ZZ Top

Goin‘ 50

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.08.2019
Jahr: 2019
Stil: Blues Rock
Spiellänge: 191:02
Produzent: Bill Ham, Billy F. Gibbons, Rick Rubin & ZZ Top

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Plattenfirma: Warner Music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

The Doors

Titel
01. La Grange
02. Beer Drinkers & Hell Raisers
03. Tush
04. Salt Lick
05. Millers Farm
06. (Somebody Else Been) Shaking Your Tree
07. Francine
08. Heard It On The X
09. It‘s Only Love
10. Arrested For Driving While Blind
11. Enjoy And Get It On
12. I Thank You
13. Cheap Sunglasses
14. I‘m Bad, I‘m Nationwide
15. Leila
16. Tube Snake Boogie
17. Pearl Necklace
18. Gimme All Your Lovin‘
19. Got Me Under Pressure
20. Sharp Dressed Man
21. TV Dinners
22. Legs
23. Sleeping Bag
24. Can‘t Stop Rockin‘
25. Stages
 
26. Rough Boy
27. Delirious
28. Woke Up With Wood
29. Velcro Fly
30. Doubleback
31. Concrete And Steel
32. My Head‘s In Mississippi
33. Give It Up
34. Decision Or Collision
35. Viva Las Vegas
36. Gun Love
37. Pincushion
38. Breakaway
39. Girl In A T-Shirt
40. Fuzzbox Voodoo
41. She‘s Just Killing Me
42. What‘s Up With That
43. Bang Bang
44. Rhythmeen
45. Fearless Boogie
46. 36-22-36
47. Piece
48. I Gotsta Get Paid
49. Waitin‘ For The Bus (Live)
50. Jesus Just Left Chicago (Live)
Musiker Instrument
Billy F. Gibbons Gesang & Gitarre
Dusty Hill Gesang & Bass
Frank Beard Schlagzeug
Gastmusiker:
Dan Mitchell Bass
Lanier Greig Orgel

Satte 50 Jahre hat die „little band from Texas“ - besser bekannt als ZZ TOP – mittlerweile auf dem Buckel. In diesem halben Jahrhundert hat das Trio, bestehend aus Billy F. Gibbons (Gesang & Gitarre), Dusty Hill (Gesang & Bass) und Frank Beard (Schlagzeug), mehr als nur einmal Musikgeschichte geschrieben, sich sowohl visuell als auch akustisch neu erfunden und ist sich dabei immer selber treu geblieben. Zudem hat das Trio Hymnen en Masse geschrieben, die sowohl bei knallharten Blues-, Boogie- und Southern Rock-Fans als auch im Mainstream-Rock-Anhang begeistert aufgenommen und (vollkommen zu Recht) kultisch verehrt werden. Und aus Anlass dieses raren, runden Geburtstags werden ZZ TOP nun mit einer Compilation namens “Goin‘ 50“ gewürdigt.

Die Zusammenstellung der besten Songs kommt in zwei Versionen daher. Die Einfach-CD ist bereits erschienen und enthielt 18 essentielle Songs (aber logischerweise auch kaum Überraschungen). Der Rezension zu Grunde liegt aber die Version mit drei CDs, die es – passend zum Titel – dann auch auf 50 Stücke aus der illustren Karriere der Band bringt und damit einen sehr viel umfassenderen und kompletteren Überblick über das Schaffen der Herren mit Bart liefert. Im Gegensatz zu einigen anderen Greatest Hits-Zusammenfassungen geht man hier überwiegend chronologisch vor, was ich persönlich immer begrüße, da es die klangliche Weiterentwicklung der Band auch hörbar nachvollziehen lässt.

Die erste der drei CDs steht folgerichtig im Zeichen der frühen Jahre. Dabei dürfen die Klassiker La Grange, Beer Drinkers & Hell Raisers, Tush, Francine, Cheap Sunglasses oder I‘m Bad, I‘m Nationwide natürlich ebenso wenig  fehlen wie die erste Single der Band Salt Lick mit der damaligen B-Seite Miller‘s Farm. Dabei fällt eine gewisse klangliche Nähe zu den DOORS auf, die natürlich insbesondere dem Einsatz der Orgel von Lanier Greig aber auch  dem eher swingenden Schlagzeugstil von Dan Mitchell (gehörten beide zur Ur-Besetzung) geschuldet ist. Ebenfalls ungewöhnlich mutet aus heutiger Sicht der fast schon Country-mäßige Klang von (Somebody Else Been) Shaing Your Tree an. Aber dafür bekommt man solche fast schon vergessenen Perlen wie Enjoy And Get It On, I Thank You, die eher ungewöhnlich sanfte Ballade Leila oder den Tube Snake Boogie zu hören, die dem Hörer einen ziemlich guten Eindruck davon vermitteln, wie ZZ TOP auf den ersten Scheiben ihrer Diskographie geklungen haben.

Die zweite Scheibe steht dann ganz im Zeichen der glorreichen 1980er und beginnenden 1990er Jahre. Die Band hatte ihre internationalen Durchbruch geschafft und dabei war es ihnen sogar gelungen – mit Hilfe einer Reihe von  unterhaltsamen Videos – auch das neue Medium MTV und die damit verbundene Generation Musikfans für sich zu gewinnen und dort eine ganze Reihe von Liedern wie etwa Legs, Sharp Dressed Man, Sleeping Bag, Gimme All Your Lovin‘ oder Rough Boy in die begehrte Heavy Rotation zu hieven. Aber nicht nur der Einsatz der neuen Technik sorgte für den Massen-Erfolg, sondern auch eine Anpassung an den vorherrschenden Zeitgeist. Der ansonsten staubtrockene Blues- und Boogie-Sound der Band wurde produktionstechnisch aber auch durch den Einsatz von Keyboards und E-Drums aus Sicht zahlreicher alter Fans „verwässert“. Dafür zogen die Texaner aber eine ganze Reihe neuer Anhänger an Land, die der Band ihre kommerziell erfolgreichste Periode bescherten. Und warum dem so war, das zeigt diese Scheibe in Reinform: ein Ohrwurm reiht sich an den nächsten und wenn man bei den Songs genau hinhört, dann entdeckt man unter den glatten Sounds auch weiterhin die Blues-basierten Riffs und den (wenn auch etwas zurückhaltenderen) Boogie-Rhythmus.

Die dritte CD von “Goin‘ 50“ beleuchtet dann die Zeit seit 1994. Das bedeutet allerdings auch, dass hier der musikalische Bogen von dem immer noch sehr poppigen Viva Las Vegas bis hin zum wieder sehr ursprünglichen I Gotsta Get Paid vom bislang letzten Studio-Album der Band aus dem Jahr 2012, “La Futura“, geschlagen wird. Dadurch wirkt diese CD der Zusammenstellung ein wenig „wild“ zusammengewürfelt, da sie ja auch den längsten Zeitraum von immerhin mehr als zwei Jahrzehnten abdeckt. Abgerundet wird diese CD dann durch zwei Live-Versionen der Klassiker Waitin‘ For The Bus und Jesus Just Left Chicago, die beide auf dem Hit-Album “Tres Hombres“ von 1973 enthalten waren. Die Aufnahmen stammen von “Live! Greatest Hits From Around the World“ aus dem Jahr 2008. Und auch wenn diese dritte Scheibe nicht mit der Hit-Power der ersten beiden mithalten kann, so präsentiert sie doch noch einige sehr interessante und starke Kompositionen der Band, wie etwa Pincushion, Breakaway, Fuzzbox Voodoo, Rhythmeen, 36-22-36 oder Piece.

Mit “Goin‘ 50“ bekommen ZZ TOP zu ihrem 50-jährigen Bestehen wirklich die passende Würdigung für eine sensationelle Karriere. Mit gleich 50 ihrer besten Songs und größten Hits bekommt der Hörer satte drei Stunden Texas-Blues und Boogie auf die Ohren. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen – und deshalb sollte jeder Fan (oder wer es noch gerne werden möchte) für diese Dreifach-CD-Zusammenstellung entscheiden. Besser und umfassender kann man eine lebende Blues- und Rock-Legende nicht kennenlernen.

 

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