Yes

9012 Live

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 23.03.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Yes
9012 Live, Warner Music Vision, 2006
DVDLänge ca. 130 min
Region:2, 3, 4, 5 (NTSC)
Audio Format: Dolby Digital 5.1 Sourround, DTS 5.1, Dolby Digital Stero 2.0
Menu Sprache:Englisch
Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugisisch, Spanisch, Japanisch
Bildschirmformat:NTSC 4:3
Jon AndersonVocals, Guitar, Percussions
Trevor RabinGuitars, Vocals
Chris SquireBass, Vocals
Andy KayeKeyboards
Alan WhiteDrums
Concert film:8. It can happen
1. Introduction9. City of love
2. Cinema10. Starship trooper
3. Leave itSpecial features:
4. Hold on11. Director's cut (No visual effects)
5. I've seen all good people12. Interviews
6. Changes13. Access all areas
7. Owner of a lonely heart13. Roundabout

YES gehören zu den Künstlern, die das Medium DVD intensiv nutzen. Erfreulicherweise kommt trotz der Vielzahl an Veröffentlichungen der Qualitätsaspekt nie zu kurz. Eine 'neue' YES-DVD ist immer etwas besonderes, und das trifft auch ohne wenn und aber auf "9012 Live" zu.

Hier bekommt der Fan, den bekannten Konzertfilm aus dem Jahre 1986 geboten, für den Regisseur Steven Soderbergh, der später mit Filmen wie "Sex, Lügen, Videos" oder "Ocean's eleven" in Erscheinung trat, für den Grammy nominiert wurde.

Der Film basiert auf einer der letzten Shows der "90125-Tour", aufgenommen in Edmonton, Kanada, die durch zusätzliche Filmschnipsel im Stile der 50er und 60er-Jahre und visuellen Spielereien der bekannten Effektcompany Charlex, die in Ansätzen an den Vorspann von Monty Phytons Flying Circus erinnern, Videoclip-Charakter erhält. Dieses visuelle Experiment wertet den Live-Mitschnitt durchaus auf und sorgt für Auflockerung und Kurzweil, zumal die damalige Bühnenshow für YES-Verhältnisse auf der schlicht-futuristisch wirkenden Bühne abgesehen vom Finale Starship trooper eher spartanisch ausfällt.

Doch keine Sorge: Für die Musikerpolizei, die ja kein Fingerzucken der Progressiv-Götter verpassen möchte, gibt es auch die 'nackte' Show ohne visuelle Effekte komplett in der Bonus-Section.

Nun ist die "90125"-Phase vor allem bei den Altforderen-Fans der Band, die auch heute wieder das YES-Publikum dominieren mehr als umstritten. Mit Trevor Rabin und Andy Kaye anstelle von Steve Howe und Rick Wakeman, aber wenigstens wieder mit Jon Anderson für Trevor Horn waren YES meilenweit vom typischen Sound der Siebziger entfernt.

Kompaktere Kompositionen die auf den Punkt kamen, weniger ausufernd, vertrackt und verspielt, dazu der Einsatz von 'electronic Drums' als zusätzliche Klangfarbe und ausgefeilte mehrstimmige Gesangs-Arrangements von Rabin, Squire und Anderson katapultierten YES damals in der Gunst eines eher im Mainstream beheimateten Publikums ganz weit nach oben und an die Spitze der Charts. Man musste kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Alte Garde schnell mit dem drohenden 'Ausverkauf'-Zeigefinger winken würde.

Ich bekenne mich dazu: "90125" ist für mich eins der Highlights der Bandgeschichte. Dementsprechend kommt mir die Setlist mit so grandiosen Kompositionen wie Changes, It can happen oder City of love mehr als gelegen.

Beim Anbilck der Bühnenklamotten kann man sich zwanzig Jahre später ein Grinsen nur schwer verkneifen, doch musikalisch lässt auch diese YES-Formation nichts anbrennen. Trevor Rabin verleiht der Band durch sein Heavy Rock-beinflusstes Gitarrenspiel eine Frischzellenkur und beim Klassiker I've seen all the good people wird der Unterschied zwischen Wakeman und Kaye besonders deutlich. Hier der lässige, songdienliche Rock 'n' Roll-Keyboarder (Kaye), dort der extravagante, durchaus innovative, aber egozentrische Wakeman.

Bodenständiger und zupackender, aber auch zugänglicher durfte man YES in ihrer mittlerweile knapp vierzigjährigen Bandgeschichte selten erleben. So haben wir hier eine wunderbare Momentaufnahme, ein Zeitdokument, dass etwas dazu beiträgt, mein seit zwei Dekaden anhaltendes Bedauern, dass ich die Band damals wegen eines Zivildienstlehrgangs nicht selbst live erleben konnte, zu lindern.

Ergänzt wird der starke sechzig Minuten umfassende Konzertfilm durch umfangreiches Bonus-Material. Dieses beinhaltet mit Roundabout einen weiteren Song und präsentiert die knapp halbstündige Dokumentation Access all areas von Soderbergh, die ihm zwar den Auftrag für den Konzertfilm einbrachte, mich persönlich allerdings eher kalt lässt. Dies wird jedoch mit den mehr als fünfunddreißig Minuten Interview-Statements aller Musiker wett gemacht, die mit zum Spannendsten und Informativsten gehören was je in dieser Form veröffentlicht wurde. Hier finden sich offene und kritische Stimmen zur Bandvergangenheit genauso, wie interessante Ausführungen von Trevor Rabin über seine Heimat Südafrika.

Insgesamt ist "9012 Live" das perfekte Rundum Sorglos-Paket für Anhänger dieser Phase der Band, aber vielleicht hilft es auch den bis heute nicht verstummten Kritikern etwas besser die damalige stilistische Ausrichtung ihrer 'jetzt-wieder-Lieblinge' nachzuvollziehen.

Martin Schneider , (Impressum, Artikelliste), 23.03.2006

 

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