Various Artists

Deep South - The Story Of The Blues

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 22.05.2013
Jahr: 2012
Stil: Blues
Verlag: Ear Books

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Various Artists
Deep South - The Story Of The Blues, Ear Books, 2012
von: Peter Bölke
ISBN: 978-3-940004-98-7
Umfang: 156 Seiten
Preis: 39,95 € zzgl. Versandkosten

"Ear Books"? Ja, was ist denn das?, werden sich Manche fragen. Bücher fürs Ohr? Hörbücher? Oder was?
Dabei gibt’s dieses "Format" doch schon eine ganze Weile und letztlich ist das eine äußerst sinnvolle Kombination: Gedrucktes mit Hörbarem zu verbinden. Der Autor Peter Bölke widmet sich in "Deep South - The Story Of The Blues" eben jenem, wobei seine langjährige Leidenschaft auch dem Jazz mehr Zeilen einräumt, als sonst üblich.
In vier Sektionen ist das Buch unterteilt: "Folk / Classic Blues", "Piano Blues", "Jazz & Blues" und "Electric Blues", jede mit der entsprechenden CD begleitet. Nun kann man "Die Geschichte des Blues" natürlich nicht einem einzigen Buch zusammenfassen, und wäre es noch so umfangreich, aber Bölke und der Ear Books Verlag haben hier schon ein Werk geschaffen, welches Blues-Fans interessieren sollte. Das Schöne ist, dass man bei diesen Büchern eben auch den "Anhörungs-Unterrricht" genießen kann.
Am Besten legt man - bevor man weiterblättert - sowieso erst einmal die erste CD ein und hört sich die ersten Blues-Aufnahmen aus den 20er Jahren an. Interpreten wie Bessie Smith oder Ida Cox werden nicht umsonst bis zum heutigen Tage verehrt. Da fragt ruhig mal bei Blues-Ladies wie Sue Foley oder Marcia Ball nach. Das ist Blues-Grundausbildung, was hier zu hören ist. Man hört aber auch hier, dass sich der Blues von jeher aus verschiedenen Einflüssen zusammensetzte und auch wenn der Jazz im Buch erst später dran kommt, sind die New Orleans- und Dixie-Land-Zutaten hier deutlich zu hören.

Textlich wird das auf großformatigen Seiten begleitet, auf denen der Text in Deutsch und - direkt daneben - in Englisch abgedruckt ist. Darüber kann man geteilter Meinung sein, aber ich finde es überwiegend gar keine schlechte Idee. Im Zusammenhang mit "dem Blues", lassen sich manche Dinge im Englischen einfach besser ausdrücken. Man kann das auch als kleinen Sprachkurs nutzen und wenn es nicht interessiert, der bleibt halt beim deutschen Text und den schönen Bildern. Diese sind von durchwegs sehr guter Qualität, fangen mal eine Stimmung ein, geben Einblicke in die Atmosphäre, in der diese Musik gespielt wurde, und stellt einzelne Künstler in ganz- bzw. doppelseitigen Portraits vor.
Man könnte dieses Buch auch mit "The Journey Of The Blues" untertiteln, denn man reist hier vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit und bekommt dabei Reisegefährten, die kommen und gehen. Manche tauchen nur kurz auf, andere - wie Muddy Waters, John Lee Hooker oder Buddy Guy - schauen öfter vorbei.
Auf jeden Fall lernt man eine Menge neue Leute, und deren Bedeutung für den Blues und für andere Musiker, kennen. Die großen Namen kennt fast Jeder, aber hier trifft man auch Peetie Wheatstraw, Roosevelt Sykes, Memphis Slim und Pete Johnson. Gerade im "Piano Blues" Bereich findet sich da sicher manche Neuentdeckung.

In der "Jazz & Blues"-Abteilung wird klar, wie eng die beiden Stile zusammenhängen und dass auch die großen Jazz-Asse, wie Dizzy Gillespie, Miles Davis und auch Louis Armstrong einen starken Bezug zum Blues und Einfluss durch diesen hatten. Die Kenntnisse des Autoren im Jazz-Bereich kommen dem Leser hier zu Gute.
Gerade wenn es in den "Electric Blues"-Bereich geht, muss man hier wohl ein paar Abstriche machen, aber da wird es halt auch schwierig, weil weit verzweigt. Nicht nur, dass die ehemaligen, schwarzen, Folk Blues-Musiker die E-Gitarre für sich entdeckten, nein, da kamen ja nun auch immer mehr weiße Kids hinzu, die Blues - wie Gitarre - zu ihrem Ding machten.
Mit den ganzen Zusammenkünften von Rock'n'Roll, Country, R&B usw. kann man auf ein paar Seiten gar nicht mehr gerecht werden. Trotzdem finde ich Jimi Hendrix mit "Er spielte einen harten und schnellen Rock, verbrannte aber auch gern mal während eines Auftritts seine Gitarre und schlug sie in Stücke." Etwas schwach kategorisiert. Wer sich für Blues Rock interessiert, der kann ja woanders nachschlagen. Die CD zum "Electric Blues" finde ich wiederum sehr gelungen, da sie sich überwiegend mit den wichtigsten Interpreten beschäftigt, aber auch - z.B. mit Elvis und Chuck Berry - die Rock'n'Roll-Seitensprünge zitiert.
"Deep South - The Story Of The Blues" ist ein wunderschöner Bildband, mit tollen Aufnahmen, sowohl was die Bilder als auch was die Musik angeht und ist somit ein schönes Schmuckstück im Regal. Ob bei den CDs oder bei den Büchern, die Entscheidung obliegt dem Käufer.

Epi Schmidt, 19.05.2013

 

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