Woven Hand

Blush Music

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.04.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Woven Hand
Blush Music, Glitterhouse Records, 2003
David Eugene EdwardsVocals, Guitar, Cello, Banjo, Bass, Percussion
Gäste:
Daniel McMahonPiano
Ordy GarrisonDrums
Produziert von: David Eugene Edwards Länge: 67 Min 10 Sek Medium: CD
1. Cripplegate (Standing On Glass)6. The Way
2. Animalitos (Ain't No Sunshine)7. Aeolian Harp (Under The World)
3. White Bird8. Your Russia (Without Hands)
4. Snake Bite9. Another White Bird
5. My Russia (Standing On Hands)10. Story And Pictures

Ich bin wahrlich kein sonderlicher Country- oder Folkfan. Aber manchmal mache ich doch eine Ausnahme. Zum Beispiel immer, wenn jemand aus dem Dunstkreis von 16 HORSEPOWER beteiligt ist.
Hier liegt nun das neueste Werk des HORSEPOWER-Masterminds David Eugene Edwards vor, der unter seinem Soloprojektnamen WOVEN HAND für die belgische Tanzformation ULTIMA VEZ DANCE COMPANY "Blush Music" nicht nur geschrieben, arrangiert und produziert, sondern auch fast im Alleingang eingespielt hat.

Waren schon die 16 HORSEPOWER bekannt für ihren elegisch-eleganten Folkrock, so ist dies hier noch ein Spur düsterer.
Der Start mit Cripplegate ist noch halbwegs konventionell mit tänzelndem Banjo, wobei die Stimme von Edwards schon einen gehörigen Schuß Melancholie untermischt.
Das gewaltige Animalitos (Ain't no sunshine) bildet grandios eine Sonnenfinsternis ab: aus sich auftürmenden, ultra-düsteren Klang- und Geräuschkaskaden bricht plötzlich die Melodie von Ain't no sunshine hervor. Einige Zeit wird die gewaltige Kraft dieser Melodie in den Raum gestellt, ja geradezu ausgekostet, bis plötzlich wieder Schwaden der Düsternis durch das Stück ziehen.

White bird ist perkussiv treibend angelegt, die hypnotisch-lakonischen Vocals von David Eugene Edwards erinnern an den großartigen Lee Clayton.
Mit Snake bite wird dann das am schwersten zugängliche Stück dargeboten, ein avantgardistisch angehauchtes Instrumental voller flirrender Luft und staubigem Wüstensand, sozusagen die Tonwerdung von Death Valley.
My Russia ist dann wieder leicht und federnd, dabei von geradezu bitterer Süsse. Nach dem kurzen Zwischenspiel The way folgt mit Aeolian harp wieder ein Monument knarzender Düsternis, das in eine choralartige Melodie aufgelöst wird. Coolere Vocals als die von Edwards hier dargebotenen sind kaum denkbar.

Das stampfende, drängelnde und treibende Your Russia ist das rockigste Stück des Albums, erinnert auch hier wieder an Lee Clayton.
Another white bird basiert auf einem hypnotischen, an Stammestrommeln erinnernden Perkussionsteppich, über dem die klagende, sehnsuchtsvolle Melodie des Banjos liegt und entwickelt sich zum Ende hin zu einem Alternative (Folk-) Rocker.
Das abschließende Story and pictures ist schlicht zum Niederknien: aus einem düster dräuenden Klangteppich schält sich eine geradezu erlösende, herrlich melancholische Weise hervor, getragen von Edards' unvergleichlichen Vocals.

Fazit: Falls sich der Marlboro-Mann irgendwann einmal ernsthaft mit Suizid-Gedanken befassen sollte, dies wäre der ideale Soundtrack dazu.
Ein nicht einfach großartiges, sondern ein wahrhaft großes Album.

Ralf Stierlen, 02.04.2003

 

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