Jaded Sun

The Dizzy Dogs

Duisburg-Meiderich, Parkhaus, 24.10.2008

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 24.10.2008

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Duisburg-Meiderich, Parkhaus, 24.10.2008

Ich frage mich allen Ernstes, weshalb ich 9 Jahre lang treu dem Englischunterricht in der Schule beiwohnte. Letztlich habe ich am Freitag beim Duisburger JADED SUN Konzert im Meidericher 'Parkhaus' nur die Hälfte der Bühnenansagen der sympathischen Dublin Boys verstanden. Dieses irische Kauderwelsch scheint ungefähr ähnlich weit vom Schulenglisch entfernt zu sein, wie bayrisches Gebrabbel vom Hochdeutschen. Doch glücklicherweise bedient sich die deftig brodelnde Rock-Mixtur der fünf Iren noch einer anderen, einer universelleren Sprache. JADED SUN's Seventies infiltrierter Hard-Rock zielt genau auf Bauch und Herz und wird so allgemein verständlich und lässt aber auch gar keine Fragen offen.

Exakt fünf Monate nach meinem ersten Konzerterlebnis mit JADED SUN im Duisburger 'Steinbruch' hat sich die Zuschauerzahl fast verdoppelt (knapp 100), was zum einen natürlich an der Qualität der Band liegt, zum anderen an dem hervorragenden Debutalbum "Gypsy Trip", desweiteren aber sicherlich auch am Interesse der Musikpresse -ob Online oder Print- die sich bereitwillig auf die hochtalentierten Jungs stürzte und ihnen einige wertvolle Feature-Stories gönnte. Vorteilhaft wirkte sich wohl auch JADED SUN's Gig auf dem Meidericher Park-Kult-Tour-Festival im Sommer aus, als sie vor zig Tausend Menschen im Vorprogramm von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE überzeugten.

Nun also ihre erste große Deutschlandreise mit mehr als einem Dutzend Gigs, wovon letztlich zwei den malträtierten Stimmbändern des singenden Derwisch John Maher zum Opfer fielen. Die vor Energie strotzende Intensität mit der Maher seine Kehle herausfordert, diese unnachgiebige Art und Weise, seine Emotionen heraus zu schreien, hat also ihren ersten Tribut gefordert. In Duisburg war dann soweit wieder alles okay, Maher powerte was das Zeug hielt, ließ sich allerdings bei den Zwischenansagen häufiger vom Bassisten Damien Kelly vertreten, um kurz zu verschnaufen bzw. einen Schluck Wasser zu trinken.

Vorab, im sogenannten Support-Programm, brachten die Kölner Heavy-Rock-Kläffer THE DIZZY DOGS das Publikum schon mal gehörig in Fahrt. Die Jungs um den manisch agierenden und irre dreinschauenden Sänger Dan Greeve machten ihre Sache verdammt gut, rockten trotz eines etwas indifferenten Sounds das Haus und ernteten für ihre engagierte Leistung verdientermaßen viel Applaus. Hört euch mal die MySpace Songs der DIZZY DOGS an. Geil.

JADED SUN überzeugten im Anschluss mit einem transparenteren Sound, der Gesamtmix schien ausgewogener und vor allen Dingen waren die beiden Klampfer besser zu hören, was bei derart gitarrenbetonter Mucke nun mal von Vorteil ist, zumal die Axemen Eorann Stafford und Sean Gosker einiges an Saitenzauber der guten alten Schule zu bieten hatten. Licks, Riffs und geile Soloexkurse inklusive.

Das Gesamtbild der Truppe hat sich prinzipiell, bis auf ein paar Äußerlichkeiten (kürzere Haare z.B.), kaum geändert. Die Jungs spielen einfach gut zusammen, haben offensichtlich eine Menge Spaß an ihrer Musik, bringen dies auch mit einer unwiderstehlichen Energie zum Ausdruck, so dass man meinen könnte, sie seien noch relativ unverdorben vom zermürbenden Moloch Musikbusiness und lebten in ihrer eigenen heilen Welt.
Die Songs ihres "Gypsy Trip" Album waren selbstredend mit am Start. Songs, die sich im Laufe der letzten Monate zu guten Freunden entwickelt haben und die einem das Wiederhören im Konzertkontext zur reinen Freude werden ließen. Breaking Through; Crave; Crazyman; Fever und Hey You könnte man ja fast schon als Klassiker bezeichnen, wären sie nicht so jung.
Doch die Iren hatten auch wieder einige Coverversionen im Gepäck: Tom Pettys Running down a dream, welches sich ganz wunderbar in ihr Repertoire einnistete, Stay with me von den guten alten FACES darf man wohl als Selbstläufer und Stimmungsgarant bezeichnen und schließlich PEARL JAM's Daughter (mit dem einzigen Akustikgitarreneinsatz des Abends), das zwar gar nicht mal so schlecht geriet, aber offenbarte, dass John Mahers Stimme die originäre Eddie Vedder-Atmosphäre nicht zu treffen vermag. Da könnten die Jungs wohl besser ´nen alten HUMBLE PIE, FREE oder LED ZEPPELIN Gassenhauer einstudieren.

Doch ich bin zuversichtlich, dass JADED SUN beim nächsten Deutschlandbesuch schon ein neues Album im Gepäck haben werden und Coverversionen eher seltener die Agenda bestimmen. Das Duisburger Publikum wird sie ob dieses gelungenen Konzertabends ganz bestimmt in guter Erinnerung behalten, das "Gypsy Trip" Album bis dahin in Ehren halten und versuchen noch ein paar mehr Freunde zu mobilisieren, so dass diese exquisite Band eines Tages vor ausverkaufter Hütte rockt.

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