Willie Nile

Beautiful Wreck Of The World

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.08.2005
Jahr: 2000

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Willie Nile Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Willie Nile
Beautiful Wreck Of The World, River House Records/Good Sounds Music, 2000
Willie Nile Vocals, Guitars, Piano, Keyboard
Andy York Lead Guitar, Backing Vocals
Brad Albetta Bass
Rich Pagano Drums, Percussion, Backing Vocals
Produziert von: Willie Nile, Rich Pagano, Andy York & Brad Albetta Länge: 57 Min 14 Sek Medium: CD
1. You Gotta Be A Buddha (In A Place Like This)8. Brain Damage
2. Black Magic And White Lies9. The Black Parade
3. Bread Alone10. Oatmeal Box
4. Every Time The World Turns Around11. Somewhere It's Raining
5. History12. On The Road To Calvary (for Jeff Buckely)
6. The Man Who Used To Be13. Tiorunda Surprise
7. Beautiful Wreck Of The World

Reichlich Lorbeeren gab es bereits für die ersten beiden Solo-Scheiben von Willie Nile und THE WHO nahmen ihn, auf ausdrücklichen Wunsch der Band, ins Vorprogramm ihrer US-Tour.
Bis zum "nächsten Bob Dylan" reichten die Lobpreisungen. Jetzt wird bei so etwas ja gerne übers Ziel hinaus geschossen, aber ein hochtalentierter Songwriter ist der Willie Nile allemal.
Mit der Produktivität ist es allerdings nicht so weit her. Sechs Jahre liegt die Veröffentlichung dieser Scheibe hier schon zurück und davor gab's innerhalb von sieben Jahren gerade mal ein Live-Album.
Anyway, da muss man nehmen was vorhanden ist und "Beautiful Wreck Of The World" ist es auf alle Fälle wert betrachtet zu werden!

Für die Lead-Gitarre hat sich Willie mit Andy York einen kompetenten Mann geholt. Der spielt ja seit 1996 auch bei John Mellencamp, seit dem Album "Mr. Happy Go Lucky" die erste Geige, ääh..., Gitarre vielmehr.
Es geht auch gleich mit kräftig rockenden Gitarrenklängen a la Dan Baird los, und Rich Pagano drischt in bestem Kenny Aronoff-Style auf seine Felle. Teilweise fühlt man sich bei You Gotta Be A Buddha (In A Place Like This) auch an rockige THE CLASH erinnert. Geht auf alle Fälle gut ab und ist von einem Mitsingrefrain genauso gekrönt wie von den Gitarrensoli.
Geringfügig gezügelter, aber weiterhin rockig, kommt Black Magic And White Lies. Da denkt man an die STONES, bzw. noch eindringlicher an deren aktuelle Version namens DIAMOND DOGS. Schöne, offene Akkorde und druckvoller Rhythmus, ja, eine weitere Referenz wäre John Mellencamps "Whenever We Wanted" CD von 1991.

Willies Stimme hat diese leicht dünne, aufgekratzte Art wie ich sie bei Leuten wie Darrell Bath so mag. In der gefühlvollen und eindringlichen, mit Country-Anleihen bestückten Ballade Bread Alone macht Willie deutlich, dass man auch als Bäckersohn nicht vom Brot alleine leben kann und nach mehr streben sollte. Hin und wieder erscheinen mir die Vergleiche zu Bob Dylan nicht so falsch zu sein. Nicht selten agiert Willie Nile ähnlich wort- und sinnreich.
Every Time The World Turns Around bewegt sich mehr in einem Pop-Fahrwasser und shuffelt munter drauflos. Wie mir überhaupt viel englischer Charakter in diesem Album zu stecken scheint, fällt mir bei diesem Stück als erstes Steve Harley ein, auch wenn Andy Yorks Licks wieder etwas Country-Flair einstreuen.

Kleines bisschen Geschichtsunterricht gefällig? Bitteschön. Zu einem Reggae-Groove, wie ihn die STONES in den 70ern gern mal mit ihrem eigenen Sound mixten, erteilt Mr. Nile ein paar Lektionen. Beispiele? "Jonah fed the whale, Joshua blew his born, Abraham Lincoln met Long Tall Sally, that's how Rock'n'Roll was born". Tja, so kann man's auch sehen.
Mehr Popcharakter weißt wieder die Ballade The Man Who Used To Be auf. Auch hier erklingen Country-verwandte Klänge, die erneut gekonnt von Herrn York produziert werden. Vielleicht nicht der anspruchsvollste Song, aber immer noch guter Stoff.
Der Höhepunkt des Album liegt genau in der Mitte und ist wohl nicht zufällig dessen Titelsong. Beautiful Wreck Of The World ist ein schwungvoller irischer Mitsing- und Trink-Folksong. Als hätten sich Bob Dylan und Bob Geldof zusammen getan, werden hier äußerst launige Szenarien von Willie Nile entworfen: "All the heroes will cry and the gays will love girls..., MTV rock and rollers will lose all their hair". Und die Zeile "And Jennifer Lopez will make love to me" konnte er sich natürlich auch nicht verkneifen. Jedenfalls stimmt man am Ende jeder Strophe, und im Refrain erst recht, freudig mit ein: "It's the beautiful wreck of the world".
Danach reitet man dann den Country-Gaul richtig. Na, das klingt mir doch stark an Jason und seine Scorchers angelehnt, wenn Brain Damage munter los galoppiert. Unglücklicherweise isst er in diesem Lied den Nachbarshund zum Abendessen - für leicht verschrobene Texte hat der Willie also auch eine Schwäche.
Eine leicht bedrückende Atmosphäre sendet die Black Parade aus, die, vom Text abgesehen aber trotzdem eine schöne Ballade ist, wie man sie auch bei Tom Petty gerne findet.
Oatmeal Box führt uns zurück nach Irland und den Klängen der dortigen Folkmusik. Das wird durch die typischen Flötentöne stilgemäß untermalt und die wirbelnden Trommeln sorgen für den Gleichschritt in diesem ansprechenden Titel. Etwas kurz vielleicht - so kommen wir nicht weit...
Die heftigeren E-Gitarren werden für Somewhere It's Raining wieder ausgepackt. Das klingt denn auch wieder wie irgendwo zwischen STONES und Mellencamp und DEL AMITRI angesiedelt und somit auch ziemlich gut. Dem am 29. Mai 1997 ertrunkenen Jeff Buckley hat Willie Nile den Song On The Road To Calvary gewidmet. Da ging ja damals auch eine große Songwriter-Hoffnung von uns und mit dieser flotten, folkigen Ballade wird hier zurecht an diesen Ausnahmepoeten erinnert.
Zum Schluss setzt sich Willie allein ans Piano um die Story von Tiorunda Surprise zu erzählen. Wenn solche Namen wie 'Keith Richards' im Text auftauchen, hört man natürlich gleich um so gespannter zu, zumal der Song munter dahinter plätschert und erneut leicht irische Einflüsse aufweißt.

Dieses Album springt einen nicht sofort vollends an, reißt einen zu Boden und beteuert seine Hit-Qualitäten. Manche Songs brauchen ein paar Durchläufe, bis man sie richtig zu schätzen weiß. Mir sind solche Alben aber lieber, denn erfahrungsgemäß sind das die Scheiben, die man mit der Zeit immer mehr liebt und die man auch nach Jahren noch gerne aus dem Regal zieht.
Ich glaube, "Beautiful Wreck Of The World" könnte so ein Album sein.

Epi Schmidt, 29.08.2005

 

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