Tracy Thorn

Ein anderer Planet

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 05.05.2021
Stil: Biografie
Autor: Tracy Thorn
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-453-27281-1
Preis: 20,00 EUR

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Verlag: Heyne Hardcore


Redakteur(e):

Epi Schmidt


Tracy Thorn veröffentlichte eben ihr neues Buch “My Rock'n'Roll Friend“, eine Biografie über ihren Freund Lindy Morrison, seines Zeichens ehemaliger Schlagzeuger der australischen Indie-Rock Band THE GO-BETWEENS. Gut, um sich an die zu erinnern muss man schon ein bisschen 80's-Vergangenheit haben. Was sich auch im Falle von Frau Thorn auszahlt, denn die wiederum war Sängerin von EVERYTHING BUT THE GIRL, die auch in den 80ern zu Ehren gekommen sind. Wenngleich ihr größter Hit, Missing, aus dem Jahr 1995 stammt. Seit 2000 lehnt es Tracy vor Publikum aufzutreten, wodurch die Band eigentlich nicht mehr existiert.

 

Sich mitzuteilen lehnt sie indes keineswegs ab und so gibt es sowohl diverse Soloalben, als auch einige Bücher. Ihr drittes, “Another Planet: A Teenager in Suburbia“, wurde eben in der deutschen Übersetzung veröffentlicht und heißt bei uns “Ein anderer Planet: Eine Jugend in Suburbia“.

Eine Biografie in dem Sinne ist es nicht und trotzdem begleiten wir Tracy bei ihren Erinnerungen an das Aufwachsen im Londoner Vorort Brookmans Park. Ihr wie uns tun ihre Tagebücher, die sie ab dem Jahreswechsel 1975/76 geführt hat. Tracy Thorn war dreizehn Jahre alt (erinnert irgendwie an einen gewissen Adrian Mole....) und neben dem, was einem sowieso in diesem Alter zu schaffen macht, war sie noch mit der Tristesse des Vorortes konfrontiert. Irgendwie nah dran, am pulsierenden Londoner Leben und doch zu weit entfernt.

 

Sie legt nicht schamlos offen, was sie alles erlebt hat und macht das auch deutlich, aber trotzdem ist man gut unterhalten. Erst recht, wenn sich dann und wann mal im Raum London aufgehalten hat und/oder sich an sein eigenes Heranwachsen erinnert. Verliebtheiten, Trennungen, Dramen, Langeweile und Spannung. Und das möglichst im stündlichen Wechsel. Nebenbei gibt’s ein paar kleine geschichtliche Einblicke und natürlich geht’s auch um Musik. Um die Platten, die Tracy sich gekauft hat oder geschenkt bekam, wer so in den Charts oder im Fernsehen, bzw. bei Konzerten auftrat, und wer letztlich die künftige Sängerin dahingehend beeinflusst hat, selbst zu Gitarre zu greifen.

 

Interessant macht es auch, dass die Erzählerin immer wieder mal in die Gegenwart springt und durch ihre Rückblicke – und die Tatsache mittlerweile selbst Mutter zu sein – andere Perspektiven einbringt. Wodurch sie sich durchaus auch kritisch sieht. Wenngleich nicht so kritisch wie das Leben in einer mehr oder weniger konstruierten Vorstadt wie Brookmans Park. Klare Sache, dass Tracy heute “in der Stadt“ wohnt. Und mehr Verständnis für ihre Eltern kann sie heutzutage auch aufbringen. Für ihre Kinder ohnehin.

 

Wie gesagt, wer ein bisschen ein Faible für England hat und sich womöglich an die Konflikte in der eigenen Adoleszenz – mit sich, mit Schule und Umfeld, aber vor allem mit den Eltern – erinnert, der hat mit diesem Buch eine unterhaltsame Lektüre. Bei der man sich immer mal vergegenwärtigen muss, dass dies alles wahr ist, denn so steht es – in Tracys Tagebüchern – geschrieben.

 

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