Velma

La Pointe Farinet 2949 M

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.01.2006
Jahr: 2006

Links:


Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Velma
La Pointe Farinet 2949 M, Gentlemen Records, 2006
Christophe Jaquet Vocals & Guitar
Christian Garcia Guitar & Electronics
Stephane Vecchione Drums
Produziert von: Mark van Hoen, Christian Garcia & Thierry van Osselt Länge: 55 Min 06 Sek Medium: CD
1. 32 Offices7. Quotidien
2. Growing Confusion8. 100% Sure
3. No Risk To Be Taken9. Blanquette
4. Sleeping Underwear10. Private Perfection
5. Metropolis11. Run
6. Voices Of The Ether

Vom Schweizer Kabarettisten Christian Überschall gibt es diesen schönen Spruch: "Hört mir auf mit Schneckenwitzen - ich kann diese zappeligen Tiere nicht leiden."
Unwillkürlich muss man an die bekannten Klischees denken, wenn man das erste Mal VELMA hört, schichten diese ihre Klangbilder doch geradezu bedächtig und behutsam übereinander. Was aber natürlich nichts mit rückständig oder einfältig zu tun hat - ganz bestimmt nicht, befinden sich die Westschweizer doch mit ihren Sounds wahrhaftig am Puls der Zeit. Nur weigern sie sich, mit dem Strom mitzuschwimmen, sondern loten vielmehr neue Möglichkeiten im Bereich Postrock, Artpop und Trip Hop aus um den Hörer bei jedem Durchlauf mehr in den Bann zu ziehen.

Ja, irgendwo hat diese Musik tatsächlich etwas hypnotisches an sich, wenn die Soundgletscher wie in Zeitlupe dahinschmelzen. Der absolute Knaller ist natürlich das MOTÖRHEAD-Cover Metropolis. Kaum zu glauben, man muss das einfach gehört haben.
Auch die Zusammenarbeit mit den ebenso unkonventionellen Hip-Hoppern von DÂLEK auf Voices Of The Ether ist bemerkenswert gelungen. Der sanfte, schräge, mitunter unwirklich scheinende Minimalismus, der aber so weit entfernt von eintöniger, schablonenhafter New-Age-Musik ist, sondern immer wieder bodenständig die Widerhaken ausfährt nimmt den Hörer, so er sich darauf einlässt, letztlich voll und ganz gefangen.

Wenn schließlich mit dem Neo-Bossa-Nova Run die Scheibe ausklingt, bekommt man Appetit auf mehr von dem Lausanner Trio. Eindrückliche atmosphärische Kost, die es lohnt, mal wieder die alten Kopfhörer herauszukramen und sich an langen dunklen Winterabenden in diese Klänge zu versenken.

Ralf Stierlen, 10.01.2006

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music