Whitesnake

Made In Britain/The World Record


CD-Review

Reviewdatum: 03.07.2013
Jahr: 2013
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Whitesnake
Made In Britain/The World Record, Frontiers Records, 2013
David CoverdaleGesang
Doug AldrichGitarre
Reb BeachGitarre
Michael DevinBass
Brian TichySchlagzeug
Michael RuedyKeyboards
Produziert von: The Brutal Brothers (David Coverdale, Doug Aldrich & Mikey Mac) Länge: 138 Min 36 Sek Medium: CD
CD 1
01. Best Years08. My Evil Ways
02. Give Me All Your Love09. Fare Thee Well
03. Love Ain't No Stranger10. Ain't No Love In The Heart Of The City
04. Is This Love11. Fool For Your Loving
05. Steal Your Heart Away12. Here I Go Again
06. Forevermore13. Still Of The NIght
07. Love Will Set You Free
CD 2
01. Bad Boys07. Fare Thee Well
02. Slide It In08. One Of These Days
03. Lay Down Your Love09. The Badger
04. Pistols At Dawn10. Deeper The Love
05. Snake Dance11. Soldier Of Fortune
06. Can You Hear The Wind Blow12. Burn/Stormbringer

Das Thema WHITESNAKE und Live-Alben wächst sich langsam zu einem leidigen aus. Für gewöhnlich bin ich ein Freund des Veröffentlichungs-Modus Studio/Live. Allerdings übertreiben es David Coverdale & Co. in diesem Jahr, denn mit "Made In Britain/The World Record" schmeißt die Weiße Schlange bereits das zweite Bühnen-Produkt in diesem Jahr auf den Markt. Dabei ergibt sich nahezu von alleine, dass die Setlist und Darbietung auf beiden Veröffentlichungen nicht allzu sehr differiert. Klingt nach dem Versuch, dem geneigten Fan das Geld möglichst doppelt aus der Tasche zu ziehen.

Das Album an sich ist ein gelungenes Live-Werk mit einer nahezu perfekten Song-Auswahl, die sowohl die Anfänge der Band, die großen Hits sowie die Gegenwart abdeckt. Außerdem präsentieren WHITESNAKE noch die DEEP PURPLE-Klassiker Soldier Of Fortune sowie das Medley Burn/Stormbringer. Die Band zockt sämtliche Lieder so routiniert, wie man es erwartet, wenn jemand den Großteil der Tracks seit knapp einer Dekade regelmäßig darbietet. Dabei fällt aber gerade bei den Stücken aus dem jüngsten Album "Forevermore" auf, dass diese live auf der Bühne noch ein Stück weit besser rüberkommen als aus dem Studio. So kommt während des gesamten Mitschnitts keine Langeweile auf.

Dabei ist es allerdings nicht so, dass WHITESNAKE hier einen kompletten Mitschnitt eines Konzerts vorlegen. Vielmehr wurden die enthaltenen Lieder bei verschiedenen Auftritten mitgeschnitten – wie es ja schon der Album-Titel nahelegt. Wobei Coverdale auf der zweiten CD phasenweise schon etwas angeschlagener und dadurch noch tiefer singend klingt (insbesondere bei Bad Boys) als auf der ersten. Die Stärke der heutigen WHITESNAKE (und aus Sicht manch alter Fans ihre Schwäche) ist das technisch überragende Gitarren-Doppel Doug Aldrich und Reb Beach. Sie präsentieren die Stücke mit ordentlicher Wucht und Biss. Dadurch sorgen sie dafür, dass selbst die Klassiker nie antiquiert sondern immer noch aufregend klingen (was manchen Alt-Fan vielleicht aufregen wird). Dazu mit Michael Devin und Brian Tichy eine ebenso kraftvoll drauflos spielende Rhythmus-Sektion und es kann kaum noch was schief gehen.

Streitpunkt bei den letzten Live-Veröffentlichungen der Weißen Schlange war meist die Qualität von David Coverdales Gesangsleistung. Dies trifft mit Abstrichen auch auf "Made In Britain/The World Record" zu. Coverdales Stimme hat nicht mehr die Höhen und die Strahlkraft früherer Zeiten. Aber das gilt für ausnahmslos jeden Sänger ab einem gewissen Alter. Und dass er sich bei den hohen Passagen zurücknimmt und von seiner Backing-Band unterstützen lässt kann man nicht ernsthaft gegen ihn anführen, denn das Resultat stimmt.

Hätte es "Made In Japan" nicht gegeben, so würde "Made In Britain/The World Record" wohl unzweifelhaft sehnsüchtig erwartet werden. Und für all diejenigen, die das erste Live-Werk nicht besitzen, empfiehlt sich der Kauf dieser Doppel-CD fast von selbst: eine Klasse-Band spielt Klasse-Songs mit einem Klasse-Sound. Aber angesichts der Veröffentlichungsstrategie darf man sich als WHITESNAKE-Fan schon ein wenig geneppt fühlen. Zumal bei "Made In Japan" nur ein gekürzter Set gespielt wurde und sich nirgendwo ein Hinweis auf ein folgendes vollwertiges Live-Album fand. Denn im direkten Vergleich mit "Made In Britain/The World Record" steht der Vorgänger äußerst mau da. Unf alles richtig gemacht hätten die Herren Coverdale und Co, wenn sie dieser Doppel-CD noch die DVD aus Japan beigelegt hätten. Dann wäre der Verdacht der Geldschneiderei auch gar nicht erst aufgekommen.

Marc Langels, 28.06.2013

 

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