Willy DeVille

Live At Montreux 1994

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 26.04.2009
Jahr: 2009
Stil: (Roots-) Rock

Links:

Willy DeVille Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Willy DeVille
Live At Montreux 1994, Eagle Vision, 2009
Willy DeVilleVocals, Guitar, Harmonica
Freddy KoellaGuitar, Violin, Mandolin, Backing Vocals
Seth FarberKeyboards
David KeyesBass, Backing Vocals
Mario CruzSaxophone, Percussion
Boris KinbergPercussion
Shawn MurrayDrums
Produziert von: Pascal Chevalley Länge: 107 Min 00 Sek Medium: CD & DVD
01. That Mellow Saxophone11. Angel Eyes
02. Slow Drain12. Heaven Stood Still
03. Steady Driving Man13. Even While I Sleep
04. I Can Only Give You Everything14. Demasiado Corazon
05. Cadillac Walk15. Spanish Stroll
06. Bamboo Road16. Hey Joe
07. Mixed Up Shook Up Girl17. New Orleans
08. Every Dog Has Its Day18. Stand By Me
09. Key To My Heart19. Dust My Broom
10. All In The Name Of Love

Es gab Zeiten, da mochte ich Willy DeVille überhaupt nicht leiden. Seinen 1981er-Gig im Rahmen der Rockpalast-Nacht in der Essener Grugahalle fand ich ziemlich mies, sorry. Doch damals hörte ich prinzipiell lieber eine andere Sorte Musik und war offenbar noch nicht reif genug für die damals noch als Mink DeVille reüssierende Combo, die auch seinerzeit schon diesen gewagten Roots-Mix aus Latino, Cajun, Rock und 50's und 60's Pop boten.

Jahre später, quasi mit Willys 1990er "Victory Mixture"-Album kam ich erst auf den Geschmack und ich mag seither die eigenwillige, schrullige Art des Meisters und seine emotionale, manchmal arg ins Pathetische abdriftende Art zu singen. Seine Band ist, bis auf kleinere Umbesetzungen, über die Jahre stets die gleiche geblieben, präsentiert sich also auch auf diesem jetzt hier vorliegenden Konzertmitschnitt aus dem Montreux Casino aus dem Sommer 1994 in guter Form. Bassist David Keyes, Drummer und Percussionist Boris Kinberg, sowie Gitarrist Freddy Koella blieben selbst auf der 2006er DVD "Live In The Lowlands" noch dauerhafte Konstanten in DeVilles musikalischen Leben.

1994 erlebte Willy DeVille sozusagen seinen zweiten Frühling, nachdem er sich zu Beginn der Neunziger Jahre von New York City nach New Orleans aufmachte, um seinem künstlerischen Schaffen neue Impulse zu vermitteln. Seine Alben "Victory Mixture" und das 1992er "Backstreets Of Desire" verhalfen ihm zu neuer Popularität und wiederkehrendem Kritikerlob, so dass das Casino in Montreux erwartungsfroh auf ein brodelndes Konzert hoffen durfte.

Das bekamen sie schließlich auch geboten, wobei die DeVille-Band anfänglich noch nicht recht in Fahrt kommt und sich im Zuge des voranschreitenden Gigs und mit immer besser werdendem Songmaterial in eine traumwandlerische Sicherheit manövriert und somit die zweite Hälfte des Konzerts, so ziemlich genau ab Song 7 (Mixed up shook up girl) zu einem wahren Fest gerät. Willy gibt den schnoddrigen Crooner, den manirierten Latin Lover, die coole Sau, Zigaretten qualmend und sich den Rotz von der Nase wischend. Insbesondere wenn er sich auf seine Latino-Wurzeln besinnt und den schmachtenden Liebhaber gibt, seine Band wie selbstverständlich in einen mitreissenden Groove verfällt und Songs wie Angel eyes, Heaven stood still, Demasiado corazon, Spanish stroll und das wunderbare Cover des gehörnten Hey Joe zum Besten gibt, weiß man, dass kaum jemand diese Art von Emotionalität glaubhafter inszeniert als Mr. Willy DeVille.
Das Publikum ist am Ende hin und weg, tanzt und schwelgt im Rhythmus und verlangt frenetisch und zu Recht nach Zugaben, die der coole Crooner Willy in Gestalt eines betörenden Stand by me zu befriedigen weiß.

Die vorliegende DVD plus CD Collector's Edition aus dem Hause Eagle Vision sei hier wärmstens empfohlen. Auch wenn die CD hier aus Platzgründen nur 14 Tracks des gleichen Konzerts beherbergt, bietet dieses Doppelpack, das letztlich für den Preis eines einzelnen Tonträgers zu erstehen ist, eine glänzende Gelegenheit, sich mit einer der Hochphasen DeVilles künstlerischen Schaffens auseinanderzusetzen.
Um so trauriger stimmt indes die aktuelle Nachricht von Willys Hepatitis C Erkrankung, die es ihm leider verbietet, 2009 auf Tour zu gehen. Mit dieser Krankheit ist nicht zu spassen und ich wünsche ihm auf diesem Wege von ganzem Herzen gute Besserung.

Frank Ipach, 26.04.2009

 

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