Twisted Sister

Double Live - North Stage '82/New York Steel '01

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 12.11.2011
Jahr: 2011
Stil: Heavy Metal

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Twisted Sister Homepage



Redakteur(e):

Michael Koenig


Twisted Sister
Double Live - North Stage '82/New York Steel '01, Eagle Vision, 2011
Dee SniderLead Vocals, Guitar
Eddie "Fingers" OjedaGuitar, Backing Vocals
Jay Jay FrenchGuitar, Backing Vocals
Mark "The Animal" MendozaBass, Backing Vocals
A. J. PeroDrums, Backing Vocals
Produziert von: Dave Streicher Länge: 201 Min 24 Sek Medium: DVD
DVD 1 (93 Min 34 Sek):
North Stage Theater 23.06.1982:
01. What You Don't Know (Sure Can Hurt You)08. Shoot 'Em Down
02. Destroyer09. Sin After Sin
03. Tear It Loose10. I'll Never Grow Up, Now!
04. Bad Boys (Of Rock'n'Roll)11. You Can't Stop Rock'n'Roll
05. Lady's Boy12. You Know I Cry
06. Leader Of The Pack13. It's Only Rock'n'Roll (But I Like It)
07. Under The Blade14. Rock'n'Roll Saviours
Bonus Material:
01. Interviews With The Band
DVD 2 (107 Min 50 Sek):
New York Steel 28.11.2001:
01. What You Don't Know (Sure Can Hurt You)08. Come Back
02. The Kids Are Back09. You Know I Cry
03. Stay Hungry10. I Wanna Rock
04. Burn In Hell11. We're Not Gonna Take It
05. You Can't Stop Rock'n'Roll12. The Price
06. Under The Blade13. S.M.F.
07. Shoot 'Em Down
Bonus Material:
01. Interviews With The Band02. Photo Gallery

Das New Yorker Quintett TWISTED SISTER ist ja nun schon seit einigen Jahren wieder zurück auf dem Planeten Heavy Metal. Und das in der Besetzung Snider, Ojeda, French, Mendoza und Pero, die bereits 1982 zum ersten Mal auf sich aufmerksam machen konnte. Vor einigen Wochen brachte Eagle Vision die zweifache DVD “Double Live - North Stage '82/New York Steel '01“ heraus. Dieses Set zeigt die Band im zeitlichen Abstand von immerhin mehr als neunzehn Jahren bei zwei Gastspielen. 1982 in Long Island und 2001 in New York City. Ausgarniert wurden die Aufnahmen mit Interviews und einer Fotogalerie.

Die Show am 23. Juni 1982 fand im North Stage Theater, einer relativ kleinen Location, in Long Island statt. Hier hatte die Truppe natürlich ein Heimspiel. Im September desselben Jahres erschien “Under The Blade“, das erste, noch ohne große Plattenfirma im Rücken produzierte, Album der Amerikaner. Von den neun dort zu hörenden Songs, schafften es immerhin What You Don’t Know (Sure Can Hurt You), Destroyer, Tear It Loose, Bad Boys (Of Rock’n’Roll), Under The Blade, Shoot ‘Em Down und Sin After Sin auf die Setlist für diesen Gig. You Can’t Stop Rock’n’Roll, längst einer der größten Hits der verdrehten Schwester, bot dann sogar einen Ausblick auf den zweiten "Longplayer (Major Label Debüt) gleichen Namens". Neben den vier weiteren, eigenen Nummern Lady’s Boy, I’ll Never Grow Up, Now!, Rock’n’Roll Saviours (siehe und höre "Club Daze Volume I The Studio Sessions") und You Know I Cry (("Still Hungry"), verlegten die Jungs sich dann auch noch auf das covern fremder Tunes. Leader Of The Pack ("Come Out And Play") wurde von George “Shadow” Morton, Jeff Barry und Ellie Greenwich erdacht und von den SHANGRI-LAS, einer reinen Mädchenformation, zum Hit gemacht. It’s Only Rock’n’Roll (But I Like It) geht auf die ROLLING STONES zurück. Natürlich verpassten die harten Burschen diesen Kompositionen eine total eigene Note.
Die Kostümierung, vor allem diejenige von Dee Snider (er zog sich im Laufe des Gigs mehrfach um), erinnerte, schon mehr als unterschwellig, irgendwie an KISS. Wenn der Frontmann dann noch mit einer Peitsche herumhantierte oder mit einem Motorrad auf der Bühne posierte, stand garantiert Alice Cooper Pate. Und zwischen dem ganzen Theater fand Mr. Snider immer noch Zeit und Platz für seine Ansprachen. Besonders nennenswert ist die Rede über Coolness.
Alle fünf Akteure waren topfit, bestens aufeinander eingespielt und legten sich mächtig ins Zeug, um den Auftritt denkwürdig zu gestalten. War es doch der letzte vor der Abreise nach Europa. Das Echo der Leute im überfüllten Zuschauerraum fiel entsprechend positiv aus.

Schauplatz des Events am 28. November 2001 war den Hammerstein Ballroom im New Yorker Stadtbezirk Manhattan. Dort ging an diesem Tag mit dem New York Steel ein Festival zugunsten der Familien von Polizei- und Feuerwehrangehörigen über die Bühnenbretter, die bei den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 ihr Leben lassen mussten (The New York Police & Fire Widows’ & Children’s Benefit Fund). TWISTED SISTER waren die Headliner. Außerdem nahmen Ace Frehley, ANTHRAX, OVERKILL und Sebastian Bach daran teil.
Deutlich reifer und älter, aber ebenso ohne freakige Ausstaffierung, immerhin liegen zwischen den beiden Performances nahezu zwanzig Jahre, präsentierten Dee Snider & Co. ihre Songs der äußerst zahlreich erschienenen Meute vor der Bühne.
Diesmal stand ihnen eine erheblich größere Menge an Material zur Auswahl. Bei What You Don’t Know (Sure Can Hurt You), You Can’t Stop Rock’n’Roll, Under The Blade, Shoot ‘Em Down und You Know I Cry überschnitten sich die Titellisten. Dazu gesellten sich The Kids Are Back ("You Can’t Stop Rock’n’Roll"), Stay Hungry, Burn In Hell, I Wanna Rock, We’re Not Gonna Take It, The Price und S.M.F. ("Stay Hungry"), sowie Come Back ("Club Daze Volume I The Studio Sessions").
Natürlich schwang diesmal, bedingt durch den Anlass der Veranstaltung, Pathos und Gefühl gänzlich anderer Natur, als noch 1982, mit. War es damals der Aufbruch in einen für die Band neuen Karriereabschnitt, der die Stimmung beherrschte, war es hier eine von Menschen mutwillig ausgelöste Katastrophe mit vielen zu beklagenden Opfern, die der Darbietung ihren Stempel aufdrückte. Es ging nicht bloß um Hoffnung und Vorfreude, sondern um Vergeltung, Wut, Zorn, ja sogar Hass, aber auch Dankbarkeit, Gedenken, Trost, Trotz, Mitgefühl, Zusammenhalt und Durchhaltewillen. Es entbehrt schon nicht einer gewissen Ironie, dass ein solche Tragödie letztlich eben auch dazu führte, die klassische Besetzung von TWISTED SISTER, nach langen Jahren wieder zusammenzubringen. Die Show zeugte von Engagement, Spielfreude und dem Willen, für kurzzeitige Ablenkung zu sorgen, wenn auch nicht immer ohne spieltechnische Schräglage.
Die Worte des Dee Snider waren, wie zu erwarten, in allererster Linie von dem Anschlag auf New York und allem, was irgendwie damit zusammenhing, dominiert. Das tat der gebeutelten amerikanischen Seele dann schon gut, wie der Jubel in der vollen Halle bewies.

Die aktuellen Interviews mit allen beteiligten Musikern und dem Veranstalter des New York Steel sind eine recht interessante Sache. Geht es hier doch, unter anderem, um Erinnerungen an die beiden Konzerte und das Drumherum, die Bandkarriere, die Schlagzeugerproblematik, die Wiedervereinigung von TWISTED SISTER, den 11. September 2001 und anderes mehr. Unterlegt wurden die Aussagen mit Filmaufnahmen von der Gruppe und dem Desaster in New York. Man bekommt schon den Eindruck vermittelt, dass hier offen und ehrlich zu den einzelnen Fragen Stellung bezogen wurde.

Auf der Innenseite des Covers sind Liner Notes des New York Steel-Veranstalters Eddie Trunk abgedruckt. Auch TWISTED SISTER-Gitarrist und -Gründungsmitglied Jay Jay French ließ es sich nicht nehmen, seinen Kommentar zu dem hier gezeigten Geschehen und darüber hinaus abzugeben. Er beschloss seine Worte mit dem längst zum Klassiker avancierten Aufruf der Band an alle SMFs auf der ganzen Welt: “Play It Loud Mutha!“.

Auf Bildtonträger zwei bekommt man zum guten Schluss dann noch einige schwarz-weiße Fotos von Bühnenaufbau und Bandproben für das New York Steel Festival, sowie dem dortigen Auftritt gezeigt.

Die erste DVD (ohne Altersbeschränkung freigegeben) hat das Seitenformat 4:3, die zweite (ab sechs Jahren freigegeben) 16:9. Beide Scheiben bieten Dolby Digital Stereo als Tonformat und keine Untertitel an.

Die Qualität der Bilder und des Tons, der stellenweise ein wenig schwachbrüstig und/oder breiig klingt, ist bei Disc eins im Großen und Ganzen in Ordnung. Disc zwei bietet insgesamt aber die besseren Bilder und den besseren Sound.

TWISTED SISTER-Anhänger und Freunde des gepflegten Heavy Metal, auch in seiner Glam- bzw. Hairvariante, machen mit dem Erwerb von “Double Live - North Stage '82/New York Steel '01“ definitiv nix verkehrt.

Michael Koenig, 06.10.2011

 

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