Vain

All Those Strangers

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.02.2010
Jahr: 2010
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Vain
All Those Strangers, Music Buy Mail, 2010
Davy VainGesang
Danny WestGitarre
Jamie ScottGitarre
Ashley MitchellBass
Louie SenorSchlagzeug
Produziert von: Vain Länge: 51 Min 30 Sek Medium: CD
01. Love Drug07. Freak Flag
02. Planets Turning08. Here Comes Lonely
03. Shooting Star09. Shouldn't Cry
04. It's Too Bad10. Do You Sleep With Strangers
05. Faraway11. Looking Glass
06. Wake Up

Zum Glück hat der Rock’n’Roll ein gutes Gedächtnis und einen Sinn für Gerechtigkeit. Denn ansonsten wäre VAINs “All Those Strangers“ wohl auf ewig verloren gegangen. Denn die Band hatte mit ihrem zweiten Album das Pech, dass ihr Label Island Records gerade finanziell kollabierte und sie in der anschließenden Grunge-Welle keine neue Plattenfirma fanden, die bereit war das Album zu veröffentlichen.

Aber mit 19-jähriger Verspätung kommt nun das Zweitwerk endlich auf den Markt und hat immer noch – oder gerade wieder - gute Chancen, seine Anhänger zu finden. Denn VAIN machen hier traditionellen Hard Rock mit einigen, aber eher dezenten, Sleaze-Anleihen. Wem POISON mit CC DeVille an der Gitarre immer zu eingängig-angebiedert waren und wer auf AEROSMITH zu “Permanent Vacation“-Zeiten steht, der kann auch bei “All Those Strangers“ bedenkenlos zugreifen.

Sicher, der Sound ist eben typisch für Hard Rock-Produktionen Ende der 1980er/1990er Jahre. Heute würde man sich etwas mehr Druck und eine richtige Wall Of Sound wünschen. Da damals aber noch richtig ordentlich für Studio-Zeit bezahlt werden musste konnten sich das Bands wie VAIN eben kaum leisten, zumal das Label wie oben beschrieben ohnehin schon kurz vor dem Kollaps stand.

Aber die Gitarren machen ihre Arbeit sehr ordentlich und verwöhnen neben den griffig-eingängigen Riffs mit dem ein oder anderen schönen Solo. Der Gesang hat etwas von Andrew Wood (MOTHER LOVE BONE) und ist irgendwie verträumt-melancholisch-humorvoll-exaltiert-rotzig. Bass und Schlagzeug sind wie es bei dieser Musik so häufig der Fall ist, eher von der unspektakulär-unauffälligen Art. Akzente sucht man auf dieser Ebene vergebens.

Die Akzente sollen aber auch nicht bei den instrumentellen Fähigkeiten gesetzt werden, das können andere Bands wie etwa MR. BIG wesentlich besser. Entscheidend sind die Songs und die können sich hören lassen. Ein Stück wie Freak Flag hätte ich persönlich nun nicht auf der Platte gebraucht, aber der Rest kann dafür umso mehr überzeugen. Meine Favoriten finden sich dabei vor allem in der ersten Hälfte des Albums. Anspieltipps wären da der freche Opener Love Drug, das abwechslungsreiche Planets Turning, das etwas funkige Shooting Star, die schöne Ballade It’s Too Bad (eben nicht typische Akustik-Gitarren-Ballade à la Every Rose Has Its Thorn) und die groovigen Faraway sowie Wake Up.

Damit ist auch schon klar, das Werk ist etwas „top-heavy“ (sprich: die besten Lieder stehen alle am Anfang), denn ab Position 7 (eben besagtes Freak Flag) lassen die Songs doch merklich in der Qualität nach. Aber gegen die ersten sechs Songs ist auch schwer „anzustinken“, so dass der Spannungsbogen zum Ende hin deutlich abflacht. Unter Strich bleibt aber ein gutes Rock-Album, das zum Glück doch noch mit 19 Jahren Verspätung veröffentlicht wird. Für Fans des 1980er-Jahre-Hard Rock ist “All Those Strangers“ sicherlich eine schöne Entdeckung.

Marc Langels, 25.02.2010

 

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