Winger

Karma

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.10.2009
Jahr: 2009
Stil: Melodic Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Winger
Karma, Frontiers Records, 2009
Kip WingerGesang & Bass
Reb BeachGitarre
John RothGitarre
Rod MorgensteinSchlagzeug
Produziert von: Winger Länge: 42 Min 36 Sek Medium: CD
01. Deal With The Devil06. Supernova
02. Stone Cold Killer07. Always Within Me
03. Big World Away08. Feeding Frenzy
04. Come A Little Closer09. After All This Time
05. Pull Me Under10. Witness

Drei Jahre nach dem durchaus überzeugenden Comeback-Album "IV" stehen WINGER mit "Karma" erneut in den Startlöchern und zeigen sich auf ihrer aktuellen CD noch ein wenig rockiger und straighter als in der Vergangenheit. Besonders die beiden Gitarristen Reb Beach und John Roth können sich auf dem neuen Werk richtig ausleben. Hier kleistern keine Keyboards mehr den Band-Sound zu wie in den 1980ern, keine Elektro-Drums verwässern den Rock. Stattdessen dürfen die zwölf Saiten von Beach und Roth mächtig aufdrehen, Druck erzeugen, kurze Fills, längere Soli spielen und auch ansonsten allerlei Spaß machen. Ok, ab und an gibt es dann doch Keyboards, wie etwa bei Pull Me Under, aber diese dienen nur dazu, dem Klang mehr räumliche Tiefe zu geben und vereinzelte "Highlights" im Sound zu setzen.

Was das Songwriting betrifft orientiert man sich schon weiterhin an den „guten alten Zeiten“, aber alleine dadurch, dass nun die Keyboards sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund fehlen, hat das ganze einen sehr viel direkteren Klang. Der Sound erinnert in seiner Simplizität schon fast an AC/DC, weil man wirklich nur zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang hört. Dabei verzichten WINGER auch immer mehr auf die ultra-eingängigen Refrains früherer Zeiten. Hier findet man kein Seventeen oder Miles Away.

Im Gegenzug kann an aber auch monieren, dass die Songs nun ein wenig zu gleichförmig daherkommen, zumal die Band weitestgehend auf ruhige Momente verzichtet und fast gnadenlos durchrockt. Da hätte ich es schon begrüßt, wenn Winger und Co. das ein oder andere akustische Stück – wie etwa bei Kips sehr empfehlenswerter Solo-CD “Made By Hand“ – aufgenommen hätten.

Das Ganze soll aber wiederum nicht bedeuten, dass sich hier keine absoluten Ohrwürmer wiederfänden. Das abschließende Witness hat zum Beispiel einen Chorus zum niederknien schön. Und auch Rocker wie etwa Deal With The Devil oder aber Pull Me Under gehen sofort ins Ohr und bleiben dort hängen. Aber eben nicht auf diese etwas „cheesige“ Art wie das früher der Fall war. Aber hey, das waren die 80er, da war das so.

Zum anderen liegt natürlich das auch ein Stück weit an den Themen. Natürlich ist auch das ein oder andere Liebes-Lied auf “Karma“ enthalten, aber eben nicht mehr nur. Stattdessen widmet sich Winger auch mal ernsteren Themen, wie etwa in Feeding Frenzy über den allgemeinen Voyeurismus und die Bereitschaft der Menschen, sich für das Fernsehen ziemlich weitreichend zu offenbaren. Die Entwicklung hatte aber schon auf “Pull“ begonnen, sich durch die Solo-Werke von Winger gezogen und auch auf “IV“ fortgesetzt.

Namensgeber und Band-Gründer Kip Winger hat nach wie vor eine der charismatischsten Stimmen im Rock-Business und bewahrt die Songs davor, komplett in die Heavy Metal-Ecke abzugleiten. Sein Organ ist nach wie vor kraftvoll und sein Bass knurrt wie nie zuvor in der Band-Geschichte. So werden viele, die WINGER Ende der 80er und Anfang der 90er als "Weicheier" verlacht haben, ihre Meinung nach "Karma" gehörig revidieren müssen.

Auch vom Ruf als "Balladen-Band" grenzen sich WINGER auf "Karma" noch deutlicher ab als zuletzt bei "IV". Bis zum siebten Track Always Within Me müssen sich die Hörer gedulden, ehe ihnen Winger, Beach, Roth und Morgenstein eine kleine Verschnaufpause gönnen - und selbst diese dauert nur kurz, denn zum Mittelteil des Songs legen die Vier wieder ein mächtiges Pfund drauf. Einzige richtige Ballade bleibt damit After All This Time und mit einigen Abstrichen das abschließende Witness. Insgesamt gesehen orientieren sich WINGER auf "Karma" soundtechnisch eher an dem sträflich unterbewerteten MÖTLEY CRÜE-Album mit John Corabi von 1994, als an den eigenen Früh-Werken.

Es ist schon eine wahre Freude, die Band in dieser Form spielen zu hören. Hier sind vier Künstler am Werke, die nicht ihre Musik an die Wünsche der Plattenfirma anpassen oder nach den Plattenverkäufen schielen. Hier sind vielmehr vier exzellente Instrumentalisten, die sich zudem aufs Songwriting verstehen. “Karma“ ist ein Album für all jene, die ihre Musik hart rockend und dennoch mit eingängigen Hooklines versehen mögen.

Marc Langels, 08.10.2009

 

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