ZZ Top

Live From Texas (CD)

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CD-Review

Reviewdatum: 03.11.8
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Live From Texas (CD), Eagle Records, 2008
Billy F. GibbonsGuitar, Vocals
Dusty HillBass, Vocals
Frank BeardDrums, Backing Vocals
Produziert von: Barry Ehrmann Länge: 76 Min 01 Sek Medium: CD
01. Got Me Under Pressure09. Blues Intro
02. Waitin' For The Bus10. Blue Jean Blues
03. Jesus Just Left Chicago11. Gimme All Your Lovin'
04. I'm Bad, I'm Nationwide12. Sharp Dressed Man
05. Cheap Sunglasses13. Legs
06. Pearl Necklace14. Tube Snake Boogie
07. Just Got Paid15. La Grange
08. Rough Boy16. Tush

ZZ TOP, die "little ol' band from Texas", wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, veröffentlichen dieser Tage mit "Live From Texas" ihr erstes vollständiges Live-Album. Vorausgegangen ist vor wenigen Monaten die gleichnamige DVD ("Live From Texas"), welche von Kollege Steve Braun mit einem Review bedacht wurde.
Offizielle Live-Mitschnitte von ZZ TOP sind bekanntlich rar gesät. Die zweite Seite der 75er LP "Fandango" plus ein paar Bonus-Geschichten, damit hatte sich der diesbezügliche Output der Herren Gibbons, Hill & Beard bis dato erschöpft.
Über die Veröffentlichungspolitik der drei Texaner wird spätestens seit "Degüello" (1979) debattiert, als man die stilistische Ausrichtung weiter auszuloten begann. Warum und weshalb ZZ TOP in einem Jahrzehnt, welches der Rockwelt eine ganze Reihe von absoluten Live-Klassikern bescherte, nichts dergleichen auf den Plattenmarkt brachten dürfte zumindest für Außenstehende ein Rätsel bleiben. In jener Zeit galten sie live um Längen härter als auf ihren Studiowerken.

Vielleicht es aber genau das, was ZZ TOP ausmacht. Das sie eben nicht das tun, was von ihnen erwartet wird und sich statt dessen immer wieder neu erfinden. Mit dem Klassiker "Eleminator" (1983) dürfte die old-school Fraktion schon vor einem Vierteljahrhundert schwer zu kämpfen gehabt haben. Das nachfolgende "Afterburner" (1985), synthetisch aufgepeppt/-poppt, gilt in heutigen Tagen nahezu überall als der absolute Tiefpunkt im Schaffenswerk der Gruppe.
Nach fünf Jahre Pause begaben sich Gibbons & Co. mit "Recycler" wieder verstärkt in Richtung alte Pfade. Das allerdings 90% des Songmaterials durch ein Ausblenden zu seinem Ende fand zeugte seinerzeit nicht gerade von übermäßigem Ideenreichtum.
Mitte der Neunziger waren ZZ TOP eigentlich wieder dort, wo sie spätestens mit "El Loco" (1981) aufgehört hatten, nämlich beim Blues'n'Boogie nach Texas-Style. Plötzlich galt es als schick, auch daran herumzumäkeln. Fuzzbox Voodoo und Girl In A T-Shirt ("Antenna"; 1994) oder She's Just Killing Me bzw. Loaded ("Rhythmeen"; 1996) präsentierten das Trio in Bestform.
Sicherlich bilden die ersten drei Alben ("ZZ TOP's First Album"; "Rio Grunde Mud", "Tres Hombres") noch heute das Fundament eines jeden Konzerts der Texaner, doch seit dem Zeitraum 1971-73 hat sich die Erde sehr oft gedreht und auch ZZ TOP haben sich weiter entwickelt.

Das She's Just Killing Me zu den Höhepunkten des Soundtracks zu Tarantinos "From Dusk 'Til Dawn" zählt und als Vorreiter des umstrittenen Album "Mescalero" (2003) gelten dürfte wird leider selbst von der Band nicht ausreichend gewürdigt. Vergeblich sucht man beim hier vorliegenden Live-Mitschnitt Highlights dieser Bandphase. Dabei hätte der knochentrockene Boogie-Rocker "Buck Nekkid" vom letzten Studio-Output hervorragend ins Konzert gepasst.
ZZ TOP gehen mit "Live From Texas" auf Nummer sicher. Die CD-Version muss aufgrund verringerter Speicherkapazitäten zudem ohne Pin Cushion, dem einzigen Track der Phase 1994 bis 2003, und dem Klassiker Heard It On The X auskommen.
Der durchaus in Frage zu stellende Sound der DVD wird auch in Form einer CD nicht besser. Stellenweise klingt das Ganze erschreckend drucklos, während man diverse Spielfehler als authentisch entschuldigen darf. Wieso und weshalb man in all den Jahren kein besseres Live-Material herausgebracht hat bildet zumindest für Nicht-Insider ein weiteres Rätsel. Frühe Fans der Gruppe dürften an dieser Stelle zu Recht auf den fast drei Jahrzehnte zurückliegenden Auftritt im Rahmen des "Rockpalast" verweisen.

Im Herbst 2007 aufgenommen, sollte "Live From Texas" trotz aller Mängel für jeden Fan ein "Muß" sein. Die DVD ist wegen des Bildmaterials gewiss vorzuziehen, doch aufgrund der relativ seltenen Veröffentlichungen und obwohl es nicht zur erhofften Offenbarung ZZ TOPs als hervorragender Live-Act reicht, lässt sich "Live From Texas" auch als CD-Version empfehlen.

Jürgen Ruland, 03.11.0008

 

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