Xystus

Equlibrio

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.12.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Marc Langels


Equlibrio, Sensory Records, 2008
Ivo van DijkSchlagzeug
Bob WijtsmaGitarre
Mark BrekelmansBass
Joris van de KerkhofKeyboards
Bas DolmansGesang (Diegu The Traveller) & Gitarre
Simone SimonsGesang (Lady Sophia)
John VooijsGesang (Primos)
George OosthoekGesang (Tod)
Michelle SplietelhofGesang (Aveline)
Utrechtsch Studenten ConcertOrchester
Anja Wessels, Willeke Heijstee, Marlos Reijzen, Marcel Veendendaal, Hans van Os, Lou PrinceChor
Produziert von: Ivo van Dijk & Joris van de Kerkhof Länge: 54 Min 50 Sek Medium: CD
01. Equilibrio Ouverture07. Destiny Unveiled
02. My Song Of Creation08. My Time Of Need
03. The Traveller09. Forever Bound
04. Last Breath10. The Message
05. Divided We Stand11. Balance Restored
06. The Conflict12. God Of Symetry

Die Niederländer von XYSTUS sind noch eine relativ neue Band (bislang zwei Studio-Alben) und machen eine Mischung aus Prog- und vor allem Power-Metal à la KAMELOT. Und bereits auf ihrem dritten Album wagen sich die Herren an ein Magnum Opus - ein Konzeptalbum geschrieben und eingespielt zusammen mit dem Utrechtsch Studenten Concert Symphonie-Orchester und eingesungen unter anderem von EPICA-Frontfrau Simone Simons. Das klingt alles sehr viel versprechend.

Und tatsächlich das Klangerlebnis auf der CD ist wirklich imposant. Hier hat sich nicht eine Heavy Metal Band einfach mal eben ein Orchester ins Studio dazugeholt, um mehr Atmosphäre in die Musik zu bringen. Sondern hier wurde gemeinsam musiziert und dabei darf das Orchester dann auch häufiger mal den Ton angeben. Das hat sogar hin und wieder den Vorteil, dass die nicht immer sehr originellen musikalischen Ideen der Band "überspielen".

Denn vieles, was XYSTUS hier bieten, hat man als Fan von KAMELOT oder SAVATAGE schon spannender gehört. So könnte unter anderem "Divided We Stand" auch problemlos von KAMELOT stammen. Auf der anderen Seite bekommen die Songs durch den durchgängigen Einsatz des Orchesters eine Tiefe, die auf vielen anderen Platten fehlt. Zudem findet man hier keinen einzigen wirklich schlimmen Ausfall im Songwriting, so dass "Equilibrio" durchaus unterhaltsam ist.

Aber die CD beweist auch, dass es anders geht: erstes Highlight ist dann auch gleich der Opener, die dreiminütige Equilibrio Ouverture. Zudem wartet das Album zum Schluss noch einmal mit einigen starken Stücken auf. Dabei stellt das Orchester unter Beweis, dass die als eher verkopft geltenden Ensemble-Musiker sich auch sehr gut auf das treibende Element im Heavy Metal verstehen.

Zudem nimmt sich die Band im Gegenzug etwas zurück und setzt nur vereinzelte Akzente. In instrumenteller Sicht können die einzelnen Band-Mitglieder auf dieser CD keine Glanzlichter setzen, denn ausgeprägte Soli sind hier nicht vorhanden. Die musikalischen Highlights setzt vielmehr ausschließlich das Orchester.

Getragen wird das Gesamtwerk aber natürlich über die Stimmen und da haben XYSTUS Glück mit Simone Simons eine sehr bekannte und qualitativ hochklassige Sängerin verpflichtet zu haben. Unverständlich ist dann jedoch, warum ausgerechnet sie die kleinere der beiden Frauen-Rollen als Lady Sophia bekommen hat. Zumal die zweite Sängerin im Ensemble Michelle Splietelhof zwar Schauspielerin aber eben eine eher durchschnittlich begabte Sängerin ist. Das soll nicht heißen, dass sie hier keine gute Leistung bringt, aber einer Simone Simons kann sie verständlicherweise stimmlich nicht das Wasser reichen.

Problematisch ist zudem die Besetzung der beiden männlichen Hauptrollen: die Stimmen von Sänger Bas Dolmans (als Reisender Diegu) und John Voijs (in der Rolle des machtbesessenen Königs Primos) sind sich einfach zu ähnlich, als dass beim bloßen Zuhören sofort deutlich wäre, welcher Part gerade singt. Also ist man fast gezwungen, das Booklet zur Hand zu nehmen und den Text aufmerksam zu verfolgen. Darauf hätte man meiner Meinung nach bei der Besetzung besser achten sollen.

Ein weiterer Kritikpunkt bei dieser CD ist die Auswahl der Songs. Wenn man schon einen Rock-Oper mit großem Aufwand komponiert und produziert, dann verstehe ich nicht so recht, warum nur ein Teil der Titel auf CD veröffentlicht wird? Denn so erscheinen die Texte eher fragmentarisch als wirklich eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Zudem erscheint die Entwicklung der Charaktere sprunghaft und nicht immer nachvollziehbar. Des Weiteren kann die Band nicht bei allen Songs wirklich überzeugen. Das alles klingt ein wenig zu eintönig, zu gleichförmig und nicht eigenständig genug.

"Equilibrio" bedeutet Gleichgewicht und darum geht es auch in dieser Story - das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse. Ying und Yang. Der Deal mit dem Teufel (oder in diesem Fall mit dem Tod - gegrowlt von George Osthoek von DELAIN). Ein zufälliger Held, der durch eine übergeordnete Macht ausgewählt wird. Das ist alles nicht wirklich neu. Weder das Bildnis noch die gesamte Erzählung zeichnen sich durch besondere Einfälle aus. Alle Ideen sind aus dem reichen Fundus der Rock-Opern oder Konzept-Alben wiederaufbereitet und wenig originell.

Bei zwei Jahren Zeit, um das Konzept zu entwickeln ist das schon als enttäuschend zu bezeichnen. Allerdings wird dem Hörer ja auch nicht die gesamte Geschichte auf dieser CD geboten. Vielleicht warten ja die Mitschnitte der Live-Shows vom Juli 2008 (werden im Januar als Doppel-CD und DVD veröffentlich) mit Überraschungen auf, aber das was vorliegt ist in dieser Hinsicht nur Durchschnitt.

Insgesamt fällt die Studio-Version von "Equilibrio" für Fans von Rock-Opern oder aber Konzept-Alben in die Kategorie: kann man kaufen, muss man aber nicht. Das Album wird hauptsächlich durch den - im Vergleich zu anderen Produktionen - verstärkten Einsatz des Orchesters interessant. Auf der anderen Seite ist "Equilibrio" aber auch kein schlechtes Werk geworden, das mit schönen Gesangsleistungen zu überzeugen weiß. Vielleicht kann ja die Veröffentlichung der Live-Doppel-CD die Lücken bei der Story auffüllen und mit musikalischen Ideen insbesondere der Band überzeugen.

Marc Langels, 14.12.2008

 

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