Tommy Emmanuel

Live At her Majesty's Theatre

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 27.08.2006
Jahr: 2006

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Tommy Emmanuel Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Tommy Emmanuel
Live At Her Majesty's Theatre, Favored Nations, 2006
Tommy Emmanuel Acoustic Guitars, Vocals
Elizabeth Watkins Vocals
Länge: ca. 80 Min Medium: DVD
1. Tall Fiddler9. Walls
2. Antonella's Birthday10. Together Alone
3. Nine Pound Hammer11. Lewis & Clark
4. Cannonball Rag12. Cowboy's Dream
5. Somewhere Over The Rainbow13. That's All
6. Heartbreak Hotel14. Tahitian Skies
7. Do I Ever Cross Your Mind?15. The Man With The Green Thumb
8. Dream A Little Dream16. I Still Can't Say Goodbye

Tommy Emmanuels gitarristische Fähigkeiten sind wohl über jeden Zweifel erhaben. All diejenigen, die jemals eine Gitarre in der Hand hielten um drei Akkorde flüssig aneinanderzureihen, werden vor Ehrfurcht erblassen, wenn sie Emmanuel wie einen Derwisch übers Griffbrett fliegen hören bzw. sehen. Seit Jahrzehnten schon tourt Tommy allein mit seiner Klampfe durch die Weltgeschichte und hinterlässt in der Regel ein staunendes Publikum. Der Mann hat's nun wirklich drauf.
Im vergangenen Jahr beehrte Emmanuel mal wieder seine australische Heimat und verzückte seine ergebenen Fans in den Weiten des australischen Hinterlands. Unter anderem auch im altehrwürdigen 'Her Majesty's Theatre' in Ballarat, in welchem auch die hier vorliegende DVD mit großem Kameraaufgebot aufgezeichnet wurde. Konsequenterweise darf man bezüglich Emmanuels Aktionsradius auf der Bühne nicht allzu viel erwarten, hier dominiert der Künstler mit seiner Gitarre, steht meist versonnen und genießerisch im weiten Rund dieses viktorianischen Gemäuers und lässt die Musik für sich selbst sprechen.

Emmanuel bietet einen Querschnitt aus alten und neuen Songs, pendelt zwischen Eigen- und Fremdkompositionen, die er in unnachahmlicher Weise zu interpretieren versteht. Zwischen den Tracks gibt Tommy backstage Auskunft über die Entstehungsgeschichten der Lieder oder gewährt uns einen recht detaillierten Einblick in die persönliche Motivation nun grad diesen oder jenen Song für seine Setlist auszuwählen. Das mag einerseits recht interessant sein, stört allerdings auch den Fluß dieses Konzertes.
Auf halber Strecke lädt Tommy seine Verlobte, die amerikanische Singer-Songwriterin Elizabeth Watkins, zu sich auf die Bühne, um mit ihr ein paar schmachtende Liebesballaden anzustimmen.
Dabei gerät Watkins' Gesangperformance durchaus gelungen, weil sie mit klarem Vibrato und einer gewissen Folkaffinität gut zu Tommys elaboriertem Spiel passt. Was die ganze Angelegenheit allerdings etwas trübt, ist Emmanuels doch recht schlichter Vokalvortrag, der grad im Vergleich zu seinem meisterlichen Gitarrenspiel um mehrere Klassen abfällt. Insofern bleiben die Duette der beiden Turteltäubchen, Tommy und Lizzy, ein gehöriges Stück von prickelnder Eleganz entfernt. Ganz nett zwar, aber keineswegs beeindruckend.
Die wenigen anderen Songs (Nine pound hammer und Heartbreak Hotel), die sich Tommy anschickt zu singen, strotzen zwar auch nicht grad vor Charisma, gefallen aber letzlich doch, weil Tommy sich auf eine bluesig/rockige Ebene hinunterschraubt, die seiner Stimme scheinbar eher entspricht.

Die Highlights setzt Emmanuel, wie sollte es anders sein, mit seinem furiosen Fingerpicking. Sei es nun seine rechte oder seine linke Hand, dieser Mann setzt derartig viele Glanzpunkte, dass man z.B. bei einem so wundervollen Klassiker wie Somewhere over the rainbow geradezu ins Schwärmen gerät. Emmanuels Spieltechnik mündet hier phasenweise in Harfen- und Zither-ähnlichen Klängen, die diesem anspruchsvollen Evergreen einige ungeahnte Facetten abgewinnt.
Tracks wie Lewis & Clark und Cowboy's dream gehören aufgrund ihrer brillanten Melodieführung und überzeugenden Atmosphäre zweifellos zu den weiteren Höhepunkten dieser gut 80 Minuten währenden Werkschau, die neben einer eher konventionellen und ruhigen Kameraführung mit einem glasklaren und ausgewogenem Soundmix aufwartet.

Der Bonusteil im Anschluß bietet neben den bereits bekannten Interviewschnipseln aus den 'between-the-tracks'-Kommentaren weitere Einblicke in Emmanuels musikalische Gedankenwelt, zeigt Tommys Begeisterung über eine offenbar speziell für ihn angefertigte neue Gitarre, die er sogleich einem fingerflinken Test unterzieht und endet mit total überflüssigen Clips aus dem abendlichen Konzert, in denen Tommys grandioses Fingerpicking erneut zur Schau gestellt wird. Wenn mich meine Augen und Ohren nun nicht vollkommen im Stich gelassen haben, handelt es sich um genau dieselben Songs, die wir zuvor im Konzert bestaunt haben.
Emmanuel ist ein Guter, jetzt wissen wir es aber...

. Bildformat: 16:9
. Sound-Formate: Dolby 5.1, Dolby Stereo
. FSK: ohne Altersbschränkung
. Codefree

Frank Ipach, 27.08.2006

 

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