Die kleinen aber feinen Glanzlichter setzt schließlich Todds alter Kumpel Sean Staples mit etlichen Saiteninstrumenten wie Mandoline, Ukulele, Bouzouki, Banjo und Fiddle. Dazu gesellen sich unaufdringliche und fein gesetzte Percussion-Tupfer von Chris Anzalone. Wichtige Pinselstriche in diesem anrührenden Singer-Songwriter Gemälde. So entwickeln Juliano, Staples und Anzalone gemeinsam mit Thibaud eine atmosphärische Glanzleistung nach der anderen, die Producer und Teilzeit-Bassist Ed Valauskas mit seiner Expertise klanglich sehr schön abrundet.

Seit den frühen Neunziger Jahren, als er sich mit seinen guten, alten COURAGE BROTHERS die ersten Sporen verdiente, anschließend seine Solokarriere in Gang setzte, nebenbei noch mit HARDPAN für Begeisterung sorgte und zwischendurch mit seinem Kollegen Joseph Parsons auch noch ansprechende Duett-Alben auf den Weg brachte, kreiert Thibaud nun schon seine gehaltvollen, eingängigen und herzerwärmenden Melodien. Ja, er weiß tatsächlich wie es geht. Doch dieses ganz formidable "Hill West"-Album ist sicherlich das Beste was man seit langem von ihm gehört hat. Klassisch gut. Elf Lieder, die die Welt für kurze Zeit in ein anderes Licht tauchen. Das hilft.

 

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