Toto

XIV

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.03.2015
Jahr: 2015
Stil: AOR

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Redakteur(e):

Marc Langels


Toto
XIV, Frontiers Records, 2015
Joseph WilliamsGesang
Steve LukatherGitarre, Bass & Gesang
David PaichKeyboards & Gesang
Steve PorcaroSynthesizer & Gesang
Keith CarlockSchlagzeg
David HungateBass
Lenny CastroPercussion
Gastmusiker
Tom ScottSaxophon & Bläser-Arrangements
Lee SklarBass
Tal WilkenfieldBass
Tim LefebvreBass
Martin TillmanCello
CJ VanstonSynthesizer
Michael McDonaldGesang
Amy KeysGesang
Mabvuto CarpenterGesang
Jamie SavkoGesang
Amy WilliamsGesang
Produziert von: CJ Vanston & TOTO Länge: 56 Min 00 Sek Medium: CD
01. Running Out Of Time07. The Little Things
02. Burn08. Chinatown
03. Holy War09. All The Tears That Shine
04. 21st Century Blues10. Fortune
05. Orphan11. Great Expectations
06. Unknown Soldier (For Jeffrey)

Man soll niemals nie sagen – dieser alte Spruch trifft in den letzten Jahren auf kaum eine Band so genau zu wie auf die Amerikaner TOTO. Im Jahre 2008 erklärte Gitarrist Steve Lukather das Ende der Band, weil nicht mehr genügend Gründungsmitglieder in der Band seien. Nur knapp ein Jahr später stand die Gruppe wieder zusammen auf der Bühne. 2010 stand für Lukather und Keyboarder David Paich fest, dass TOTO nie wieder ein Studio betreten würden, um einen Nachfolger für “Falling In Between“ von 2006 einzuspielen – und doch liegt er nun vor. Schlicht “XIV“ betitelt, steht er damit bewusst in der Tradition des Debüts, das gerne als “I“ bezeichnet wird, des mit zahlreichen Grammies ausgezeichneten Klassikers “IV“ oder auch “The Seventh One“ .

Das ist natürlich ein ganz schön großer Druck, dem sich TOTO damit aussetzen. Aber schon nach den ersten Sekunden von Running Out Of Time ist klar, dass die Band auch dieses Mal wieder „liefert“. Die Gründer-Väter des West Coast-AOR-Rock haben einen so eigenen Sound und Stil, dass jedem Musikfan schnell klar wird, wer hier spielt. Ein typisches Lukather-Riff leitet den Song ein, der zudem mit seinen Keyboard-Sounds und den nervösen Bass-Linien von Tim Lefevbre die Aufmerksamkeit des Hörers fesselt. Zudem wird zumindest mir klar, warum Joseph Williams immer mein persönlicher Lieblings-Sänger bei TOTO war. Seine Stimme ist wieder in phantastischer Form und veredelt diesen Track wie auch zahlreiche der folgenden. Aber generell kann man an dieser Stelle schon einmal festhalten, dass hier alle Mitglieder der Band eine sehr gute Gesangsleistung – sei es als jeweilige Lead- oder auch als Background-Sänger – abliefern.

Ein gutes Beispiel dafür ist das folgende Burn, das mit sanften Piano-Akkorden beginnt, ehe der „Neue“, Schlagzeuger Keith Carlock, einen passenden Lauf darunterlegt und das Lied zu seinem Höhepunkt im pompösen Refrain geleitet. Im anschließenden Holy War geht es dann wieder etwas rockiger zur Sache und auch die Musiker unter den Anhängern dürfen sich auf einige interessante Passagen einstellen und ein typisches Lukather-Solo. Der 21st Century Blues dürfte dann TOTO-Fans nur zu bekannt vorkommen, denn Lukather bedient sich hier heftigst bei sich selbst, denn das Grundriff klingt nicht zu entfernt nach Dying On My Feet von “Falling In Between“. Aber er schafft es dennoch daraus ein gutes neues Stück zu basteln. Die erste Single, Orphan, vereint nahezu alle Stärken der Band: ein eingängiger Song mit toller Gesangsmelodie, der sehr gute Chancen auf Airplay bei den Radiostationen haben dürfte – zudem mit einem Text, den man sich gerne auch mal auf die Fahnen schreiben kann:

Someone said we're one family

How can that be with all this poverty?

Time to reach out and make a start

Hold each others hands and lift each others hearts

If you're thirsty drink the water from my hand

If you're hungry take my bread I'll understand

If you're lonely you can always share my bed

Could this be all there really is then someone said

You're never alone in the world

Anschließend nimmt die Band merklich den Fuß vom Gas: Unknown Soldier (Song For Jeffrey), The Little Things (bei dem Keyboarder Steve Porcaro die Vocals übernimmt), All The Tears That Shine und Fortune sind allesamt deutlich zurückhaltender als die ersten fünf Nummern des Albums. Natürlich sind TOTO als Band bekannt, die auch wunderbare ruhige Nummern schreiben kann und die Stücke sind auch wahrlich nicht schlecht (insbesondere das lässig-groovende Fortune, das an frühe Werke der Band oder aber auch an die Einflüsse von STEELY DAN erinnert). Allerdings wenn die ruhigen Momente so geballt auftreten und dann nur durch einen Song wie Chinatown mit einigen Boz Scaggs-Reminiszenzen unterbrochen werden, der sowohl ruhige als auch funkige Momente à la 99 beinhaltet, dann ist das einfach ein wenig zu ruhig für meinen Geschmack. Zum Glück haben sich TOTO aber noch eine sehr abwechslungsreiche Komposition für den Schluss aufbewahrt: High Expectations. Hier ziehen Lukather, Paich, Porcaro, Carlock & Williams noch einmal alle Register ihres Könnens. Ein knapp siebenminütiges Feuerwerk an Wendungen und Melodien, die dem Hörer noch lange beschäftigen. Dabei kommen Erinnerungen an Nummern wie Hydra auf und man kann sich gut vorstellen, wie der Song in einer Jam-Session der Band entstanden ist. Hier sind die Erwartungen definitiv nicht zu hoch.

TOTO ist mit “XIV“ ein sehr gutes Comeback gelungen. Die Stärke des Albums liegt in meinen Augen in der ersten Hälfte, wenn die Band die perfekte Balance zwischen rockigen Parts und großen, popigen Melodien findet. Aber das können die Balladen-Anhänger auch genau andersrum beurteilen. Einen sehr gelungenen Einstand feiert dabei aus meiner Sicht Keith Carlock, der die Musik schön zum grooven bringt und sich nicht so sehr in den Vordergrund spielt wie das bei Simon Phillips manches Mal der Fall war. Damit erinnert er mich eher an Original-Drummer Jeff Porcaro. Nach knapp 40 Jahren im Geschäft gelingt es den Musikern aber immer noch spannende neue Songs zu kreieren, die typisch nach TOTO klingen, aber weitestgehend ohne allzu offensichtlich bei sich selber zu klauen. Es mag ein paar Durchläufe brauchen, bis die Songs ihre volle Wirkung entfalten – zumal hier ja auch musikalisch betrachtet wirklich jede Menge passiert mit verschiedenen Piano- und Keyboard-Elementen von Paich und Porcaro, spannender Rhythmus-Arbeit von Carlock und Percussionist Lenny Castro und der gewohnt superben Gitarren-Arbeit von Lukather. Insofern ist “XIV“ im besten Sine sowohl klassisch sowie sehr aktuell – eben ein typisches TOTO-Werk.

Marc Langels, 14.03.2015

 

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