Tristania

Rubicon


CD-Review

Reviewdatum: 13.01.2011
Jahr: 2011
Stil: Gothic Metal

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Tristania
Rubicon, Napalm Records, 2010
Mariangela DemurtasVocals
Kjetil NordhusVocals
Anders Høyvik HidleGuitars, Vocals
Ole VistnesBass, Backing Vocals
Gyri LosnegaardGuitars
Einar MoenKeyboards
Tarald LieDrums
Gäste:
Pete JohansenViolin
Produziert von: Tristania & Waldemar Sorychta Länge: 47 Min 32 Sek Medium: CD
01. Year Of The Rat06. Sirens
02. Protection07. Vulture
03. Patriot Games08. Amnesia
04. The Passing09. Megical Fix
05. Exil10. Illumination

Selten ist es mir so schwer gefallen, die passenden Worte für ein Album zu finden. Keine Frage: "Rubicon" ist ein starkes Gothic Metal-Album, das aus der Masse der Genreveröffentlichungen herausragt. Der Haken daran ist allerdings, dass auf dem Cover in dicken Lettern der Name TRISTANIA prangt und nicht eine x-beliebige andere Band diese Scheibe veröffentlicht hat.

Ob "Beyond The Veil", "World Of Glass" oder "Ashes", die Norweger waren immer ein Garant für hochklassige Alben. Hochklassig ist auch "Rubicon", nur die besondere TRISTANIA-Magie mag sich dieses Mal einfach nicht einstellen.

Woran es liegt? Der neuen Sängerin Mariangela Demurtas den schwarzen Peter zuzuschieben erscheint zu billig, wenngleich sie Vibeke Stenens Fußstapfen nicht völlig ausfüllen kann und weder deren Stimmumfang noch Ausdrucksstärke erreicht. Trotzdem, eine Fehlbesetzung klingt definitiv anders.

Man kann es drehen und wenden wie man will, es ist das Songwriting! Die Gänsehautmomente früherer Werke fehlen. Fast hat man den Eindruck, TRISTANIA hätten sich selbst Fesseln angelegt und sich in ein massenfreundlicheres Konzept gepresst. Alles klingt irgendwie gewöhnlicher, zugänglicher, leichter konsumierbar… wo frühere Alben mit liebevollen Details zu einer langandauernden Entdeckungsreise einluden, servieren einem die "Rubicon"-Songs ihre Essenz zügig auf dem Silbertablett.

Letztlich ist es einfach ein Imageproblem. MORTEMIA haben mit "Misere Mortem" in dem Jahr das aufregendere TRISTANIA-Album abgeliefert. AMBERIAN DAWN greift man sich heraus, weil deren "End Of Eden" als positive Überraschung in Erinnerung bleibt. Und "Rubicon"? Die Scheibe wird dann wohl in vier, fünf Jahren als 'forgotten Jewel' wieder entdecken.

Martin Schneider, 12.01.2011

 

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