Walt Wilkins

Mustang Island

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.02.2005
Jahr: 2005

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Walt Wilkins Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Walt Wilkins
Mustang Island, CoraZong Records, 2005
Walt Wilkins Vocals, Acoustic Guitars
Mike Daly Slide, Steel Guitars
Mickey Grimm Drums, Percussion
Tim Lorsch Fiddle, Mandolin, Octave Violin
Rick Plant Electric Guitars
Ron de LaVega Upright & Electric Bass
Produziert von: Walt Wilkins & Tim Lorsch Länge: 51 Min 50 Sek Medium: CD
1. I chose this road7. When there's no money comin' in
2. Grand ennui8. If it weren't for you
3. We've all got our reasons9. Privileges of youth
4. Someone somewhere tonight10. One way rider
5. Wrapped11. Tonight I might
6. Long winter12. Bonus Track

Walt Wilkins, für interne Kenner der Country- bzw. Americana-Szene sicher kein Unbekannter, lebt und arbeitet momentan in Nashville und nahm dort auch sein aktuelles Album "Mustang island" auf.
Viele Jahre brachte der Texaner allerdings in Austin zu, spielte dort seit seinem vierzehnten Lebensjahr in unterschiedlichsten Bands und machte sich in späteren Jahren einen Namen durch diverse Auftragsarbeiten für die Film- und Fernsehindustrie und vor allem weil seine Songs gerne auch von namhaften Künstlern wie Ricky Scaggs, Kenny Rogers & Pam Tillis aufgenommen wurden, um kleinere oder grössere Hits zu landen und dadurch des Komponisten Auskommen zu sichern.

Nun hat sich Wilkins aufgemacht, mal wieder ein eigenes Album zu kreieren. Er nahm bei den elf zur Verfügung stehenden Titeln mehrfach die Hilfe illustrer Kollegen wie Danny Flowers, Jamie Richards und Liz Rose in Anspruch. Und griff sogar auf zwei Cover-Versionen von Michael Nesmith und Kevin Welch zurück.
Ein rundum sympathisches Album ist es geworden. Wilkins bewegt sich zwar mit einer vermeintlich texanischen Songwriter-Pose durch sein Metier, besitzt aber die Gabe, seinen Songs eine Art von Leichtigkeit mitzugeben, die manch anderem Songwriter abgeht.
Nun gut, böse Zungen mögen behaupten, es fehle Wilkins' Songs an Tiefe. Das hat er wohl in Nashville gelernt, sagt der Gehässige. Auch okay. Fakt ist, die Lieder bereiten dem Hörer zumeist eine gute Zeit. Die Melodien sind eingängig und griffig, aber auch nicht zu banal. Gut dosiert.
Wilkins greift Themen des alltäglichen Stadt- oder Landlebens auf, beschäftigt sich mit der Weite des Landes, mit Fernweh, ja, und natürlich mit der Liebe. Aber immer so, wie es sich für einen Songwriter texanischer Prägung geziemt: ehrlich und mit dem nötigen Augenzwinkern oder aber hoffnungslos romantisch.

All dies macht den Charme vieler guter Songwriter aus. Und Walt Wilkins macht hier keine Ausnahme, denn die Zutaten seiner Lieder sind absolut passend gewählt. Wilkins verfügt über eine sehr einnehmende und leicht angeraute Stimme, in der eine Menge Soul mitschwingt und so der Cowboy-Knarzigkeit und einer gewissen Eindimensionalität entgehen kann.
Er komponiert durchweg gute und schöne oder zumindest, im schlechtesten Falle, nette Songs, die dann aber immer noch ganz kurz vor der Beliebigkeit die Kurve kriegen und stattet sie mit authentischem Roots-Instrumentarium aus: Akustikgitarre, Steelguitar, Mandoline, Slide-Guitar, Fiddle und immer wieder wohlklingenden Harmony-Vocals.

Auffällig wird das Michael Nesmith-Cover Grand ennui von 1971, das Walt Wilkins klug ausgewählt und zu einem dampfenden Swamp-Groove-Killer-Teil umfunktioniert hat und mit rumpeligen Wah-Wah-Gitarren von Danny Flowers im Stile eines Tony Joe White durch den Sumpf waten lässt.
Das Sieben-Minuten-Midtempo-Pathos von Tonight I might besticht durch weitläufige Atmosphäre und tolle Akustik- und E-Gitarrenarbeit, die den Blick zum Horizont öffnen und frische Luft verschaffen.
So reihen sich die Songs mit Höhen und vereinzelten Tiefen wie auf einer Perlenschnur aneinander und je nach Lichteinfall, je nach Tageszeit und Laune darf man sich am sachten Funkeln dieser Juwele erfreuen. Und solange ein Album im Dunkeln zu glitzern vermag, hat es seinen Zweck erfüllt.

Frank Ipach, 16.02.2005

 

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