Wishbone Ash

Backbones

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.01.2005
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Wishbone Ash
Backbones, Talking Elephant, 2004
Länge: 220 Min 02 Sek Medium: 3 CDs
CD 1:
1. Mountainside10. Living Proof
2. Top Of The World11. Almighty Blues
3. Wait Out For The Storm12. Faith, Hope And Love
4. No Joke13. Ancient Remedy
5. On Your Own14. Come Rain, Come Shine
6. Wings Of DesireTracks 1-5 from "Illuminations"
7. Errors Of My WayTracks 6-10 from "Bare Bones"
8. Master Of DisguiseTracks 11-14 from "Bonafide"
9. Everybody Needs A Friend
CD 2:
1. Lifeline9. Blowin Free
2. Living Proof10. Hard On You
3. Insomnia11. Is Justice Done?
4. You See Red12. Sheriff Of Sherwood
5. Throw Down The SwordTracks 1-5 from "Tracks"
6. Time WasTracks 6-9 from "Tracks 2"
7. Real Guitars Have WingsTracks 10-12 from "Lost Pearls"
8. Sometime World
CD 3:
1. Strange Affairs (Acoustic Live 2002)4. Interview with Andy Powell
2. The King Will Come (Live 2002)Tracks 1-4 Previously Unreleased
3. Hard Times (Live 2002)

Tja, ist noch nicht so lange her, dass ich mit einer Veröffentlichung unter dem WISHBONE ASH Banner etwas härter ins Gericht gehen musste - und schon flattert mir wieder was in den Player.
Das nimmt doch offensichtlich kein Ende mit denen! Über 30 Jahre erzählen uns die Briten jetzt schon The King Will Come. Na hoffentlich ist er jetzt bald mal da, der König (bzw. der Kini, wie mir Bayern sagen). Der find' doch den Weg nicht!
Aber offensichtlich sind WISHBONE ASH, respektive deren aktuelle Version, selbst noch nicht am Ziel, denn die Mannen um Andy Powell sind nach wie vor ein häufiger Gast auf den Live-Bühnen rund um den Globus. Dabei überwiegt musikalisch der Anteil ihres eigenen Vermächtnisses aus der Kreidezeit ihrer ersten Scheiben.

Es gibt ja Leute, die behaupten, "Argus" wäre die WISHBONE ASH Platte und alles andere könne man mehr oder weniger vergessen. Epi sagt: Die ersten vier Alben der Band sind Pflicht und die "Live Dates" kommt als Sahnehäubchen oben drauf. Wer dann noch erweiterungsfreudig ist, braucht "There's The Rub" und die "Just Testing" liegt mir auch noch sehr am Herzen.
Die Flut an Live-Alben danach, aus allen erdenklichen Phasen und Orten, ist praktisch nicht überschaubar. Da sollte man die Ohren rechtzeitig spitzen.

Auf dieser Scheibe hier, genannt "Backbones", kann man sich anhand von gleich drei CDs über ein paar der Veröffentlichungen der letzten Jahre informieren. Ein paar warme Worte von Andy Powell gibt's auch im Cover, aber Booklet ist leider nicht. Gut, soll ja preislich im Rahmen bleiben, die Sache. Immerhin ist so ein Digi-Pack ja auch eine feine Angelegenheit.
Fünf Songs vom 96er Album "Illuminations" eröffnen den Reigen. Da muss man sagen, verschleiern sie ihre Folk/Rock Herkunft stellenweise ganz gut. Das hat großteils schon recht poppige Anflüge. Allerdings ohne banal zu werden, dazu ist die Band wohl zu erfahren, auch wenn die Songs manchem Alt-Freak zu eingängig sein werden. Aufgenommen wurde damals in Amerika, und ich denke, die Produktion spiegelt das wieder. Alles gute Songs - allerdings könnte das auch HEART, oder FOREIGNER, oder sonst ein AOR-Act sein.
Die ein oder andere Twin-Guitar Linie natürlich kommt immer noch vor, ebenso die nötigen Kniffe um das Interesse beim Zuhörer wach zu halten.

Es folgen fünf Songs vom 99er Album "Bare Bones". Noch bei jedem WISHBONE ASH Album haben sich die Kritiker gestritten und soweit ich mich erinnere, war es da nicht anders. Für mich hatten sie damals mit Mark Birch einen der besten Sänger in der Geschichte der Band. Der war vielleicht gitarristisch nicht dem Andy ebenbürtig, aber seinen Part hat er auch da erfüllt und die gesamte Band harmonierte prima. Mir gefallen diese akustischen Versionen solcher Perlen wie Errors On My Way bestens. Untermalt von Akkordeon und Violinen wird hier eine wunderschöne Stimmung erzeugt, der man sich nur zu gerne hingibt.
Nebeneffekt: Man wird wieder an Scheiben erinnert, die man vielleicht schon viel zu lange nicht mehr aufgelegt hat. Wie etwa "Just Testing" - wenn man die Stripped-Version von Master Of Disguise hört, sollten die Finger das wandern anfangen.
[WOHIN? Red.]
Und ähnlich verhält es sich mit Everybody Needs A Friend - etwas getragen, aber wo ist denn das "vierte Album" wieder?
Vielleicht am interessantesten, die umgemodelte Living Proof Version. Ganz anders als der elektrische Knaller, aber sehr geschmackvoll gemacht.

In der Besetzung mit Ben Granfelt an der zweiten Gitarre spielte die Band 2002 das "Bonafide"-Album ein. Den fand ich ja nicht so toll, aber Gitarre konnte der schon spielen.
Die Where Were You Tomorrow Reminiszenz Almighty Blues, also ein deftiger Shuffle, kommt richtig gut rüber und auch die anderen Songs sind geeignet, einem "Bonafide" nahe zu legen.
CD 2 bringt dann zehn Songs lang Auszüge aus den Alben "Tracks" und "Tracks 2", also Live Mitschnitte aus verschiedensten Jahrzehnten und Bestzungen. Natürlich mit den "Unvermeidlichen" wie Throw Down The Sword und Blowin' Free, aber auch mit seltener gehörten Liedern wie You See Red vom 78er Album "No Smoke Without Fire".

Hier stimmen auf allen Aufnahmen wenigstens Sound und Qualität der Musik und wie alle guten Bands demonstrieren WISHBONE ASH ihre Klasse vor allen Dingen eben live! Selbst wenn man ihnen so einen "Temple Of Love"-Synthesizer-Teppich unterschiebt wie bei Real Guitars Have Wings - die Gitarren zaubern sich über alles hinweg.
Blowin' Free kann ich mir vermutlich die nächsten 30 Jahre noch anhören und wippe immer noch mit und singe den Text, mal laut, mal leise (je nach Uhrzeit) mit.
Unlängst erschien ja erst das "Lost Pearls"-Album, mit, na ja, halt unveröffentlichten Songs aus der Zeit zwischen 1978 und 1982. Diese Besetzung - mit Laurie Wisefield - halten ja auch nicht wenige für die ultimative, und man ist geneigt ihnen ein gewisses "Teil-Recht" zuzusprechen. Hard On You erinnert mich etwas an THE BAND. Mehr Folk als Country hier, aber irgendwie schleicht sich mir immer wieder The Night They Drove... in den Sinn.
Die beiden folgenden Songs schmeißen mich jetzt nicht komplett vom Hocker, sind aber immer noch gut genug um "Lost Pearls" immer interessanter erscheinen zu lassen.

Und dann gibt's halt doch noch ein paar unveröffentlichte Geschichten und zwar auf der dritten CD. Strange Affair in einer akustischen Live-Version aus dem Jahre 2002. Da wird einem doch diese Nummer, vom 91er Album gleichen Namens, erst mal wieder richtig bewusst. Klasse Song und das akustische Gewand passt ihm ausgesprochen gut. Zudem ist man geneigt, den Worten Andy Powell's Glauben zu schenken, nach denen er heute besser denn je singt. Mmh, tja, da kann ich mich wehren wie ich will, dieses 2002er Live-Version von The King Will Come, vor allem das Intro, hat schon was für sich. Der Gesang erreicht die Harmonien vergangener Tage nicht, aber den Gitarren wachsen tatsächlich Flügel! Auch der etwas "modernere" Sound macht sich sehr gut im Gesamtkontext.
Auch Hard Times klingt kein bisschen angestaubt, war ja zu dem Zeitpunkt auch schon über zehn Jahre alt, lediglich das Drum-Solo... ich kann mich halt für so was nicht sonderlich begeistern. Dafür liefern sich die Gitarren äußerst unterhaltsame Duelle!

Zusätzlich enthält die CD ein Interview mit Andy Powell vom September 2004. Über eine ¾ Stunde kann man den Fragen und Antworten folgen. Und das kann man sehr gut, denn sowohl der Interviewer als auch Andy sprechen ein sehr verständliches Englisch. Das hört man sich natürlich kaum öfter als einmal an, aber ich find's trotzdem ein nettes "Beiwerk", den Musiker mal unverfälscht antworten zu hören.
Wer eh alles hat von WISHBONE ASH, braucht diese Scheiben nicht, aber jemand wie ich, der aus den letzten Jahren nur wenig kennt, verschafft sich mit "Backbones" einen hübschen Überblick und schon mal Appetit aufs nächste Konzert.

Epi Schmidt, 06.01.2005

 

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