The Silos

Wesel, Karo, 21.04.2006

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Konzertbericht

Reviewdatum: 21.04.2006

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Wesel, Karo, 21.04.2006

Freitag, der 21.April 2006, der erste Sonnentag seit Äonen, und abends ins verqualmte 'Karo'. Seit Monaten an arktische Temperaturen gewöhnt, vermittelten die träge dahindümpelnden Luftmassen im Weseler 'Karo' eine etwas unangenehme Atmosphäre. Andere sagen, dies sei Rock'n'Roll, doch ich bin der Meinung, an solchen Tagen ein Rauchverbot zu verhängen (ja, ja, mault ihr nur rum).

Doch angesichts der Tatsache, dass sich die drei Jungs von den SILOS angesagt hatten, wurde dies zunächst zur Nebensächlichkeit.
Matthias Schüller, der Leiter des 'Karo', lud seine alten Kumpels aus Amerika zum wiederholten Male an den Niederrhein und liess es sich nicht nehmen, im Vorprogramm abermals eine Prise Lokalkolorit zu streuen, indem er den jungen Singer-Songwriter Sebastian Müller aka Captain's Diary bat, den Abend zu eröffnen. Der Captain trug seine folkigen Kleinode mit überaus sympathischer Stimme vor und legte im Laufe des Gigs gottlob seine Nervosität etwas ab. Eine ansprechende Vorstellung.

The Silos THE SILOS bretterten dann ziemlich feist mit dem Opener (Behind me now) ihres aktuellen Albums "Come On Like The Fast Lane" los und haderten anfänglich mit der Ungeschicklichkeit (wenn nicht Unfähigkeit) des Mixers, der es wohl verschlief, die Lead-Vocals von Walter Salas-Humara auf die P.A.-Boxen zu legen. Walter brach nach einigen Takten den Song ab und wies den Soundmann recht besonnen an, diesen Umstand schnellstmöglichst zu ändern. Neues Spiel, neues Glück.
Konrad Meissner, der Drummer, machte gleich während des ersten Songs klar, dass er ein Meister seines Fachs ist und knallte mit enthusiastisch gebündelten Kräften erstaunlich filigrane und atemberaubende Rhythmusfiguren in den Saal. Da die SILOS im Gegensatz zu ihren beiden letzten, recht üppig gestalteten Alben, auf die rohe Energie ihres angestammten Trioformats vertrauten, konzentrierte Meissner mit seinem überaus versierten Schlagzeugspiel natürlich einiges an Aufmerksamkeit auf seine Person. Sehr beeindruckend.
Im Vordergrund standen logischerweise die verdammt rockigen Titel des neuen Albums, z.B. Tell me you love me, I won you won, Come on like the fast lane und Keeping store, die durch den Wegfall der blumigen Gitarrenfiguren, die das Album letztlich so hochinteressant werden liessen, etwas an Schönheit und Finesse verloren, aber in diesen skelettierten Versionen bewiesen, dass ein ordentlicher Rocksong nicht unbedingt mehr als eine verzerrte Gitarre, Bass und Schlagzeug braucht.

The Silos Die kleineren Erholungspausen, die die SILOS dem Publikum gönnten, wurden durch die ergreifenden Lap-Steel-Darbietungen des sichtlich abgespeckten Bassmanns Drew Glackin versüsst. Das tat so einem atmosphärisch dichten Wüstensong wie People are right natürlich besonders gut.
Bandvorsteher Walter Salas-Humara machte seinerseits nicht allzu viele Worte, sondern setzte auf raue Musikalität und den Einsatz seiner diversen Verzerrer, die er ein ums andere Mal schreiend aufheulen liess. Das führte im Laufe des 90-minütigen Konzerts zwar zu der einen oder anderen Länge und zu dröhnenden Feedbackorgien, die den Spannungsbogen fast überdehnten, wurde aber vom Weseler Publikum durchaus freudestrahlend goutiert.

The Silos Eines haben die SILOS mit ihrem unterhaltsamen Gig unumstösslich bewiesen: Sie verfügen über eine stattliche Anzahl guter Songs, sind als Band absolut 'tight' und rocken das Haus bis die Schwarte kracht. THE SILOS als Powertrio. Die subtilere Seite der Band findet man auf dem neuen Album.


Frank Ipach, 21.04.2006

 

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