Wirksystem

Der Himmel brennt

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.02.2005
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Wirksystem
Der Himmel brennt, Kopf/Eigenvertrieb, 2004
Silvester FuhrhopGitarre, Gesang
Stefan BossertGitarre
Jörg WeissmannBass
Christopher FuhrhopGesang, Drums, Samples
Produziert von: Kopf Länge: 49 Min 13 Sek Medium: CD
1. Schmerz lass nach9. Nicht nochmal
2. Brüll Löwe brüll10. Nah und fern
3. Ich liebe das Leben11. Neuer Tag
4. Flieg weg12. Altes Licht
5. Der Himmel brennt13. Du siehst das nicht
6. Wurzeln14. Arder en Llamas
7. Ein Teil15. Dein Weg
8. Das Meer

Gerade mal acht Monate nach "Feuertaufe" stellen die Pforzheimer Nu-Metal-Guerillas WIRKSYSTEM ihr mittlerweile achtes Album "Der Himmel brennt" zum kostenlosen Download auf ihrer Homepage ins Netz.
Das ist um so erstaunlicher, da im Juni der bisherige Frontman Florian Thost das Handtuch geworfen hatte und die Band erst mal mit der Suche nach einem Nachfolger beschäftigt war.

Man entschied sich schließlich für die kleine, interne Lösung und das Nesthäkchen Christopher Fuhrhop darf neben seiner Schlagzeugtätigkeit nun auch die Texte ins Mikrophon brüllen. Vollmundig vergleicht man den Besetzungswechsel mit GENESIS und hofft auf ebenso gute Auswirkungen.
Weia, liebe Wirksystemer. Seid froh, dass die Aussage nicht weh tut, sonst dürftet ihr euch bis ans Ende eurer Tage vor Schmerzen schreiend am Boden winden. Der jugendliche Leichtsinn mag als Entschuldigung dienen, aber mit Phil Collins als Sänger konnten GENESIS zwar kommerziell beachtlich zulegen, aber eben auch um den Preis des Verlustes der musikalischen Substanz und Kreativität, zumindest ab den Achtzigern.
Um euch zu beruhigen: WIRKSYSTEM dürften wohl nicht vom GENESIS-Syndrom befallen werden. Grund dafür ist die deutlich stärkere Gewichtung der neu-metallischen Elemente gegenüber den hip-hoppigen im Bandsound, die kaum noch ins Gewicht fallen.

Die Band spielt dafür gekonnt mit den üblichen Klischees wie laut-leise Dynamik und melodische Emo-Passagen kontra heftigen Gitarren- und Brüllattacken. Das ist nichts Neues für WIRKSYSTEM oder gar die Nu-Metal-Szene, aber die Verschiebung der Prioritäten macht die neuen Songs für Hörer, die ihre Präferenzen eher im heftigen und modernen Rock haben, als im 'ich hüpfe in Baggy-Pants um brennende Müllcontainer'-Sound doch wesentlich verträglicher als bisher.

Was ich allerdings auch nach mehreren Hörduchgängen dieses Mal bei den Pforzheimern vermisse, ist die mittlerweile für die Band übliche wirklich herausragende Nummer, der potentielle Hit. Der Titelsong kommt diesem Anspruch zwar am nächsten, lässt aber die Griffigkeit von beispielsweise Tausend Welten vermissen.
Das mag mit den extrem kurzen Veröffentlichungszyklen von WIRKSYSTEM zusammen hängen und vielleicht wäre es für die Pforzheimer wirklich einmal eine Überlegung wert, in dieser Hinsicht doch etwas kürzer zu treten. Das stärksten Material aus einem Zeitraum von achtzehn bis vierundzwanzig Monaten konzentriert auf einem (von mir aus auch virtuellen) Tonträger gebündelt könnte die Band wirklich aus ihrem Untergrunddasein 'herausbrennen'.

"Der Himmel brennt" muss man wohl als schnelle Übergangsveröffentlichung sehen, um sich dem interessierten Publikum mit leicht veränderter stilistischer Ausrichtung und neuer Aufgabenverteilung innerhalb des Bandgefüges zu präsentieren. Dafür geht es in Ordnung und antesten kostet ja nichts.

Martin Schneider, 21.02.2005

 

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