Various Artists

Crazy Heart - Original Motion Picture Soundtrack

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.03.2010
Jahr: 2009
Stil: Country

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Various Artists
Crazy Heart - Original Motion Picture Soundtrack, New West Records, 2009
T Bone BurnettAcoustic Guitar
Buddy MillerElectric Guitar
Dennis CrouchAcoustic Bass
Greg LeiszPedal Steel
Thomas CanningPiano
Joel GuzmannSqueeze Box (Akkordeon)
Ryan BinghamAcoustic Guitar, Vocals
Elijah FordBass
Corby SchaubElectric Guitars
Jay BelleroseDrums
Stephen BrutonElectric Guitar
Patrick WarrenPump Organ
Produziert von: T Bone Burnett & Stephen Bruton Länge: 48 Min 53 Sek Medium: CD
01. Hold On You - Jeff Bridges09. Are You Sure Hank Done It This Way - Waylon Jennings
02. Hello Trouble - Buck Owens10. Fallin' & Flyin' - Colin Farrell & Jeff Bridges
03. My Baby's Gone - The Louvin Bros.11. Gone, Gone, Gone - Colin Farrell
04. Somebody Else - Jeff Bridges12. If I Needed You - Townes Van Zandt
05. I Don't Know - Ryan Bingham13. Reflecting Light - Sam Phillips
06. Fallin' & Flyin' - Jeff Bridges14. Live Forever - Robert Duvall
07. I Don't Know - Jeff Bridges15. Brand New Angel - Jeff Bridges
08. Once A Gambler - Lightnin' Hopkins16. The Weary Kind - Ryan Bingham

"Country ist der Blues des weißen Mannes", sagte Jeff Bridges, frisch ausgezeichneter Oscar-Gewinner für den Kinostreifen "Crazy Heart", neulich in einem 'Stern'-Interview. Es geht hier um Verlust, Schmerzen und gebrochene Herzen. Beim Blues ist es nicht viel anders. Der inzwischen 60-jährige Jeff Bridges, der einst den abgefahrenen 'Dude' in dem erinnerungswürdigen Film der Coen-Brüder "The Big Lebowski" gab, hat es endlich geschafft, diesen prestigeträchtigen Preis der amerikanischen Filmindustrie einzuheimsen. Glückwunsch. Er hat es mehr als verdient, sagt nicht nur der Rezensent, der allerdings nicht allzu viel Ahnung von der Kinowelt hat.

Doch bei Hooked-On-Music geht es nicht um Kinofilme, sondern um Musik. Und wie es sich für einen ordentlichen Hollywood-Streifen gehört, darf ein passender Soundtrack natürlich nicht fehlen. Wenn man diesbezüglich hinter die Kulissen schaut, wird man dann bei aller Freude über Bridges' Oscar gleich ein wenig wehmütig, wenn nicht gar traurig, handelt es sich bei diesem Soundtrack doch um die letzte musikalische Wertarbeit eines großen, aber in weiten Teilen der öffentlichen Wahrnehmung eher beiläufig bekannten Künstlers, nämlich den Roots-Musiker, Gitarristen, Sänger und Songschreiber Stephen Bruton, der, wie Eingeweihte wissen, vergangenes Jahr an Krebs verstorben ist. Bruton komponierte einen Großteil des vorhandenen Materials, meist in Zusammenarbeit mit dem großartigen Produzenten T Bone Burnett, der sich ja vor einigen Jahren schon mit dem 'altmodischen' Country-Music-Soundtrack des ebenfalls von den Coen-Brüdern inszenierten Streifens "O Brother, Where Art Thou?" einen Namen über die eingeweihte Roots-Szene hinaus machte.

Bruton und Burnett ergänzen sich kompositorisch ganz wunderbar, so dass die Titel aus ihren Händen, die in den meisten Fällen erstaunlich überzeugend von Jeff Bridges intoniert werden, zu den Höhepunkten dieses Soundtracks gehören. Bridges, der im Film wie der etwas jüngere Bruder von Kris Kristofferson aussieht, verkörpert nicht nur auf der Leinwand den abgehalfterten Countrystar mit gehöriger Intensität, sonder auch im Tonstudio. Nun ist er aber auch kein Neuling, schließlich hat Bridges schon mal eine eher pop-orientierte Platte mit ex-Doobie Michael McDonald als Co-Produzent aufgenommen, nur die kennt hier in Deutschland wohl kaum jemand.
Einige der anderen Tracks werden von Country-Star Ryan Bingham interpretiert, ein Mann der ebenfalls weiß wie man singt, weitere stammen von Sam Phillips (ex-Ehefrau von T Bone Burnett), dem irischen Beau Colin Farrell, sowie Robert Duvall, der eine Billy Joe Shaver/Eddy Shaver Nummer zum Besten gibt.

Der Rest dieses recht gefälligen Soundtracks stammt aus der Ahnenkiste des Country. Die Altvorderen wie Buck Owens oder die Louvin Brothers kommen ebenso zum Zuge, wie Townes Van Zandt bzw. Waylon Jennings und letztendlich noch Lightnin' Hopkins als einziger reiner Bluesinterpret und machen aus "Crazy Heart" eine unterhaltsame Mischung, die zwar nicht umwerfend gerät, aber immerhin auf ordentlichem Niveau unterhält. Der Fluß des Albums windet sich etwas seltsam, weil die teilweise antiken Aufnahmen aus den Fünfziger und Sechziger Jahren (Owens, Louvin Bros. und Hopkins) nicht so recht in die neuzeitliche Klangszenerie passen wollen. Lässt man diese Tatsache unter den Tisch fallen, kann man sich mit "Crazy Heart" eine sehr hübsche Compilation an Land ziehen und besitzt, vorausgesetzt man hat auch den Film gesehen, eine schöne Erinnerung an so manch emotional aufgeladene Szene.

Frank Ipach, 14.03.2010

 

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