Witch

Witch

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.09.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Witch
Witch, Tee Pee Records, 2006
Kyle Thomas Vocals & Guitar
Asa Irons Guitar
Dave Sweetapple Bass
J Mascis Drums
Produziert von: John Agnello & Witch Länge: 40 Min 34 Sek Medium: CD
1. Seer5. Rip Van Winkle
2. Soul Of Fire6. Hand Of Glory
3. Black Saint7. Isadora
4. Changing

Tja, wenn es um die Band WITCH geht, werden wahrscheinlich 99,9% der Rezensionen sofort auf den Namen J Mascis anspringen. Zwar ist das Hooked On Music selbstverständlich immer um Originalität bemüht, andernfalls gibt es natürlich auch so etwas wie journalistische Sorgfaltspflicht, also kann ich mich da beim besten Willen auch nicht verweigern. Also denn: Joseph Donald Mascis Junior, kurz J Mascis, seines Zeichens (Quer-)Kopf der ewigen Indielegende DINOSAUR JR., die immer noch wirken, als seien sie Mitte der Neunziger vom Nightliner einer Grungeband an irgendeiner hässlichen Autobahnabfahrt abgesetzt worden, und nur noch sehr spärliche Lebenszeichen von sich geben, dieser J Mascis wollte endlich einmal wieder richtig straighte Klänge von sich geben.
Und er wollte, statt minutenlangem Saitenquälen in Endlossoli, endlich mal wieder hinter die Schießbude. Zusammen mit seinem Kumpel Dave Sweetapple brachte er WITCH auf den Weg, ergänzt durch Kyle Thomas (früher bei EXHORDER und FLOODGATE, jetzt bei ALABAMA THUNDERPUSSY) und Asa Irons von der Folkformation FEATHERS. Und zu viert lassen WITCH die Luft ordentlich brennen.
Tief verwurzelt in den70ern, vollgesogen mit schwerer Psychedelia, jeder Menge Doom und einem kräftigen Schuss Blues zelebrieren WITCH eine Art Acid Hard Rock, irgendwo zwischen ST. VITUS, CATHEDRAL und WITCHCRAFT.

Will heißen, dieser Hardrock ist deutlich näher bei BLACK SABBATH als bei DEEP PURPLE, und hat dennoch irgendwie eine erhaben klassische Ausstrahlung, trotz aller schweren Düsterniss. J Mascis erledigt seine Sache an den Drums hervorragend und immer wieder gibt es diese kleinen Schlenker (wie die Vollbremsung im Gitarrenwand-Monster Seer, als nach einer Atempause plötzlich, vom Bass angestachelt, die hypnotischen Riffgebilde wieder von hinten angekrochen kommen), die dafür sorgen, dass es nicht zu stromlinienförmig wird.
Eine fulminante Scheibe für alle Freunde der heftigen, tiefen Töne.

Ralf Stierlen, 15.09.2006

 

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