Traffic

The Last Great Traffic Jam

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 13.01.2005
Jahr: 2005

Links:

Traffic Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Traffic
The Last Great Traffic Jam, Epic Records, 2005
Steve Winwood Lead Vocals, Keyboards, Guitar
Jim Capaldi Drums, Percussion, Vocals
Rosko Gee Bass
Randall Bramblett Saxophone, Flute, Keyboards
Walfrade Reyes Jr. Percussion, Drums
Mike McEvoy Guitar, Keyboards
Länge: ca. 100 Min Medium: DVD
1. Pearly Queen7. Low Spark
2. Medicated God8. Light Up
3. Mozambique9. Dear Mr. Fantasy
4. 40,000 Headmen10. John Baleycorn
5. Glad11. Gimme Some Lovin'
6. Walking In The Wind
Bonus Audio CD:
1. 40,000 Headmen3. The Low Spark Of High Heeled Boys
2. John Barleycorn (Must Die)Zugang zu Online-Bonus-Material

Es ist noch gar nicht lange her, da "beschwerte" sich die Eclipsed Rock Magazin Zeitschrift in ihrer "Rock History" Kolumne darüber, dass im Gegensatz zu einer schier endlosen Reihe von Bands aus den 60er/70er Jahren TRAFFIC einfach nicht die verdiente posthume Würdigung erhielten und, Zitat: "... in einer Aura der Halbvergessenheit" schwebten.
Man könnte meinen, im Hause Epic hätte jemand den Hilfeschrei ge- und erhört, denn schon erscheint mit "The Last Great Traffic Jam" eine DVD, die diese Würdigung zumindest angeht.
Auf der DVD ist die Band während ihrer 1994er Reunion bei den Konzerten der dazugehörigen US-Tour zu sehen. Also 20 Jahre nachdem sich die Band im Sommer 1974 aufgelöst hatte.

TRAFFIC gehörten zweifelsohne zu den herausragendsten Bands, die die Progressiv/Psychedelic Ära hervorgebracht hat. Aushängeschild war natürlich Steve Winwood, gesegnet mit einer außergewöhnlichen, souligen Stimme und auch instrumental begnadet.
Zumindest letzteres traf auch auf seine Mitstreiter, Drummer Jim Capaldi - den ich durchaus auf einer Ebene mit Ginger Baker sehe - und den Saxophonisten/Flötisten Chris Wood zu.
Chris Wood verstarb leider 1983 und so findet sich hier, neben den beiden Köpfen Winwood und Capaldi, aus alten Tagen nur noch der Bassist Rosko Gee, von der letzten TRAFFIC Besetzung.

Betrachtet man diese Bilder, untermalt von einem Sound, an dem es aber auch gar nichts auszusetzen gibt, stellt man fest, dass diese Gruppe eine nahezu einzigartige Faszination ausstrahlt.
Schon der erste Titel, Pearly Queen, aufgenommen beim 1994er Woodstock Konzert, zeigt in welch toller Form die Musiker sind. Das pendelt zwischen CREAM- und Hendrix-Einflüssen und gleitet mühelos in einen afro-psychedelischen Jam über, nach dem sich die meisten Bands die Finger lecken würden.
Jim Capaldi und Walfrade Reyes Jr. schuften sich an den Drums einen ab und Steve Winwood brilliert an der Gitarre mit ausgiebigen Improvisationen. Klingt richtig geil! Von seiner hervorragenden Stimme hatte Mr. Winwood kein bisschen eingebüsst und er schwingt sich damit nach wie vor absolut unangestrengt in oberste Gesangsregionen.

Zwischendurch sind immer mal Backstageszenen, Interviewschnippsel, Tourbusaufnahmen u.ä. zu sehen, die allesamt zeigen, wie gut gelaunt die Band war und welchen Spaß sie hinter wie auf der Bühne hatten.
Bei Mozambique brennt die Gruppe ein Percussion-, Latin-, Groove-Feuerwerk ab, wie man nur zu den Hoch-Zeiten von Santanas Band kannte. Dazu trällert die Querflöte, als hätte man JETHRO TULL mit dazu gemischt. Das steigert sich alles in einen schon fast rauschhaften Zustand. Genial!
Jim Capaldi ist für die Späße zuständig, kokettiert mit seinem Alter oder liefert auch mal eine Rap-Einlage. Er vergisst aber auch nicht, dem verstorbenen Chris Wood das folkige 40,000 Headmen zu widmen. Ja, denn auch der Folk hatte großen Anteil in der Musik von TRAFFIC.
Ein weiters Groove-Monster ist die funkige R&B-Soulnummer Glad, bei der sich Steve Winwood erstmals ans Keyboard begibt und Randall Bramblett am Saxophon zu großer Form aufläuft.
Walking In The Wind könnte auch ins Repertoire von Billy Joel passen.
The Low Spark Of High Heeled Boys, mit seinen wechselnden Rhythmen, ist bei den Fans natürlich eine Hymne und wird entsprechend bejubelt. Auch hier wechselt die Band völlig locker zwischen Struktur und Jam-Part. Tja, da merkt man die "alte Schule".
Optisch wird das auch sehr passend umgesetzt. Mal werden verfremdete Szenen von Unterwegs eingeblendet, mal das Bühnenbild psychedelisch "bearbeitet". Kommt gut.
Für das funkige Light Up steht Jim Capaldi am Mikrofon. Der ist mit seiner rauen Stimme schon ein deutlicher Kontrast zu Steve Winwood. Allerdings passen die beiden dann beim Klassiker John Baleycorn bestens zusammen. Dieser Song, mit seinem Irish-Folk Flair, wird richtig ergreifend, wenn sich so nach und nach mehr Instrumente einschleichen und Jim und Steve zusammen diese Ballade am Bühnenrand singen.

GRATEFUL DEAD hatten über Jahre, quasi als Tribut an TRAFFIC, deren Song Dear Mr. Fantasy im Programm. Hier ist nochmal der selige Jerry Garcia zu erleben, wie er genau diesen Titel mit der Band spielt. Auch hier kann mich Mr. Garcia nicht von seinen Gitarrenkünsten überzeugen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Jerry eher versucht nicht zu spielen. Na ja...
Am Schluss können sie's halt doch nicht lassen und spielen zum Finale Gimme Some Lovin' von der SPENCER DAVIS GROUP. Hätt's gar nicht gebraucht, aber, nun ja, die Version ist allemal inspiriert und wann hört man Steve schon mal diesen Song singen?

Es gibt noch einen zweiten Silberling in diesem Package, auf dem drei Titel mit akustischen Instrumenten am 11. Februar 1994 im Studio eingespielt wurden. Außerdem kann man mit dieser CD Zugang zu weiterem Bonusmaterial, wie Videos, via Steve Winwoods Homepage bekommen. Solchen Geschichten bin ich nicht so aufgeschlossen, muss man sich doch erst wieder ins Internet einklinken um das zu erhalten.
Aber die eigentliche DVD macht schon rundherum Laune und rechtfertigt die Anschaffung von "The Last Great Traffic Jam" auf alle Fälle. Für Einsteiger wie Fachmänner empfehlenswert.

Im Janauar 2005 verstarb Jim Capaldi und damit wurde das Kapitel TRAFFIC abgeschlossen. Oder, wie Steve Winwood es ausdrückt: "To the man without Traffic could never be: my lifelong friend and partner, Jim Capaldi."

Ländercode: 0
Ton: DTS Englisch; DD 5.1 Surround; PCM-Stereo
Bild: 4:3

Epi Schmidt, 13.01.2005

 

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