Anne Clark

Jens Bader

Wendlingen, Live Club, 07.08.2009

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 30.08.2009
Stil: Synthie Pop

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Anne Clark, Jens Bader,
Wendlingen, Live Club, 07.08.2009

Die Zeichen stehen auf Abschied. In Wendlingen findet an diesem Abend nicht nur das letzte Konzert der "The smallest acts of kindness"-Tour statt, sondern es ist zugleich auch die letzte Show von Rainer von Vielen und Niko Lai als Mitglieder der Anne Clark Band.

Zuvor allerdings bestreitet Jens Bader einen seiner ersten Live-Auftritte und hinterlässt zumindest bei mir einen nur bedingt überzeugenden Eindruck. Bader ist ein unscheinbares Bürschchen mit dem Charisma eines Laternenpfahls und trällert begleitet von einem Keyboarder belanglose Synthiepop-Liedchen vor sich hin. Das hat mehr von einem Auftritt in einer Karaoke-Bar, wie von einem Konzert.

Für eine Bühne von dieser Größe ist einfach etwas mehr Präsenz und Ausstrahlung erforderlich um nicht völlig deplatziert zu wirken. Lediglich bei dem von einer Tänzerin begleiteten Fairy princess herrscht ein bisschen Leben auf den Bühnenbrettern und der junge Mann wäre gut beraten entweder sein Livekonzept grundlegend zu überdenken oder sich wie bisher auf Studioaufenthalte zu beschränken. In dieser Form taugt das jedenfalls nichts.

Umso beeindruckender ist dann der Auftritt von Anne Clark. Auch wenn die Tournee unter dem Motto "The smallest acts of kindness" steht, so überrascht es doch ein wenig, dass bis auf den keinesfalls schwachen Opener Nothing going on das hervorragende Album komplett präsentiert wird.

Führt man sich allerdings vor Augen, dass Anne Clark mit diesen Stücken die gesamte Bandbreite ihres Schaffens abdecken kann, von mitreißenden Tanzflächenfegern bis hin zu fragilen, emotionalen Klangeweben, so ist es nachvollziehbar sich auf das aktuelle Material zu konzentrieren. Zudem ist die Show umfangreich genug um einer ganzen Menge Klassiker der großen Dame des Dark Wave Raum zu bieten, angefangen bei Elegy und Wallies aus den Achtzigern bis hin zu Stücken neueren Erscheinungsdatums wie Nightship.
Natürlich dürfen auch die ganz großen Hits Sleeper in Metropolis und Our darkness nicht außen vor bleiben.

Anne Clark interpretiert ihre Werke in ihrer unnachahmlich fesselnden Art und sorgt dabei für so manchen Gänsehautmoment. Trotz ihrer dominanten Bühnenpräsenz finden ihre musikalischen Mitstreiter immer wieder Freiräume um selbst glänzen zu können. Besonders Rainer von Vielen sorgt an seinem letzten Abend mit Anne Clark mit seiner facettenreichen Gesangsdarbietung für einen unvergleichlichen Livemoment.

Die Faszination, die von Anne Clark und ihrer Musik ausgeht ist schwer zu fassen, wenn man es nicht mit eigenen Sinnen erfahren hat. Auch an diesem Abend gelingt es der ausdrucksstarken Künstlerin ihr Publikum in den Bann zu ziehen, aus dem Alltag herauszulösen und in einen fast schon hypnotischen Rausch zu versetzen. Ein großartiges Konzert.

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Martin Schneider, 07.08.2009

 

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