Yes

Yesspeak

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 31.12.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Joachim Domrath


Yes
Yesspeak, Classic Pictures Entertainment, 2003
Jon Anderson Lead Vocals, Guitars
Steve Howe Guitars, Vocals
Chris Squire Bass, Vocals
Rick Wakeman Keyboards
Alan White Drums, Vocals
Produziert von: Lyn Beardsall Länge: ca. 320 Min Medium: Do-DVD
1. Sibirian Khatru13. Catherine Of Aragon
2. Magnification14. Celtic Jig
3. Don't Kill The Whale15. Jane Seymour
4. Deeper16. Heart Of The Sunrise
5. Death Of Ego17. Long Distance Runaround
6. True Beginner18. The Fish
7. Turn Around And Remember19. Awaken
8. We Have Heaven20. I've Seen All Good People
9. South Side Of The Sky21. Roundabout
10. And You And I22. Your's Is No Disgrace
11. To Be Over23. No Opportunity Neccessary...
12. Show Me

Da ist sie nun. Die definitive YES-Doku-DVD zu ihrem 35jährigen Bestehen und der dazu stattgefundenen Europatour.
Als erstes fällt das schnuckelige Digipack ins Auge. Zwei DVDs verstecken sich im Inneren des edlen Schubers. Wer sich die DVDs zu Gemüte führen will, sollte seine Frau zum Einkaufswochende in die Großstadt schicken bzw. die weiblichen YES-Fans ihren Mann beim Skat-Turnier abgeben. Dann nichts wie den DVD Player eingeschaltet und rein mit der ersten DVD.

Weit über 300 Minuten erwarten den Musikfreund. Viel zu lang? Das dachte ich zuerst auch. Doch nachdem die ersten 90 Minuten der locker präsentierten Dokumentation wie nix verflogen sind, sieht die Sache schon ganz anders aus.
Ich selbst habe die Band zuletzt im Jahre 1974 oder 75 in Hannover in der Eissporthalle in der jetzt wieder aktuellen Besetzung gesehen. Es war ein großartiges Konzert das in einen perfekten Sound getaucht war.
(Ah ja, quasi vorgestern also... As time goes by, gell Joachim)
Hier steht allerdings nicht so sehr das Livekonzert im Mittelpunkt, sondern die Musiker. Allerdings gibt's auf der zweiten DVD noch einen ausgiebigen Audioteil in bester digitaler Tonqualität mit ihren größten Hits und natürlich den aktuellen Songs zu hören.

Zuerst eine kleine Quizfrage zu "Yesspeak". WHO speaks in the Background? Natürlich kein Geringerer als Roger Daltrey. Der quatscht dermaßen perfekt, als würde er schon seit Jahren die Dokumentationen der BBC kommentieren.

"Yesspeak" ist eine Mischung aus Interviews und Roadmovie. Und man erkennt schon nach wenigen Minuten, dass sich hinter dem kurzen Wort YES fünf überaus sympathische und doch eigenwillige Musiker verbergen, die eines gemeinsam haben: Die Liebe zur Musik.
Die Gespräche mit den Bandmitgliedern entlocken mir oft so manchen Lacher. Jeder der Fünf kommt in einem persönlichen Porträt ausgiebig zu Wort. In Bild und Ton versteht sich natürlich.
Es ist schon zum schmunzeln, wenn Alan White erzählt, dass er und Chris sich oft wegen einer einzigen Note in die Haare kriegen, obwohl sie ja locker 5 Millionen davon am Abend spielen. Und droht das Ganze auszuufern, wird dem Ganzen die Schärfe durch etwas Geblödel von Rick genommen. Rick, Alan und Chris, so stellt sich dabei heraus, sind das berüchtigte Komiker-Tour Trio.
Und es kommt schon mal vor, dass YES 5 Minuten später anfangen, weil sich Herr Squire noch seine Mähne kunstgerecht mit dem Föhn stylen muß.

Teilweise garnieren die Jungs ihre Interviews mit einer gehörigen Prise schwarzen Humors. So sitzt Rick Wakeman locker auf der Terasse seines Teneriffa-Domizils und erzählt, dass es keine Erkrankung gibt die er noch nicht hatte. Herzinfarkte, Alkoholismus, Lungenentzündung, Vasektomie usw. Seine Tage sind eigentlich längst gezählt. Also hat er wohl mehr Leben als eine Katze. Und die hat bekanntlich neun.
Und man erfährt auch, dass Alan White der Abenteurer der Band ist. Hochseeangeln und Scuba-Tauchen sind seine Leidenschaft, während Jon Anderson und Chris Squire lieber an der Westküste Kaliforniens in der Sonne liegen und Steve Howe im regnerischen England an seinen Gitarren zupft. Rastlos dagegen Rick Wakeman, der in den YES Tourpausen oft mit eigener Band auf Reisen ist.

Abenteuerlich und witzig ist die Geschichte (von Chris erzählt), wie "The Yes Album" (eine meiner Inselplatten) zuerst die britischen Charts stürmte. In einer Zeit ohne Computer und Fax verschickten die Plattenläden wöchentlich ihre handgeschriebenen Listen der bestverkauften Platten an den MELODY MAKER. Doch im Veröffentlichungszeitraum des Albums streikte die britische Post. So kamen die Musikzeitschriften nicht an ihre Zahlen. In der Not suchte man sich einen Laden als Zahlenlieferant aus. Es war der erste VIRGIN Plattenladen Englands. Richard Branson war damals noch ein kleines Licht und er war befreundet mit YES-Manager Brian Lane. Der pflasterte den Laden mit dem "Yes Album" förmlich zu. Wahrscheinlich hat er in der ersten Woche auch jede Menge Alben auf eigene Rechnung gekauft. Und so nahm das freudige Unheil seinen Lauf.

Die ganze Dokumentation ist spannend wie ein Krimi und amüsant wie eine Komödie. Durch die deutschen Untertitel gibt es selbstverständlich keine Verständigungsprobleme.
Als Bonus gibt es den schon erwähnten 140-minütigen "Audio Only" Live-Teil und ein "Behind the Scenes" Special, wo man sich amüsieren darf, wie Band und Road-Crew gegenseitig um die Wette frotzeln.
Die Tonqualität ist in Dolby Digital 5.1 sehr gut, während die DTS-Spur dynamisch ein wenig schwächelt. Der "Audio Only" Live-Konzert-Teil ist nur in Dolby Digital 5.1 anwählbar. Das Bild strahlt schön knackig scharf aus der Röhre.

"Yesspeak" ist eine der besten erhältlichen Musikdokumentationen. Man langweilt sich nicht eine Sekunde bei den weit über 300 Minuten.
Eine würdige DVD für die ProgRock Band schlechthin.

Dokumentation (DVD 1 und DVD 2):
Länge: 180 Minuten
Ton: Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1
Audio Only Live Konzert (DVD 2):
Länge: 140 Minuten
Ton: Dolby Digital 5.1
Regionalcode 0

Joachim Domrath, 31.12.2003

 

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