White Cowbell Oklahoma

Bombardero

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.06.2009
Jahr: 2009
Stil: Classic Rock Mixtur

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


White Cowbell Oklahoma
Bombardero, Slick Monkey, 2009
Clem E. Clemsenlead vocals, lead guitar, keyboards
Hollis P. Cartwright IIIlead guitar
Dingo Von Devereauxlead drums, percussion
Bubba Lee "Rooster" Phettlead bass, vocals
The Cousin Who Hath No Namelead guitar
Charles Chainsawlead cowbell, chainsaw
The Sergeantlead vocals, lead harmonica, keyboards
Jesse Lactateurlead keyboards
Produziert von: Rolfe-McIntyre-Campbell Länge: 41 Min 10 Sek Medium: CD
01. Bombardero I07. Polecat
02. Keys To The Universe08. Ground Down
03. Piece Of The Action09. Frankenstein
04. Bombardero II10. Happy Ending
05. This Cracker11. Bombardero III
06. Buried In The Desert

Endlich wieder ein Lichtblick. Ach, was sage ich... endlich mal wieder ein Highlight. Als Rezensent eines Onliners bekommt man nun mal nicht jeden Tag Sekt und Kaviar, aber wenn das Dargebotene oftmals nicht einmal die Qualität von Leitungswasser und trocken Brot aufweist, dann vergeht einem doch hier und da der Appetit.
Ganz und gar anders verhält es sich im Fall von "Bombardero", dem dritten und neuesten Album der Kanadier WHITE COWBELL OKLAHOMA. Dieser Leckerbissen gehört eindeutig in die Fünf-Sterne-Kategorie.

Der Titel ist Programm. Ein wahres Bombardement an feinster Rockmusik prasselt während der etwas knappen Spielzeit von wenig mehr als vierzig Minuten auf den Hörer nieder. Allerdings... es verlangt auch einiges an Verständnis ab. Simpelrocker wie... (... möge jeder für sich selbst ausmachen...) können gleich bei ihrer 08/15-Mucke verweilen, während der Rest sich auf ein Feuerwerk freuen darf.
Keys Of The Universe stellt solch ein Prachtexemplar dar. Mit Gesangsspuren, die phasenweise schwer an Mr. Frank Zappa erinnern, und Twin Leads in einem psychedelischen Prog-Rock-Mantel gibt es hier ein pures Erlebnis in Sachen absoluter Vielfältigkeit.
Country Sounds treffen auf Hartkaliber vom Schlage BLACK SABBATH oder ATOMIC ROOSTER. Oder ZZ TOP auf Speed beim Scheunenfest in Texas (Piece Of The Action), wo sie gerade ihre versteckten Jimi Hendrix Wurzeln wiederfinden.

Bombardero ist der rote Faden. Die Nummer Römisch "I" versteht sich als kurzes, knorriges Intro, "II" präsentiert sich als der ruhigste und - dank verträumter Basslinie, Pink Floydschen Gitarrenexperimenten und hervorragend platzierter Orgel als psychedelischste der Scheibe. Der Rausschmeißer Bombardero III schaukelt sich langsam immer mehr auf, wechselt zwischen den Boxen der Anlage hin und her und endet in einem hämmernden Geräusch, welches sich langsam in der Weite verliert. Interessant dabei, dass alle drei Teile auf dem selben Gitarrenriff aufbauen.
"Bombardero", das ist eine wilde Mixtur aus Southern Rock, Progressive Rock, Psychedelic, Country und 70er Jahre Hardrock. Mit drei Gitarren, zwei Sängern, Keyboards, Percussion plus diversen Effekten ist der musikalische Fundus mehr als prächtig bestückt. Dabei geht es nicht immer durcheinander zu. Buried In The Sand ist einer der feinsten Southern Rocker, welcher mir seit langer Zeit um die Lauschlöffel gehauen wurde. Mächtige Gitarren, prägnante Slide, Tempowechsel zwischen Fast & Slow, Solo wie ein Echo in der Wüste plus eine zurückhaltende Orgel - genial!
Richtig rocken können die Jungs aus Toronto auch. This Cracker ist ein herrlich abgehender Kracher, der wohl jeden Konzertsaal in eine Sauna verwandeln wird. Rock'n'Roll in einer Form, wie ihn vielleicht noch BLUE ÖYSTER CULT hinbekommen haben.

BLACKFOOT, LYNYRD SKYNYRD, HAWKWIND... findet sich alles wieder in Polecat und Ground Down. Mit Frankenstein, im Original von der EDGAR WINTER GROUP, machen WCO ebenfalls nichts verkehrt und integrieren dieses angespacete Monster nahtlos in ihr perfektes Sammelsurium wildester stilistischer Versuche.
Mit ihrem staubtrockenem Riffrock (listen to Happy Ending) auf hohem Niveau überzeugt die Band vor allem durch zahlreiche Verzierungen, Licks und Gimmicks.

Während der Aufnahmen stieg mit dem Sergeant einer der beiden Lead Sänger aus. Wie es in dieser Hinsicht weitergehen wird scheint bis dato nicht geklärt. Es bleibt zu hoffen, dass die Gruppe diesbezüglich eine Lösung findet, denn gerade live dürfte sich sein Fehlen bemerkbar machen. Bis dahin allerdings sollte man "Bombardero" in vollen Zügen genießen.

Jürgen Ruland, 11.06.09

 

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