ZZ Top

Live From Texas

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 05.06.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Steve Braun


Live From Texas, Eagle Rock Entertainment, 2008
Billy GibbonsGuitars, Vocals
Dusty HillBass, Vocals
Frank BeardDrums, Vocals
Produziert von: Gibbons, Hill & Beard Länge: 122 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Got Me Under Pressure10. Rough Boy
02. Waitin' For The Bus11. Blue Jeans Blues
03. Jesus Just Left Chicago12. Gimme All Your Lovin'
04. I'm Bad, I'm Nationwide13. Sharp Dressed Man
05. Pin Cushion14. Legs
06. Cheap Sunglasses15. Tube Snake Boogie
07. Pearl Necklace16. La Grange
08. Heard It On The X17. Tush
09. Just Got Paid
Bonus-Features:
01. Foxey Lady02. Poker Game
03. Foto-Shooting

"That lil' ol' Band from Texas" gibt ein Lebenszeichen von sich. Soll man sich nun darüber freuen oder ob der langen Wartezeit ärgern? Ganz klar ersteres, denn wenn so alte Knacker noch einmal die müden Knochen aus dem Liegestuhl am Swimming Pool bekommen, um sich ins Studio oder auf die Bühne zu begeben, dann ist das in jedem Fall ein denkwürdiges Ereignis. Ich weiß noch ziemlich genau, wie ich vor 10, 15 Jahren über solche Rock-Rentner gelästert habe. Nun selbst schon die magische 50 direkt vor den Augen, macht mir mein eigener Körper klar, was für eine Willensleistung dahinter stehen muss. LYNYRD SKYNYRD, die ja tatsächlich 2009 noch einmal ein Werk in Angriff nehmen, die ALLMAN BROTHERS und auch ZZ TOP haben einfach schon alles Erstrebenswerte in ihrem Leben erreicht - da fällt es ungleich schwerer, sich noch einmal zu motivieren. Wenn dann diese Dinosaurier tatsächlich noch einmal auf der Bühne erscheinen, ist das Erstaunen groß, was für ein Feuer da noch brennen kann. Eine geile Band bleibt eben eine geile Band, auch nach über 40 Jahren. Nein, ich sehe das so: Ihr großes "Konzert" haben all diese in Ehren ergrauten Cracks bereits gespielt - was jetzt noch kommt ist die Zugabe und die ist ja zumeist das Beste einer gelungenen Show ....

Spricht man über ZZ TOP ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Diskutanten darüber in die Wolle kriegen, wann denn der Abstieg dieser Band nun eigentlich begonnen hat. Bei "Mescalero" mag man sich noch schnell einig sein, bei "Afterburner" vielleicht auch - dagegen wird es bei einer hit-trächtigen Scheibe wie "Eliminator" schon ungleich schwerer.
Auch hier will ich für mich ganz klar Stellung beziehen: Der Abstieg ZZ TOPs begann für mich mit der Entdeckung des Moog-Bass-Synthesizers durch die bärtigen Herren, also mit "Tejas". Die letzte ganz starke Scheibe war für mich "Degüello", weil hier noch raue Ecken und Kanten waren, die mir bei "Eliminator" schon zu stark geglättet waren. Über diese Frage lässt sich -wie gesagt- trefflich streiten.
Aus der Psychedelic-Pop-Band AMERICAN BLUES, die mit Blues außer dem Namen recht wenig gemein hatte, startete 1968 ZZ TOP, noch bartlos übrigens, als reine Blues-Band. "The First Album" und "Rio Grande Mud" zählen für mich zu den stärksten Scheiben der Band. Erst mit der sensationellen "Tres Hombres" hatte man seinen eigenen Stil und das dazu passende Outfit gefunden und, sind wir ehrlich, von diesem Mythos lebt ZZ TOP noch heute.

Die "Beerdrinkers And Hellraiser" unter den Rockfans werden begeistert sein: Zum ersten Mal in der fast 40jährigen Karriere gibt es eine Live-DVD von ZZ TOP. Die Show wurde 2007 in Dallas, TX. aufgenommen. ZZ TOP feuern eine farbenprächtige Lightshow ab und die Bärte agieren ultra-cool und lässig auf der Bühne. Völlig klar, so hungrig-wild wie zu "Fandango"-Zeiten ist keiner der Drei mehr. Über 30 Jahre steckt man nicht so einfach weg, aber Spaß haben sie - das ist unübersehbar! Das Publikum ist von Anbeginn an hart an der Euphoriegrenze und mehrfach kocht diese Stimmung geradezu über. Wenn ich daran denke, dass ZZ TOP auch hierzulande eine solche Begeisterung entfachen können, wächst meine Vorfreude auf die Handvoll Gigs in diesem Sommer ins Unermessliche.
ZZ ZOP starten mit Under Pressure und Waiting For The Bus und man wundert sich über die knödeligen Soli von Billy Gibbons. Mehr als einmal liegt er kapital daneben, allerdings fängt sich der Gute mit dem mörderischen Jesus Just Left Chicago wieder und danach passt es auch. Der Sound ist druckvoll, die Drums sehr knackig - alles ist hervorragend abgemischt, da braucht keiner zu meckern. Die beiden Bärte üben sich fleißig im "Synchron-Axing", ein Trademark seit eh und je - Kettenraucher Frank Beard quarzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit, anderweitig nutzt er seine Gesichtsmuskeln an diesem Abend nicht. ZZ TOP 2007/2008 sind nach wie vor saucool ....

Weniger lustig wird es allerdings, wenn Synthesizer reingemischt werden, wie bspw. in den einzigen, geradezu grauenhaften Totalausfall Rough Boy. Was an dieser Nummer "rough" sein soll, wollte sich mir ohnehin nie erschließen. An die Moog-Synthesizer, die die Bässe "aufpeppen" sollen, hat sich auch der synthesizer-kritische Fan mittlerweile gewöhnt. Zusätzlich werden gelegentlich Percussions und E-Drums dazu gemischt, alles um den Sound etwas "fetter" zu machen.
Bärenstark dagegen das polternde Cheap Sunglasses mit seinem originellen Outro, natürlich der Uptempo-FetzerHeard It On The X und -Achtung, Vollbremse!!- der Slow-Blues Blue Jean Blues. Stürmisch umjubelt wird der Super-Hit Gimme All Your Lovin' und wenn dann bei Legs (das musikalisch eher enttäuscht) die Kuschel-Gitarren mit den Plüschohren ausgepackt werden, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Zwei echte Feger gibt es noch zum Abschluß: La Grange und Tush gehören zu meinen absoluten Favs, seit wir damals als Schülerband diese beiden Tracks grausamst verhackstückt haben.
Im Bonusmaterial findet sich noch Jimi Hendrix' Foxy Lady in einer verschärften Version und es bleibt nicht nachvollziehbar, warum man diese Nummer nicht im Set gelassen hat. Nun gut, sie ist nicht verloren, wirkt allerdings als Anhängsel in den Features etwas deplaziert.

Was gibt es sonst noch? Bei einem Poker-Match erzählen sich die drei in allen Ehren ergrauten Herren Schwänke aus ihrer Jugend. Wenn man in der Lage ist, diesem grauenvollen Texas-Twang zu folgen, erfährt man so manch amüsantes Detail aus einer fast 40-jährigen Historie. Dazu noch eine Dokumentation über den Konzert-Tag - nicht besonders originell umgesetzt. Das Foto-Shooting irgendwo im staubig-trockenen, texanisch-mexikanischen Grenzgebiet hat dagegen einen gewissen Unterhaltungswert.
Fazit: Daumen hoch für die Bärte! Diese DVD muß man einfach in seinem Rack stehen haben, zumal es bislang das einzige Filmmaterial von ZZ TOP ist.

Das Bildformat ist 16:9 - Sound-Formate: DTS, Dolby 5.1, Dolby Stereo - Untertitel in 7 Sprachen u.a. auch Deutsch

Steve Braun, 05.06.2008

 

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