Josh Smith

Unna, Lindenbrauerei, 20.11.2012

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Konzertbericht

Reviewdatum: 26.11.2012
Stil: Blues, Soul

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Josh Smith,
Unna, Lindenbrauerei, 20.11.2012

Es ist ja so 'ne Sache mit den Vorschusslorbeeren. Josh Smith, der amerikanische Blues-Gitarrist aus Connecticut, geht immerhin mit Michael Landaus Empfehlung "Er ist einer der besten Gitarristen unserer Zeit. Jede Menge Klangfarbe und Feeling, leidenschaftlich und brillant … die Zukunft der Gitarre" ins Rennen.
So durfte man am Dienstagabend in der 'Lindenbrauerei' in Unna gespannt sein, wie sich der schwer talentierte Emporkömmling nach seinen hochgelobten letzten beiden Studioalben "I'm Gonna Be Ready" und "Don't Give Up On Me" bei seinem einzigen Konzert in NRW auf der Bühne schlagen würde.

Verdammt gut, um es kurz zu machen.
Als Saitenartist stellt Smith absolute Extraklasse dar, verzaubert mit seinem exquisiten Melodieverständnis und unerwarteten harmonischen Wendungen, sowie mit einem klaren und präzisen Telecaster-Ton, der seinesgleichen sucht und auch in längeren Solo-Passagen keine Langeweile aufkommen lässt. Als Sänger hatte er es ungleich schwerer, weil er an diesem Abend in Unna offenbar von einer leichten Heiserkeit geschlagen war, die ihm das Singen zur Anstrengung werden ließ, die er aber, ganz der Profi, relativ gut zu vertuschen suchte.

Josh Smiths drei musikalischen Begleiter, der Keyboarder Jeff Young, der bei CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL's Born On The Bayou-Cover mit klarer, prägnanter Soulstimme als Lead-Vocalist zu überzeugen wusste, der stoische, aber ungemein versierte Mike Mennel am Bass, der schon mit Größen wie Tom Jones und Mick Taylor musizierte und der elegant mit überzeugendem Understatement spielende Drummer Carl Lemar Carter (Joss Stone) boten dem vom äußeren Erscheinungsbild völlig unauffälligen Smith einen prima Teppich und die Standfestigkeit, die man braucht, um nach dem einen oder anderen abgehobenen Solo wieder sicheren Halt zu finden.

Das für den überschaubaren Zuschauerstrom etwas zu groß geratene 'Kühlschiff' der Lindenbrauerei, hätte man zwar lieber gegen eine kleine und gemütliche Eckkneipe getauscht, doch Wunschkonzerte finden bekanntlich frühestens Weihnachten statt. So quittierten die wenigen Dutzend Zuschauer Smiths Exkurse in die Welt des weiten Blues und Soul mit herzlichem Szenenapplaus und fanden sichtlich Gefallen an Songs wie Penance vom rein instrumentalen "Inception"-Album, You And Me, Only You und Where's My Baby (samt Publikumanimationsteil) vom "I'm Gonna Be Ready"-Longplayer und einem stattlichen Anteil brandneuer Tracks vom "Don't Give Up On Me"-Album (u.a. Made For Me; That Ain't Me; Don't Give Up On Me).
Die vollfetten Horn- und Streicherarrangements, die diese herrliche 70's-Atmosphäre auf Smiths neuester Platte kreieren, konnte der Bandleader mit dieser verknappten Combo natürlich nicht maßstabsgetreu umsetzen, doch die gehaltvolle Substanz der Songs blieb dabei glücklicherweise nicht auf der Strecke. Dieses ausgebuffte Quartett hatte wahrlich einiges zu bieten. Und wenn die Zukunft der Gitarre sich so anhört wie Smiths Tele und seine Morgan-Amps, sollte einem vor den nächsten Jahren nicht bange werden.

Frank Ipach, 20.11.2012

 

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