Whiskey Myers

Road Of Life

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.11.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Steve Braun


Road Of Life, Smith Entertainment, 2008
Cody CannonLead- & Background Vocals, Rhythm-Guitars
Cody TateLead- & Background Vocals, Lead-Guitars
John JeffersLead Guitars, Background Vocals
Gary BrownBass, Background Vocals
Jeff HoggDrums
Produziert von: Mike McClure Länge: 73 Min 42 Sek Medium: CD
01. Thief Of Hearts08. Goodbye Girl
02. Kyle Hope09. Summer 2005
03. Gone Away10. American Outlaw
04. Lonely East Texas Nights11. Nobody Knows Her Name
05. Hippie's Lament12. Russell's Song
06. Road Of Life13. Tya
07. Melancholy Blues

"No Depression", das ist eine Umschreibung eines Musik-Stils, den man gerne auch als "Red-Dirt" bezeichnet. Ein Anti-Depressivum, das Country und Rock, vorzugsweise auch Southern-Rock, zu einer unglaublich erfrischenden Melange vereint, bei der selten ein Auge trocken bleibt. CROSS CANADIAN RAGWEED sind sicher die bei uns bekanntesten Vertreter dieser Stilrichtung, fast noch besser sind aber die RANDY ROGERS BAND, RECKLESS KELLY und vor allem die ELI YOUNG BAND. Sie alle kommen aus einem Großraum, der den Osten Texas, den Süden Oklahomas und den Westen der Bundesstaaten Arkansas und Louisiana umfasst. Ein flacher, staubiger Landstrich .... die augenzwinkernde Bezeichung "Red Dirt" ist ist für jeden Besucher, der sich einmal in diese menschenleere Ödnis verirrt hat, nachvollziehbar. Das sprichwörtliche "Staub fressen" gehört hier zum täglichen Brot.

WHISKEY MYERS ist eine junge Truppe aus dem Osten Texas, die seit 2006 einen steilen Aufstieg hinlegt. Zunächst als eine der vielen namenlosen Lokalbands gestartet, erspielte man sich -von Tyler, TX. aus- in kürzester Zeit einen Kult-Status in den angrenzenden Countys. Als Support für die o.g. gestandenen "Red Dirt"-Bands erspielte man sich unbezahlbare Erfahrung. WHISKEY MYERS garantierten stets einen tobenden Saal für den Headliner.
Cody Cannon und Cody Tate, die beiden Sänger und Komponisten der Truppe, fühlten sich von LYNYRD SKYNYRD, der ABB sowie LED ZEPPELIN inspiriert. So ist WHISKEY MYERS Sound von Twin Guitars, einem kernigen Rhythmus und beseelten Vocals geprägt.

Gleich mit dem Einstieg gelingt WHISKEY MYERS eine neue Southern-Hymne: Thief Of Hearts ist nicht nur ein typisch-sumpfiger Stop-and-go-Stampfer, sondern auch eine einzige Hommage an die 70er SKYNYRDs und die schnodderigen Vocals erinnern an den unvergesslichen Ronnie Van Zant. Ungelogen: Für so eine Nummer wäre auf "Nuthin' Fancy" immer Platz gewesen. Kyle Hope ist ein weiterer cooler Southern-Rocker mit lässigen Country-Einlagen. Man nehme REBEL STORM, etwas Stateline Mob dazu und großzügig mit CROSS CANADIAN RAGWEED abgeschmeckt - fertig ist ein feuriger, würziger Highway-Song. In Gone Away liegt die ganze Traurigkeit des Südens, die Melancholie trieft eimerweise aus jeder Akkordfolge und rührt den empfindsamen Hörer zu "Rotz und Wasser".
Lonely East Texas Nights kommt als schrammeliger Country-Rocker daher, dessen wunderschöne Hooks an eine der stärksten Bands dieses Genre, die ELI YOUNG BAND, erinnern. Nicht nur Bonnaroo lehrt es dem aufmerksamen Beobachter: Der Geist der 67er Hippies gewinnt in der US-Gesellschaft wieder an Stellenwert. Hippie's Lament verfügt über Songstrukturen, die derzeit bei vielen Bands des Grenzbereiches zwischen Southern- und Jam-Rock angesagt sind. Namentlich seien hier JUPITER COYOTE, von denen lange nichts zu hören war, SHY BLAKEMAN & THE WHISKEY FEVER BAND sowie die sensationellen TISHAMINGO genannt. Fette Riffs treiben den Titelsong Road Of Live unwiderstehlich vorwärts, unterbrochen von intelligenten Tempi-Wechseln.
Hier kommt plötzlich ein kleiner "Bruch" in diese Scheibe. Nicht dass Melancholy Blues, Goodbye Girls und Summer 2005 schlecht wären - nein, beileibe nicht! Aber sie haben keinen hohen "Nährwert" und "Road Of Live" beginnt erste Längen zu zeigen.
Mit American Outlaw kommt dann aber wieder "Biss" und Zug in die ganze Angelegenheit. Die Dramaturgie des Songs baut sich in den achteinhalb Minuten kunstvoll auf, um dann in der obligatorischen Gitarrenschlacht zu enden - Stark! Es folgen nun zwei Balladen zum Luftholen und um die Spannung für den abschließenden dritten Longtrack wieder zu sammeln. Tya ist mit knapp zehn Minuten nicht nur von der Länge eine Großtat. Hier finden WHISKEY MYERS wieder die perfekten Spannungsbögen, die den verhalten beginnenden Midtempo-Rocker in ein energie-geladenes Finale führen.

Mit Thief Of Hearts, Road Of Life und American Outlaws sind WHISKEY MYERS gleich drei Überflieger auf ihrem Debüt-Album "Road Of Life" gelungen. Auch wenn dieses Niveau nicht durchgängig gehalten werden kann, ist's dennoch ein wirklich beachtliches Gesellenstück geworden. Das Meisterstück wird sicher folgen .... wenn WHISKEY MYERS ein "standing" beweisen kann, woran es vielen Debütanten fehlt.
Meisterlich ist bereits die Spieldauer auf diesem Silberling, der bis zur Speichergrenze vollgepackt wurde. Knapp 75 Minuten Good-Time-Music - ein echter Real-Deal!

Steve Braun, 11.11.2008

 

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