Wolf Maahn

Zauberstrassen

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Wolf Maahn
Zauberstrassen, Motor Music/Universal, 2004
Wolf MaahnGesang, Gitarre, Keyboards, Dotar, Percussions, Programming, Drums
Gäste:
Volker VaessenBass
Loco NeumannGitarre
Christoph KählerSchlagzeug
Oliver JägerPiano, Hammond Organ
Angelika Maahn, Salme NoahBacking Vocals
Martin WallisProgramming
Produziert von: Wolf Maahn Länge: 60 Min 28 Sek Medium: CD
1. Eins für die Träumer7. Kathedralen von Zahlen
2. Mach es deins8. Schlüssel, der zum Himmel passt
3. Süsser Alarm9. Zauberblick
4. Schatzjäger10. Treibsand
5. Grüsse vom Mond11. Richtig
6. Karima

Der Wolf ist zahm und ruhiger geworden. Er hat seinen Biss verloren. Das ist eigentlich jetzt nicht wirklich weiter verwunderlich, denn die Zeiten, in denen Wolf Maahn die Rolle des deutschen Vorzeigerockers besetzte, in der er durchaus als die europäische Antwort auf Bruce Springsteen verstanden werden konnte, sind schon lange vorbei.

Wann erschien "Kleine Helden"? 1986? Seitdem hat Wolf Maahn seinen musikalischen Schwerpunkt mehr und mehr in Richtung Pop und Soul verlagert, ließ aber immerhin noch sporadisch seine Rock 'n' Roll-Qualitäten aufblitzen.

Songs wie Für den dicken Mann, Der Himmel über Dresden oder Sie ist wieder da versprühten durchaus noch den Geist des rockenden Maahn, wie man ihn von "Irgendwo in Deutschland" her kennt, und an dem er sich messen lassen muss, ob ihm das nun passt oder nicht.

Nun begibt sich Wolf Maahn auf die "Zauberstrassen" - ignoriert dabei geflissentlich jegliche gültige Rechtschreibkonvention - und legt damit ein für ihn urtypisches Album vor. Überraschungsmomente - Fehlanzeige, wenn man den hypnotischen und sehr modern arrangierten Opener Eins für die Schwärmer mit seinen Trance-Einflüssen außer Acht lässt. Einfach Wolf Maahn, wie man ihn aus seiner jüngeren Vergangenheit kennt, allerdings weiter vom Rock 'n' Roll entfernt, als je zuvor, das Album "Soul Maahn" einmal ausgenommen.

Das ist okay, das ist nett und gefällig, bisweilen musikalisch und lyrisch zwar reichlich banal und oberflächlich, dürfte den Großteil seiner Gefolgschaft trotzdem vollauf zufrieden stellen. Natürlich stellt Wolf Maahn auch anno 2004 noch 99 Prozent der deutschsprachigen Kollegen, angefangen bei Grömemeyer bis hin zu Westernhagen locker in den Schatten, doch für den rockenden Maahn gibt es derzeit einfach keinen Ersatz.

Hier ist in der deutschsprachigen Rockszene ein Vakuum entstanden und kein ernsthafter Nachfolger ist in Sicht, der es ausfüllen könnte. MENDE sind genau so wie LOTTO KING KARL nur von regionaler Bedeutung, wobei erstere aufgrund anderer Projekte nur halbherzig agieren und letzterem zu penetrant der Schalk im Nacken sitzt.

Natürlich muss man akzeptieren, dass Wolf Maahn sich weiter entwickelt und stilistisch umorientiert hat, das seine Musik und seine Texte heute weitaus gemäßigter und harmloser sind als noch vor zwanzig Jahren.

In der freien Wildbahn wäre jedoch, wenn der alte Leitwolf schwächelt, ein hungriger, rebellischer Jungwolf aufgetaucht und hätte die Führung des Rudels übernommen. "Zauberstrassen" macht vor allem deutlich, dass dies auch für die deutschsprachige Rock(!)szene heute notwendiger denn je zuvor wäre. Es sei denn Wolf Maahn kriegt doch noch mal die Kurve... woran ich aber derzeit nicht so recht glauben mag.

Martin Schneider, (Artikelliste) 18.10.2004

 

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