Willard Grant Conspiracy

Pilgrim Road

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.06.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Kristin Krauß


Pilgrim Road, Glitterhouse Records, 2008
Robert Fisher Vocals
Malcolm Lindsay Piano, Guitars, Vocals, Pump Organ, Keyboards, Choir
Josh Hillman Violin, Viola
Dennis Cronin Trumpet, Vibraphonette
Chris Eckman Persephone
David Michael Curry Viola, Singing Saw
Erik Van Loo Double Bass
Stuart Duffin Fretless electric upright bass
Pete Sutton Precision Bass
Paul Tasker Slide Guitar
Iona Mac Donald Vocals
Rachel Morley Vocals, Choir
Tom King Percussion
Jackie Leven Acoustic Guitar, Wind Whispering, Vocals
Avram Gleitsman Background Vocals
George Murray Trombone
Robert Irvine Cello
Mark Halliday Choir
Mary Halliday Choir
Simon Halliday Choir
Produziert von: Robert Fisher & Malcolm Lindsay Länge: 40 Min 22 Sek Medium: CD
1. Lost Hours6. Miracle On 8th Street
2. The Great Deceiver7. Painter Blue
3. Jerusalem Bells8. Malpensa
4. The Pugilist9. Water & Roses
5. Phoebe10. Vespers

Es sind 32°C in Berlin und die täglich Betrunkenen sind bereits am frühen Nachmittag merklich betrunkener als sonst am Abend. Niemand mag es ihnen verdenken, die Stadt schwimmt selbst in trunkener Hitze. Nicht unbedingt die Zeit, zu welcher sich der Wunsch nach einer wohlig warmen Kuscheldecke breit macht.

Auch wird wohl kaum jemand an Tagen wie diesen einen Gedanken daran verschwenden, den Kamin anzuzünden und es sich davor mit einem Gläschen Rotwein in der Hand gemütlich zu machen. Und allein schon die Vorstellung, sich am Abend noch in entsprechendes Gewand zu hüllen und ins Kammerkonzert zu flanieren, löst merklich Ressentiments aus.

Hätte da nicht "Pilgrim Road" von THE WILLARD GRANT CONSPIRACY unlängst Einzug in die heimische Musikanlage gehalten. Nach draußen, in das unheimlich flirrende Sonnenlicht äugend, ist es bitter enttäuschend, dass man sich nicht im Kammermusiksaal in eine warme Decke einhüllen kann. Selbstverständlich während der Kamin flackert und Herr Fisher samt Orchester mit solcher Inbrunst musiziert, dass Nick Cave für einen Moment seinen ersten Platz in "Betrachtungen über den Mond" einbüßt (nur für den Moment!).

Beim erneuten, lethargisch-zwanghaften drücken auf die Play-Taste, erzählen die Songs plötzlich eine andere Geschichte. Sie spiegeln ganz unerwartet das Hitze-Flimmern in der US-amerikanischen Wüste wider, und alles ist wieder offen.

So soll es immer und immer wieder sein bei WILLARD GRANT CONSPIRACY - alles auf neu im alternativen Americana. Nur Robert Fisher kann genauso schrullig, knarzig und wage sinnieren wie anno dazumal bei "3am Sunday @ Fortunes Otto's" (1996).
Heute nun eben mal mit ganz großem Aufgebot, meist unerwartet sparsam arrangiert.

Sicher, hier und da macht das oft zupfende oder vorsichtig plickernde Orchester auf dicke Hose mit großem Gospel Chor. Für einen Moment nur, dann verkriechen wir uns wieder aus der Weite des Landes in die Kuscheldecke vor dem Kamin.

Kristin Sperling, 05.06.2008

 

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