Twisted Sister

A Twisted X-Mas: Live In Las Vegas

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 01.12.2012
Jahr: 2012
Stil: Heavy Metal

Links:

Twisted Sister Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Twisted Sister
A Twisted X-Mas: Live In Las Vegas, Eagle Rock, 2012
Dee SniderGesang
Jay Jay FrenchGitarre
Eddie OjedaGitarre
Mark MendozaBass
A.J. PeroSchlagzeug
Produziert von: Dave Streicher & Jay Jay French Länge: 104 Min 03 Sek Medium: CD & DVD
DVD & CD
01. Intro (nur DVD)10. Burn In Hell
02. Have Yourself A Merry Christmas11. Drum Solo (nur DVD)
03. White Christmas12. Silver Bells
04. Shoot 'Em Down13. I'll Be Home For Christmas
05. I Saw Mommy Kissing Santa Claus14. Satan Claus! (nur DVD)
06. You Can't Stop Rock'n'Roll15. I Wanna Rock
07. Deck the Halls16. 12 Days Of Christmas
08. The Price17. We're Not Gonna Take It
09. Come All Ye Faithfull

Überraschend wie jedes Jahr steht am 24. Dezember tatsächlich doch wieder Weihnachten vor der Tür (kein Scherz, ich habs drei Mal überprüft). Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: welche Musik spielt man zu diesem feierlichen Anlass, so dass auch das Rockerherz sich nicht in die innere Diaspora zurückzieht unter der Flut alter Weihnachtsklassiker, die von diversen Pop- und Schlager-Sternchen mal mehr, mal noch mehr talent- und emotionsfrei vorgetragen werden.

Da kommt gerade rechtzeitig dieses Angebot der verrückten Schwestern aus New York. TWISTED SISTER präsentieren hier nämlich (allerdings bereits zum wiederholten Mal) eine gelungene Mischung aus "Melodien für Millionen". Zum einen für die Millionen Rocker, die sich über TS-Klassiker wie Shoot ’Em Down, You Can’t Stop Rock’n’Roll, The Price, I Wanna Rock oder We’re Not Gonna Take It freuend die Föhnfrisur zurechtschütteln dürfen. Aber eben auch Lieder für die Millionen von Menschen, denen pünktlich zur Weihnachtszeit ganz heimelig ums Herz wird und die sich nach Liedern über Schneeflocken, Rentiere und Männer in roten Ganzkörperkondomen amerikanischer Vorprägung erfreuen.

Natürlich kommen die Weihnachtssongs im TWISTED SISTER-Style daher, so wie sie es eben schon auf der dazugehörigen Studio-Version betrieben haben. Das heißt die Tracks sind rockiger als sie etwa von Omas Liebling Florian Silbereisen und Opas sexy hexy Traumgirl Helene Fischer dargeboten würden. Dabei wird sicherlich kein Zweifel daran bestehen, bei wem man lieber den Ton aufdreht und wen man lieber im Stumm-Modus erlebt.

Natürlich hat dieser Auftritt etwas Surreales: mitten im Glitzer und Glamour des Spielerparadieses Las Vegas, das Intro mit den „verrückten“ Elfen und den Auftritt der nicht unbedingt immer in Würde ergrauten Schwestern mit ihren Kostümen bis zu den scharfen Rentier-Ladies, die den Schlitten mit „Santa“ Dee Snider auf die Bühne ziehen (und zur rechten der Bühne einen dezenten Hinweis auf ihre wahre Profession geben, bevor sie dann recht früh wieder verschwinden).

„Andächtig“ ist definitiv anders und das konnte man auch nicht wirklich von den TWISTED SISTER erwarten. Schließlich heißt das gute Ding ja auch “A Twisted X-Mas: Live In Las Vegas“. So klingt der Opener Have Yourself A Merry Christmas auch schon ganz dezent nach den RAMONES, White Christmas klang nie so energiegeladen. Gleiches gilt für das textlich etwas versautere I Saw Mommy Kissing Santa Claus oder Deck The Halls. Spaß machen sie alle und sorgen dafür, dass man demnächst bei Weihnachten nicht immer mit Schrecken an das WHAM-Fiasko Last Christmas oder das total verbrauchte Do They Know It’s Christmas denken muss. Aber es sind dennoch die eigenen Songs und die Ansagen, Geschichten und Scherze von Fronter Dee Snider, die am meisten Spaß machen.

Die visuelle Umsetzung des Auftritts ist eher konservativ gehalten (insbesondere wenn man bedenkt, dass der Mitschnitt gerade mal 2006 und nicht 1986 entstand): keine vollkommen übereilten Schnitte, keine verrückten Effekte sondern eher ehrliche Arbeit im Schnitt. Auf der beiliegenden CD wurden lediglich das Intro, das Schlagzeug-Solo (das auf Grund der fluoreszierenden Drum Sticks auch eher visuell funktioniert) sowie Satan Claus herausgeschnitten. Das sorgt für Freude bei der Stereo-Anlage, die somit nicht unbedingt hinter dem DVD-Player zurückstehen muss.

TWISTED SISTER und ihre Versionen der diversen Weihnachts-Klassiker sind sicherlich kein Fall für Traditionalisten auf der einen oder aber intolerante oder humorlose Zeitgenossen auf der anderen Seite, daher empfiehlt es sich bereits vorher schon mal der Verwandtschaft (insbesondere wenn die Beziehung noch frisch ist) auf den humoristischen Zahn zu fühlen. Das muss ja nicht gleich darin ausarten, dass man Mamas Locken-Perücke hervorkramt und den Schminktisch der Schwiegermama plündert. Aber sollte ein solches Experiment schon mal erfolgreich gewesen sein, dann kann diese DVD diese Verwandtschaft nicht mehr schocken. Vielmehr könnte damit eine ganz neue Tradition zum 24. Dezember begründet werden. Wer kommt näher an das Original-Outfit von Dee Snider, Jay French, Eddie Ojeda, Mark Mendoza oder A.J. Pero heran? Das wäre zumal viel lustiger als die Frage, bei wem schläft man schneller ein, Florian Silbereisen, Michelle, James Last oder Helene Fischer? Bei “A Twisted X-Mas: Live In Las Vegas“ stellt sich bestimmt nie wieder die Frage, welche Musik denn laufen soll. Garantiert.

Marc Langels, 27.11.2012

 

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