Uriah Heep

Celebration


CD-Review

Reviewdatum: 25.10.2009
Jahr: 2009
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Uriah Heep
Celebration, Edel, 2009
Mick BoxGuitar, Vocals
Bernie ShawLead Vocals
Phil LanzonKeyboards, Vocals
Trevor BolderBass, Guitar, Vocals
Russell GilbrockPercussion, Vocals
Produziert von: Diverse Länge: 62 Min 23 Sek Medium: CD
01. Only Human (New Song)08. Free Me
02. Bird Of Prey09. Free And Easy
03. Sunrise10. Gypsy
04. Stealin'11. Look At Yourself
05. Corridors Of Madness (New Song)12. July Morning
06. Between Two Worlds13. Easy Living
07. The Wizard14. Lady In Black

BLUE ÖYSTER CULT haben es Mitte der 1990er gemacht, KISS in jüngster Zeit und URIAH HEEP jetzt ebenfalls - alte Klassiker neu eingespielt! Während die Ergebnisse bei den zwei Erstgenannten die Neuaufnahmen rechtfertigten, bleibt im Fall der Heepster die ganz große Euphorie aus. Von frischem Wind fehlt anfangs jede Spur, eher kommt das Gefühl eines gemütlichen Zusammenseins alter Kameraden auf. Erstaunlich, hatte der Fünfer doch im Vorjahr mit "Wake The Sleeper" ein kraftvolles Comeback eingespielt. Ums mit dem Fussball zu halten - bei "Celebration" hat man glatt die erste Halbzeit verpennt und startet erst in der zweiten Hälfte zur furiosen Aufholjagd!

Zum vierzigsten Geburtstag legen HEEP mit "Celebration" ein Album hin, welches trotz verzögertem Start immer noch Spaß macht. Voraussetzung: Man ist ein Fan der Briten! Neueinsteiger wird es vermutlich durch diese Scheibe, wenn überhaupt, nur wenige geben.
Nachdem Bernie Shaw seit über zwanzig Jahren hinter dem Mikro steht, ergeben die Studioaufnahmen der alten Hits für langjährige Konzertgänger durchaus einen Sinn, ist der Mann doch immerhin länger in der Band als alle seine Vorgänger zusammen.
URIAH HEEP werden häufig auf den Zeitraum Anfang bis Mitte der Siebziger reduziert, was die Songauswahl auf "Celebration" auch nicht widerlegen kann, stammen eben die meisten Tracks aus jener Phase. Shaw scheint sich hier auch am wohlsten zu fühlen, denn seine Interpretation von Free Me ("Innocent Victim"; 1977) geht doch bedenklich in die Hose.
Die beiden neuen Songs auf "Celebration" (Only Human, Corridors Of Madness) fallen unspektakulär aus und wirken wie Fremdkörper auf einem Album, bei welchem man beim ersten Hördurchgang vielleicht erst mit Free And Easy beginnen sollte. Dessen krachende Version ist der perfekte Einstieg in folgende Glanznummern wie Gypsy, Look At Yourself, July Morning, dem rasenden Easy Living und der unverwüstlichen Lady In Black. Der berühmte Mix aus Wah-Wah-Orgien, Hammondorgel und besinnlichen Momenten wird hier perfekt dargeboten.

Gitarrist Mick Box ist der letzte Mohikaner im Bandlager. Seine Kollegen haben im Laufe der Jahrzehnte häufig gewechselt und mit ihm in vielen Ländern der Erde gespielt. Auch wenn URIAH HEEP nicht die Popularität von DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN oder BLACK SABBATH erreichten und heute in kleineren Hallen auftreten, so ist ihre Bedeutung für den Hardrock keineswegs zu unterschätzen. Vielleicht fehlte es einfach spätestens seit dem Ausstieg ihres Masterminds Ken Hensley neben einem überragenden Songschreiber am nötigen Charisma.
HEEP sind die netten Rocker von nebenan, welche auch in kleineren Orten spielen und stets für solide Konzerte gut sind. Dort sind sie dann erfahrungsgemäß von Beginn an auf Betriebstemperatur!

Jürgen Ruland, 24.10.09

 

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