Whitesnake

Best Of

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.04.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Whitesnake
Best Of, EMI International, 2003
Medium: CD
1. Fool For Your Loving10. Long Way From Home
2. Don't Break My Heart Again11. The Deeper The Love
3. Love Ain't No Stranger12. Ain't No Love In The Heart Of The City
4. Is This Love13. Too Many Tears
5. Now You're Gone14. Give Me More Time
6. Give Me All Your Love15. Standing In The Shadow
7. Ready An' Willing16. Here I Go Again
8. Guilty Of Love17. Still Of The Night
9. Would I Lie To You

Dieses Jahr häutet sich die "weiße Schlange" ja zum wiederholten Male und alle "endgültigen" Statements, sowie die Tatsache, dass man keine neuen Songs (geschweige denn ein ganzes Album) zusammen kriegt ignorierend geht's auf "Best Of Tour".
Da muss halt zwangsläufig ein "Best Of"-Album veröffentlicht werden, was natürlich immer eine zwiespältige Angelegenheit ist - denn: Welche, in diesem Fall siebzehn, Songs sollen ausgewählt werden? Aus über 25 Jahren!
Einen Überblick über das Schaffen von Mastermind David Coverdale wird jedenfalls geboten.

Mann, was haben wir damals "abgemosht" zu Fool For Your Loving! Kann man sich bei den heute angesagten Sounds gar nicht mehr vorstellen, dass das mal 1. Liga im Hard Rock war.
Und immer noch ist dieser Song ein Hammer, mit seinem inbrünstigen Gesang und den wundervollen Gitarrenduetten von Bernie Marsden und Micky Moody. Das Remastering lässt den Bass von Neil Murray noch besser zur Geltung kommen und alles etwas "klarer" erscheinen.
Don't Break My Heart Again war eigentlich schon damals etwas zu eintönig, aber ein Hit zweifelsohne und durchaus noch klassisch WHITESNAKE.

So, schon sind wir im Jahr 1984 und für Bernie Marsden bedient Mel Galley die zweite Gitarre. Der balladeske Beginn von Love Ain't No Stranger lässt aufhorchen, aber der folgende Break ist doch etwas stupide und lässt die Vorgabe des, wahrlich göttlichen, Intros ungenutzt - auch wenn's dann ganz passabel rockt. Auf dem 1997er Akustik-Album "Starkers In Tokyo", nur von Coverdale und Adrian Vandenberg interpretiert, gefällt mir der Song sogar besser.
David Coverdales Stimme rettet Is This Love noch etwas aus der Beliebigkeit - mit dem Blues-Hard-Rock von Whitesnake hat's natürlich gar nix mehr zu tun. Schon diese Keyboard-Wand geht einem auf die Nerven. Wie gemacht für 'ne Kuschelrock-CD.
Auch Now You're Gone hat so einen Balladen-Anfang der dann mit mehr Schwung versehen wird - und doch recht beiläufig dahin gleitet. Was der Song hier verloren hat? Keine Ahnung. Würde gut auf den Soundtrack von "Still Crazy" passen (übrigens ein toller Film!).

Vom 1987er Megaseller "1987" kommt Give Me All Your Love und rockt auch gleich richtig los. D. C. singt sehr engagiert und John Sykes steuert, recht blues-arme Gitarrengewitter bei. Der Mitsing-prädestinierte Mittelteil ist auch vorhanden. Naja, ehrlich gesagt: Dem John Sykes kann ich nicht viel abgewinnen...
Beim nächsten Song klingt's doch schon anderes: Ready An' Willing zeigt die Band zu ihrer Glanzzeit. Ein Killer-Song, der auch ohne übertriebene Gitarren-Breitseiten funktioniert und "Sweet Satisfaction" garantiert!
Klar, Guilty Of Love muss sein, auch wenn's, ähnlich wie Don't Break..., ob seiner Eingängigkeit fast zu popig ist. Immerhin horchte man damals in Amerika wohl endlich mal auf.
Der Bluesrock-Stampfer Would I Lie To You veranschaulicht, dass es durchaus besser ging. Nicht zuletzt Jon Lords fantastisches Orgelspiel rechtfertigt diesen Song auf "Best Of".

Jetzt fällt's mir auch auf (!): "Best Of" heißt die CD - nicht "Greatest Hits"! Entschuldigung, aber warum dann Long Way From Home (zweifellos ein toller Song!) vom "Lovehunter"-Album und nicht etwa Walking In The Shadow Of The Blues, Rock'n'Roll Women, Love Hunter oder eben We Wish You Well (alle von der gleichen Scheibe!)? Ich glaube, da waren manche nie auf einem Whitesnake-Konzert in den 80er Jahren! Das sind nämlich die Favoriten bei den Fans gewesen! Und wo wir gerade beim motzen sind: Das Booklet dieser "Best Of" hätte ruhig etwas aufwendiger sein dürfen. Sprich Abbildung der Discografie, sowie Auflistung der jeweiligen Bandbesetzungen - der Text von Malcolm Dome in allen Ehren, aber wer, außer mir (und noch so 'n paar Irren), ließt denn noch Liner-Notes?
Ein Verweis auf die Website fehlt ebenfalls.
Da passt natürlich The Deeper The Love gleich hinterher. Mal ehrlich: Klingt der nicht irgendwie wie Rough Boy von ZZ TOP? Ich glaube damit ist alles dazu gesagt...

Ah, bei diesem Intro geht einem doch gleich das Herz auf: Ain't No Love In The Heart Of The City. Wohl eine der fantastischsten Balladen der Musikwelt überhaupt. Hier würde ich allerdings doch den Klang meiner alten LP der remasterten Fassung vorziehen. Wenn ich dieses Solo höre, steigt in mir zum Wohlgefühl gleichzeitig der Ärger über Herrn Steve Vai auf, wie der anno 1990 in Mannheim diesen Song "verhunzt" hat! (wenn der mir mal in die Finger kommt...).
Too Many Tears ist zwar auch eine Schmacht-Ballade, allerdings noch ein Highlight der späteren Jahre. Sowohl Coverdale als auch Vandenberg klingen einfühlsam-bluesig - richtig klasse. Übrigens findet sich auch auf "Starkers In Tokyo" eine wunderbare Version hiervon.
Give Me More Time ist ein guter Riff-Rocker mit tollem Solo - auf einer "Best Of" aber fehl am Platz. Überhaupt ist das "Slide It In"-Album mit vier Songs etwas überrepräsentiert (zumal Slide It In und Slow An' Easy unberücksichtigt blieben!).
Standing In The Shadow: Siehe Give Me More Time.
Ich wollte ja nicht nochmal anfangen... Aber: Solche Songs - und dann nichts von "Trouble", kein Crying In The Rain oder Young Blood (beide von "Saints & Sinners"), vom jahrelangen Opener Come On ganz zu schweigen.

Naja die letzten beiden Songs müssen sein: Here I Go Again, wie zu erwarten in der 87er Fassung, bei der mich schon gleich die viel zu süßlichen Keyboards nerven (das klang fünf Jahre früher weitaus besser) und diese aufgeblasene Produktion ist auch nicht das Wahre. Als Herr Coverdale noch "Hobo" statt "Drifter" sang, hatte es auch noch mehr Soul.
Still Of The Night fetzt natürlich los wie die Hölle und David Coverdale kommt seinem Led Zeppelin-Wahn immer näher (paar Jahre drauf hat er's ja dann geschafft und sich mit Jimmy Page verbandelt). Für meine Ohren ist der Song halt einfach zu Tode genudelt - liegt natürlich auch daran, dass den damals (und z.T. auch heute noch) bald jede Top 40 Band gecovert hat.

Wie eingangs erwähnt, ist so eine "Best Of" immer ein schwieriges Unterfangen. Die Fans die alles haben, finden hier nix neues (immerhin lobenswert, dass hier keine Geldmacherei mit ein, zwei neuen Liedern betrieben wird) und für Einsteiger sind Alben wie "Ready An' Willing" oder "Lovehunter" wohl sinnvoller.
Für's Auto oder wer den ein oder anderen Song "nur" auf LP hat ist diese Scheibe wohl trotzdem interessant - ich hätte gern etwas mehr Wine, Women & Song gehabt.

Epi Schmidt, 06.04.2003

 

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