Velvet Revolver

Rockpalast

Live At Rockpalast

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 03.07.2012
Jahr: 2012
Stil: Hard Rock

Links:

Velvet Revolver Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Velvet Revolver
Live At Rockpalast, Eagle Rock, 2012
Scott WeilandGesang
SlashGitarre
Dave KushnerGitarre
Duff McKaganBass & Gesang
Matt SorumSchlagzeug & Gesang
Produziert von: Peter Sommer Länge: 85 Min 43 Sek Medium: DVD
01. Let It Roll10. Patience
02. She Mine11. She Builds Quick Machines
03. Do It For The Kids12. Get Out The Door
04. Just Sixteen13. Fall To Pieces
05. Big Machine14. It's So Easy
06. American Man15. Set Me Free
07. Vasoline16. Mr. Brownstone
08. The Last Fight17. Sex Type Thing
09. Interstate Love Song18. Slither

Schon vor dem aktuellen Trend, dass sich zusehends neue Supergruppen aus den Mitgliedern von anderen Bands bilden, hatten Slash, Duff McKagan und Matt Sorum (alle GUNS’N’ROSES) und Scott Weiland (STONE TEMPLE PILOTS) diese erfolgversprechende Idee und gründeten zusammen mit Dave Kushner (INFECTIOUS GROOVES) VELVET REVOLVER. Bei den Namen war Aufmerksamkeit vorprogrammiert und so konnte die Band aus dem Stand beachtliche Erfolge feiern (das Debüt “Contraband“ kletterte in den US-Charts auf Platz 1, der Nachfolger “Libertad“ bis auf Rang 5).

Dabei ist es noch verhältnismäßig einfach, im Studio so lange an den Feinheiten zu arbeiten, bis alle Musiker zufrieden sind. Und auch beim Videodreh kann man es recht einfach so aussehen lassen, als ob da wirklich eine Einheit vor der Linse stünde. Aber erst auf der Bühne zeigt sich wirklich ob eine Band auch funktioniert. Das können denn auch mittlerweile nicht mehr nur die Zuschauer vor Ort, sondern auch durch die technischen Möglichkeiten immer mehr Leute auf der Welt selber beurteilen. Zum Beispiel anhand dieses Live-Mitschnitts.

Mitgeschnitten wurde das Konzert am 29. März 2008 im Kölner Palladium im Rahmen der “Libertad“-Tournee, die die bislang letzte Tour der Band bleiben sollte, weil wenige Tage später schon die Wege von Sänger Scott Weiland und VR trennten. Dabei ist zumindest erwähnenswert zu erwähnen, dass Weiland bereits Tage zuvor angekündigt hatte, dies sei die letzte VELVET REVOLVER-Tour, was Slash flugs korrigierte: die Band werde sich nicht auflösen. Aber das nur für den Hinterkopf.

Dabei merkt man mit diesem Hintergrundwissen doch recht schnell, dass da eben keine verschworene Einheit auf der Bühne steht. Denn Interaktion findet zwischen Weiland auf der einen Seite und Slash, Duff, Kushner und Sorum auf der anderen so gut wie keine statt. Dabei kommt es natürlich aber zu keinem offenen Affront. Ob es an der Situation lag, dass jeder wusste: an diesem Abend wird mitgeschnitten, also reiß dich zusammen? Oder aber daran, dass die Fünf einfach zu begnadete Rocker sind, um das Publikum zu enttäuschen. Und außerdem haben sie ja auch eine Reihe an überzeugenden Argumenten in Song-Form dabei. Eben jene Mischung aus dem rotzigen Rock der Gunners und dem leicht schwermütigen Alternative Rock der STONE TEMPLE PILOTS.

Die Band präsentierte an dem Abend 18 Stücke, davon zwölf eigene, sowie drei der STONE TEMPLE PILOTS (Vasoline, Interstate Love Song und Sex Type Thing) und noch drei von GUNS N’ ROSES (Patience, It’s So Easy und Mr. Brownstone). Dadurch fällt aber im direkten Vergleich durchaus gravierend auf, wie viel besser die Stücke der Vorgängerbads sind. Einzig Fall To Pieces, She Buils Quick Machines, Set Me Free oder Slither können wirklich mit den Klassikern von STP oder den Gunners mithalten. Insofern scheint es nur konsequent, dass die Band seit 2008 durch die Suche nach einem neuen Sänger „auf Eis“ liegt. Schlussendlich muss man wohl auch konstatieren, dass es sie richtige Entscheidung war, getrennte Wege zu gehen. Auch wenn Weiland in jüngster Vergangenheit wieder Interesse signalisiert hat zu VELVET REVOLVER zurückzukehren ist die Band gut beraten, diese Offerten auszuschlagen.

Diese zehn Songs sind es dann auch, die an diesem Abend den meisten Eindruck machen konnten. Dabei ist es besonders beeindruckend, wie gut Weiland die Songs von Axl Rose singt. It’s So Easy wird genauso lässig wie rotzig dargeboten und die Idee mit dem Megaphon passt wirklich gut. Patience hat genau den richtigen melancholischen Unterton und Mr. Brownstone klingt von einem echten Junkie gesungen schon fast noch glaubwürdiger als im Original. Etwas verwunderlich ist dabei für mich, dass ein klasse Song wie Sucker Train Blues an diesem Abend fehlte. Er hätte die Setlist sicherlich deutlich bereichert.

Die Qualität der Aufnahme ist so, wie man sie vom Rockpalast gewohnt ist: nah dran am Geschehen, aus vielen verschiedenen Blickwinkeln keine unnötigen Spielereien sondern immer auf das Wesentliche konzentriert. So kann man Gitarren-Ikone Slash immer wieder – wenn auch meist nur kurz - mal auf die talentierten Finger schauen. Beim Sound ist auch alles im grünen Bereich, so dass technisch gesehen hier keine Einwände bestehen.

Im Vergleich zur ersten Live-DVD “Live In Houston“ präsentiert die Band hier das stärkere Programm (kein großes Wunder, hatte sie inzwischen noch ein zweites Album veröffentlicht, aus dem sie schöpfen konnte). Zumal liegt der Focus hier auf einer Gesamtperformance. Dieser Eindruck wurde bei “Live In Houston“ durch recht sinnfreie Aussagen einer Blondine und einige Interview-Sequenzen der Bandmitglieder erheblich gestört. Daher ist definitiv “Live At Rockpalast“ der Live-Mitschnitt der Band, der beim Kauf vorzuziehen ist.

Marc Langels, 29.06.2012

 

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