Vengeance

Soul Collector

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.01.2009
Jahr: 2009

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Redakteur(e):

Christian Gerecht


Soul Collector, Metal Heaven, 2009
Leon GoewieVocals
Barend CourboisBass
Jan Somers (der Dad)Guitars
Timo Somers (der Junior)Guitars
Eric StoutDrums
Produziert von: Micheal Voss Länge: 45 Min 44 Sek Medium: CD
01. Cross In The Rain07. I Never Felt That Way Before
02. Wait Until The Sun Goes Down08. Dance Dance Dance
03. Soul Collector08. Rock And Roll Band
04. Samurai09. So Many Times
05. What The Hell10. Lean On Me
06. Myspace Freak

"Alter Verwalter, was war 'Back In The Ring' für ein Killer!", war der erste Gedanke des Schreibers, als ihm VENGEANCE' "Soul Collector" auf den Tisch flatterte. Misstrauisch wurde die CD erstmal beäugt. Der Kasper/Joker/Punch auf dem Cover macht ja nun nicht gerade einen unsympathischen Eindruck. Trotzdem lehrte des Rezensenten Großmutter, und das war eine sehr weise, alte Frau, dass man Kaspern und Clowns ein gewisses Misstrauen entgegenbringen sollte. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, kommt verhaltene Neugier an der CD auf.
"Was mag wohl drin stecken...?"
"Wird sie das Niveau des 2006er Vorgängers halten?"
Keine Sorge, auch wenn der Autor die Scheibe mit größeren Vorbehalten in den Player schob: Sie ist gelungen! Natürlich toppt sie "Back In The Ring" nicht, aber sie muss sich auch nicht dahinter verstecken.

Der Opener Cross In The Rain ist schon mal eine geballte Midtempo-Packung. Spannend (ja geradezu packend und zubeißend) arrangiert, ist diese Nummer ein Einstieg nach Maß!
Das folgende Wait Until The Sun Goes Down kann dieses Niveau zwar nicht halten (die Hook ist mir einfach zu simpel), weiß aber dennoch mit klasse Vocals und brennenden Gitarren zu punkten. Überhaupt: Geowie's Stimme merkt man die Jahre kaum an. Auch heute noch ein Shouter wie aus dem Bilderbuch!
Mit Soul Collector klatschen uns VENGEANCE dann ein weiteres Hardrock-Päckchen um die Ohren. Knackiger Bass, beißende Gitarren, klasse Drums und Geowie lässt sich ebenfalls nicht lumpen und singt alles in Grund und Boden!
Nächstes Perlchen: Samurai beginnt zwar mit etwas banalem Samurai-Gegockel, steigt dann aber steil bergan und entwickelt sich zu einer wahrhaft prachtvollen Hymne. Definitiv einer der besten Tracks auf "Soul Collector"; vielleicht sogar der Beste!
Wer jetzt aber dachte, dass VENGEANCE auf diesem Niveau weiter machen, wird mit What The Hell enttäuscht. Seid mir nicht bös', aber watt is dat denn für ein simples, aufgesetztes Metal-Balladen-Gedöns? Gut, man kann's hören ohne gleich weiter zu zappen, aber mit der Nummer holt die Band keine Henne aus'm Stall. Zum Glück schieben die Holländer das sympathisch-chaotische Myspace Freak hinterher. Eine Nummer, bei der sich die Köpfe von ganz alleine schütteln werden. Eine 1a-Vorstellung!
Die Halb-Ballade I Never Felt That Way Before brennt sich mit ihrem genial-eingängigen Chorus dermaßen scharf in die Hirnwindungen, dass der Rauch aufgeht. Genauso muss VENGEANCE sein: Starke Hook, brillante Gitarren und temperamentvolle Vocals. Da bleibt sogar der nichts sagende "Nanananana-Singsang" verzeihbar.
Ein weiteres Schmuckstück finden wir in Dance Dance Dance. Der Song hat, auch wenn er für den Einen oder Anderen erstmal ein bisschen eckig scheint, einen ganz mächtigen Tiefgang und erschließt sich vielleicht nicht gleich. Einhören wird aber in jedem Fall belohnt, denn die Nummer brilliert mit herrlichen Gitarren, sattem Groove und sparsam, aber optimal eingesetzten Keybords. (Geowie's Vocals hab' ich ja nun schon oft genug gelobt...)
Rock And Roll Band startet mit einem einprägsamen Basslauf und schneidenden Gitarren. Mit fetzenden Boogie Riffs mausert sich die Nummer zu einem einfachen, aber herrlich straight nach vorne bollernden Rocksong. So simpel und doch so heiß kann Hardrock sein! Gleiches ist zu So Many Times zu sagen. Der Song erinnert mich ein wenig an goldene DIO Zeiten. Die Gitarren kommen böse, die Soli schneidend, der Bass hart und die Drums treibend. Da bleibt einem erstmal nur die Klappe offen stehen!
Die etwas dudelige Ballade Lean On Me drückt den Pegel zwar wieder ein kleines bisschen, ist aber, wie What The Hell, definitiv keine Nummer, die man vor lauter Frust wegzappen müsste. Das Ganze scheint mir, als hätten sich VENGEANCE mit den späten URIAH HEEP verbrüdert um einen Gegenpol zu deren Free Me zu schaffen. Keine Sorge, Lean On Me ist zwar nicht so banal wie der eher naive HEEP Output, aber mit Ruhm bekleckern sich VENGEANCE damit auch nicht.

Fazit: Mit "Soul Collector" schieben VENGEANCE ein starkes Hardrock-Album auf den Markt. Melodisch-einprägsame, harte und (zumindest in einem Fall) brillant-eckige Nummern mit (meist) Tiefgang. Satte Bassläufe, bollernde Drums, erstklassige (Vater und Sohn-)Gitarren und perfekt arrangierte Vocals. "Back In The Ring" wird nicht getoppt, aber das hat ja wohl eh keiner ernsthaft erwartet. "Soul Collector" kann man als solides, sehr gutes Album allen Hardrockern nahe legen. Das Niveau von VENGEANCE müssen andere erstmal erreichen. So gesehen ist das Album, ganz früh im Jahr, schon mal eine exzellente Steilvorlage. Anspieltipps wären m.E. Cross In The Rain, Samurai und Rock And Roll Band. Wer's gerne etwas kantiger mag, der kann sich schon mal in Dance Dance Dance einhören. Es lohnt!
Trotz der drei nicht ganz so dollen Nummern ein klasse Album. Vier von fünf Pünktchen, würd' ich mal sagen...

Christian "Grisu" Gerecht, 21.01.2009

 

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