Wishbone Ash

Elegant Stealth

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.01.2012
Jahr: 2011
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Wishbone Ash
Elegant Stealth, Golden Core, 2011
Andy PowellVocals, Guitar
Muddy ManninenGuitars
Bob SkeatBass
Joe CrabtreeDrums
Produziert von: Andy Powell Länge: 66 Min 00 Sek Medium: CD
01. Reason To Believe07. Heavy Weather
02. Warm Tears08. Mud-slick
03. Man With No Name09. Bis Issues
04. Can't Go it Alone10. Migrant Worker
05. Give It Up11. Invisible Thread
06. Searching For Satellites12. Reason To Believe (Remix Hidden Track)

Erst wenige Tage ist es her, dass ich mir mit einem lebenslangen Freund WISHBONE ASHs "Pilgrimage" Album angehört habe - als Schallplatte - und wir uns einig über die zeitlose Qualität dieses Albums waren. Wie ja überhaupt die ersten vier, na, aber mindestens die ersten drei Alben der Band Glanzlichter des Rock, mit Folk- und Blues-Einflüssen, sind und Lehrstücke für Zwillings- und Doppelgitarrenarbeiten.
Für mich bleibt das Ur-Quartett die Bestbesetzung, wenngleich der Formation mit Laurie Wisefield auch noch ein paar geniale Songs aus den Fingern glitten. Danach wurde munter gewechselt und einzig Andy Powell hält über Jahre hinweg die Wünschelknochenfahne am wehen. Mit wechselndem Erfolg, aber ohne wirklich schlecht zu werden. Um alte oder neue Fans zu Jubelstürmen hinzureißen, hat's indes nur noch selten gereicht, aber was will man nach über 40 Jahren erwarten? Immerhin hat Powell - meines Erachtens - eine gute Entscheidung gefällt, indem er Ben Granfelt durch dessen Landsmann und Ex-Bandkollegen Muddy Manninen ersetzte. Letzterer schien sich mir doch mehr dem WISHBONE ASH Sound anzudienen, als ihm - wie sein Vorgänger - zu sehr seinen eigenen Stempel aufdrücken zu wollen. Zusammen mit dem nun auch schon seit 14 Jahren zur Band gehörigen Bob Skeat, ist da eine ansprechende Saitenfraktion am Werk und lediglich Drummer Joe Crabtree muss sich seine Sporen noch verdienen.

Was soll man von einem neuen WISHBONE ASH Album erwarten? Wie weit kann man das Konzept noch ausreizen? Meine Hoffnungen waren gering und mit dem ersten Song, Reason To Believe, liefert man zwar ein paar der typischen Harmonien, aber gleich darauf biegt man in auf eine üble Mainstream-Schiene ein, die vielleicht für Radioeinsatz sorgen könnte, aber mir doch zu sehr nach Pop-Rock im Stile von REO SPEEDWAGON klingt. Prinzipiell nicht schlecht, aber von dieser Band erwarte ich mir doch etwas mehr Progressivität.
Welche man anscheinend mit Warm Tears bemüht ist nachzuliefern. Mit seinem eher sperrigen Rhythmus - hier scheint sich schon Drummer Joe Crabtree zu bewähren - , seinen doppelstimmigen Gitarren und der Gesangsmelodie (welche man zugegeben in ähnlicher Form schon gehört hat), ist das schon weit mehr geeignet, das Herz des Fans zu erfreuen. Kommt durchaus gut und brat mir doch einer 'nen Storch, wenn Don Airey nicht auch hier die Orgel im Hintergrund knetet.
Man With No Name scheint mir dann wieder etwas zu weit in die seichtere Abteilung abzudriften, wobei gegen die Sounds eigentlich kaum was zu sagen ist. Auch über den Gesang kann man nicht klagen. Nur der Song an sich, transportiert zunächst nicht mehr als eine nette Melodie. Gut wird’s immer dann, wenn die Akustikgitarre nahezu allein spielt und die E-Gitarre(n) darüber auf die Startbahn einbiegen. Schade, hätte hier ruhig öfter passieren dürfen.
Mit den ersten Gitarrenläufen in Can't Go It Alone scheint man dann tatsächlich an die glorreichen Tage von "Argus" bis "Pilgrimage" einzubiegen. Da sind die typischen, folkloristischen Zutaten ebenso vorhanden, wie die lyrischen Melodien und die dynamische Struktur. Das macht jetzt richtig Spaß und lässt einen gleich freudig mitwippen. Kriegt man schon fast Lust, sich das mal im Konzert anzuhören.
Giving It Up wird wieder etwas allgemein verträglicher, ohne ins Beliebige abzudriften. Hat so einen leichten Country-Rock Touch und das gewisse Highway-Feeling.

Die 6-minütige Ballade Searching For Satellites schleppt sich etwas langatmig dahin, also eher was für die Entspannungsstunde zu Hause, denn fürs Konzert oder den Start in einen Abend "on the road".
Auch Heavy Weather ist mir etwas zu süßlich, allerdings muss ich ihm einen guten Groove und ein paar sehr typische ASH-Gitarrenparts zugestehen, die mich doch ziemlich mit der Nummer verwöhnen. Das Zusammenspiel von den beiden Gitarren und dem Bass kommt schon richtig gut. Ein richtig kleines Konzept-Stück.
Bei der Instrumentalnummer Mud-slick ist Don Airey dann "offiziell" dabei und entsprechend legt er sich auch ins Zeug um den beiden Gitarreros Paroli zu bieten. Wenn Don in die Tasten greift, riecht das zum Teil sehr nach PURPLE. Powell und Manninen sind aber bestrebt, dem RAINBOW- und DEEP PURPLE Keyboarder nicht kampflos das Feld zu überlassen. Ich bin ja nicht so der Instrumental-Fan, aber die Drei gestalten die Nummer durchwegs unterhaltsam.
Für Big Issues bringt man einen Bass-betonten funkigen Groove ins Spiel, der eine gute Grundlage für leicht vertrackte Gitarrenparts liefert. Sollte sich auch live bewähren dürfen.
Den funky Rhyhtmus behält man auch für Migrant Worker und Invisible Thread bei, würzt diesen aber mit ein paar vertrauten Doppel-Gitarren-Läufen. Nach dem letzten Stück folgt kurz darauf der "Hidden Track" in Form einer "Dance-Aufbereitung" von Reason To Believe. Sorry, mit diesem "Remix" kann ich leider noch weniger anfangen, als mit dem poppigen Ursprung. Ansonsten wäre - oder vielmehr ist - "Elegant Stealth" ein ziemlich gut hörbares WISHBONE ASH Album. Kein Vergleich mit den Klassikern, aber welche Band kann das schon liefern? Wer an den Urwerken festklebt, der wird sich nicht so leicht hiermit zufriedengeben, aber wer der Band auch in den letzten Jahren Auge und Ohr geschenkt hat, der wird hier nicht enttäuscht und für beide Seiten sind hier ein paar Gitarren-Doppel-Parts vom Feinsten zu finden. Ein Konzertbesuch dürfte sich durchaus lohnen.

Epi Schmidt, 09.01.2012

 

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