Kelly Pardekooper

Rusty Nails

Wesel, Karo, 11.02.2005

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 11.02.2005

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Wesel, KARO, 11.02.2005

Es war ein gelungener Abend, denn alle Beteiligten hatten Spass. Das KARO als Veranstalter, in Person seines Chefs Mathias Schüller, weil er einerseits schon mal ein bisschen Werbung für seine aktuelle CD "Der goldene Plan" machen konnte (das Album lief im Vorfeld des Gigs über die Hausanlage) und andererseits mit mehr als 80 zahlenden Zuschauern seinen Etat gedeckt sah.
Rusty Nails Meine alten Kumpels Michael Mann und Klaus Baumgart (s.a. WAITING FOR LOUISE), die mit ihren wieder auferstandenen RUSTY NAILS und gar nicht so rostigen Songs das Publikum in gutgelaunte Stimmung versetzten und als 'supporting act' vor sachverständigem und interessiertem Publikum aufspielen durften.

Und der aus Iowa stammende und derzeit in Nashville lebende Kelly Pardekooper samt Band aus genau den gleichen Gründen. Denn die Hörerschaft im KARO kommt, weil sie Musik liebt und nicht nur um am Tresen abzuhängen und lauthals über so bedrückende Probleme wie Arbeitslosigkeit, Schiedsrichterskandale oder die Aussichten auf die Halbwertzeit der Ehe zwischen Prinz Charles und und seiner Camilla zu schwadronieren.

Kelly Pardekooper Dieser Freude verlieh Meister Pardekooper jedenfalls auch mehrmals Ausdruck, indem er z.B. die zumeist drastischen Zustände für kleinere und halbwegs namenlose Bands in den U.S.A. mit dem aufmerksam und andächtig lauschenden Publikum im KARO verglich. Gewiss sind Pardekooper und seine Band keine Anfänger und haben wohl so manches erlebt, um die Offenherzigkeit der Weselaner Musikfreaks richtig einzuschätzen. Und ganz sicher spüren die Fans im KARO auch, wenn eine Band mit Enthusiasmus und dem nötigen Feeling für den richtigen Song an der richtigen Stelle zu Werke geht.
Somit waren also alle Weichen gestellt, um dem nasskalten Freitagabend einen nachhaltigen Eindruck zu verleihen.

Kelly Pardekooper Pardekooper zelebrierte eine kurzweilige und stets köchelnde Mischung aus abgehangenem Roots-Rock mit all seinen Verästelungen in Richtung Singer-Songwriter, Country und Blues.
Der irische Gitarrist Eric Straumanis zeichnete sich durch zahlreiche messerscharfe Soli auf seinen diversen Telecasters aus und brillierte in seiner Rhythmusarbeit mit blitzsauberem Twang oder gelegentlichem Schmutz in deftiger Manier.
Die süffigen Songs des aktuellen "Haymaker Heart"-Albums, wie Take me to my home, Your caboose und Not in Iowa wurden ebenso fulminant dargeboten, wie der eine oder andere Streifzug durch Kellys früheres Schaffen.
Bassist und "Haymaker Heart"-Produzent John Svec überzeugte unterdessen mit einfühlsamen Bassläufen und dezentem, aber absolut stimmigem Background-Gesang. Während Drummer Matt Winegardner durch punktgenaues, energiegeladenes und variables Spiel das verlässliche Rückgrat der Combo bildete.

Kelly Pardekooper Das angenehm unprätenziöse und sympathische Agieren Kelly Pardekoopers zog sich wie ein roter Faden durch das komplette anderthalbstündige Programm und mündete in drei frenetisch eingeforderten Zugaben-Songs. Wobei der authentisch knackende Folsom Prison Blues (Johnny Cash) und das rotzige STONES-Cover Sympathy for the devil den Abend auf gelungene Weise beschlossen.
Die anschliessende Autogramm-und-CD-Verkaufsprozedur wird den Herren um Kelly Pardekooper sicherlich noch einige Tage angenehm in Erinnerung bleiben.

Frank Ipach, 12.02.2005

 

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