Within Temptation

Frankfurt, Jahrhunderthalle, 18.12.2018


Konzertbericht

Reviewdatum: 21.12.2018
Stil: Symphonic Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Within Temptation, Beyond The Black,
Frankfurt, Jahrhunderthalle, 18.12.2018

Das kann man nur als Traum-Paket und verfrühtes Geschenk bezeichnen, was da kurz vor Weihnachten durch ausgewählte Hallen der Republik tourte. Nicht nur eine sondern gleich zwei Spitzen-Bands aus dem Bereich symphonischer Metal gaben sich die Ehe, wobei der Support BEYOND THE BLACK (noch) am relativen Anfang der Karriere steht und mit Sturm und Drang zu überzeugen weiß, wohingegen der Headliner WITHIN TEMPTATION schon seit geraumer Zeit (mit) an der Spitze der Szene steht und ihre Show mit einer entsprechenden (und im allerbesten Sinne zu verstehenden) Souveränität darbieten. Sie hatten ihr Konzert ja schon vor längerer Zeit angekündigt – und eigentlich wollten die Niederländer dabei ja ihr neues Album vorstellen, allerdings musste das Werk namens “Resist“ auf Anfang des kommenden Jahres verschoben werden, aber davon ließen sich WITHIN TEMPTATION natürlich nicht abhalten, für ihre Fans zu spielen, die schon deutlich vor Einlass-Beginn in einer beeindruckend langen Schlange vor dem Eingang anstehen.

Zunächst legen aber um fast exakt 20 Uhr mal die deutschen Durchstarter BEYOND THE BLACK los und zeigten von Anfang an, warum man dieser Band in der Zukunft eine mehr als nur gute Rolle in der internationalen Symphonic Metal-Szene zutrauen darf. Das hat sie nicht nur mit den bisherigen drei Veröffentlichungen sondern auch mit ihren bisherigen Live-Auftritten (unter anderem im vergangenen Jahr in der Saarbrücker Garage) eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Kein Wunder also, dass sich ab den ersten Minuten der Show zahlreiche der anwesenden Zuschauer als äußerst begeisterungsfähig und darüber hinaus auch als recht textsicher zeigen.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Dieses positive Feedback spornt die Band natürlich zusätzlich an. Dabei kristallisiert sich neben Frontfrau Jennifer Haben auch Gitarrist Chris Hermsdörfer als zweiter Sprecher der Band heraus. Das mag auch daran liegen, dass Haben ihre Stimme etwas schont, die in den hohen Lagen von Shine And Shade ein wenig angegriffen wirkt. Ansonsten liefert sie allerdings wieder einmal eine beeindruckend souveräne Performance und hat mit ihrer sympathischen Ausstrahlung auch den Teil des Publikums schnell gewonnen, der vielleicht vorher mit BEYOND THE BLACK noch nicht so wirklich etwas anzufangen wusste. Auf jeden Fall wird dieser Abend für die „Durchstarter“ zu einem kleinen Triumphzug, denn so gut kommt wahrlich nicht jede Vorgruppe an.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Das liegt natürlich auch an der sehr gut gemischten Song-Auswahl, die jedes der bisherigen Alben (“Songs Of Love And Death“ von 2015, “Lost In Forever“ aus dem Jahr 2017 und dem aktuellen “Heart Of The Hurricane“) mit mindestens zwei Lieder berücksichtigt. Natürlich kann die Band in den knapp 35 Minuten Spielzeit an diesem Abend nicht alle ihre besten Songs spielen (insbesondere Stücke wie Forget My Name oder Hysteria vermisse ich doch sehr) und auch der Verzicht auf einen Tour-Keyboarder (was sicherlich finanzielle Gründe hat) macht sich klanglich schon ein wenig bemerkbar, auch wenn die wichtigsten Passagen vom Band kommen. Dennoch darf dieser Auftritt als rundum gelungen gewertet werden und macht schon ordentlich Lust auf die offizielle “Heart Of The Hurricane“-Tournee, die im kommenden Herbst ansteht.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Hier gibt es weitere Impressionen von BEYOND THE BLACK.

Und schon wenn der Blick auf die Bühnen-Aufbauten fällt, dann weiß man, dass WITHIN TEMPTATION eben doch – noch – in einer anderen Liga spielen. Die Band bietet fantasievoll arrangierte Kulisse und zudem eine stimmungsvolle Licht-Show, die das Bühnen-Geschehen passend untermalt und hervorragend mit den Bildern auf der Videoleinwand harmoniert. Da muss man die ganzen Elemente erst einmal auf sich wirken lassen und schon stehen Frontfrau Sharon den Adel und ihre Band mit drei neuen Songs auf der Bühne: Raise Your Banner, The Reckoning und Endless War geben schon mal einen Vorgeschmack darauf, was uns dann bei dem neuen Album musikalisch erwarten wird (später kommt mit Supernova noch ein weiterer neuer Song hinzu) – und das klingt an diesem Abend schon mal ganz schön vielversprechend.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Aber nicht nur ganz neue Lieder stehen an diesem Abend im Mittelpunkt, sondern auch einige selten performte Preziosen der Band-Geschichte, wie All I Need, The Promise, Forgiven oder Ice Queen (letztere beide in Akustik-Versionen, bei denen den Adel zu ganz großer Form aufläuft und dem Zuschauer eine Gänsehaut auf den Leib zaubert). Daneben begeistern die sechs Musiker mit der epochalen Power ihrer Hits der Marke Stand My Ground, Faster, Paradise (What About Us?), What Have You Done und natürlich das unverzichtbare Mother Earth, bevor die Band nach dem abschließenden Stairway To The Skies und nach „lediglich“ (denn da hätten sich die Zuschauer sicherlich schon noch über zwei oder drei weitere Songs gefreut) dann ein sehr gelungenes Konzert beendet.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

In dessen Mittelpunkt stand natürlich die Frontfrau mit ihrer exzellenten Stimme und ihrer Ausstrahlung, die man auch weiter hinten in Publikum spüren konnte – sowie die Feuerprobe für die neuen Songs. Dabei hätte der Sound sicherlich etwas besser abgestimmt sein können, denn je nachdem, wo man in der Jahrhunderthalle stand, war zum Beispiel von den Keyboards von Martijn Spierenburg recht wenig zu vernehmen, statt dessen dominierten die beiden Gitarren von Stefan Helleblad und Ruud Jolie den Sound, in dem sich sonst vor allen Dingen der Drum-Sound noch gut Gehör verschaffen konnte. Wie gesagt, das hing auch ein wenig davon ab, wo man in der Halle stand, aber insbesondere nach dem noch verhalten lauten Beginn des Konzerts konnte man den Eindruck gewinnen, dass einzig bei der Lautstärke der Gitarristen nach oben nachjustiert wurde.

Photo-Credit: Marc Langels/www.hooked-on-music.de

Aber das kann bei einem so eindrucksvollen – und an vielen Stellen eben auch überraschenden – Auftritt nur zu kleinen Abstrichen führen, denn WITHIN TEMPTATION haben hier ihre Stellung als Speerspitze (zusammen mit NIGHTWISH) der Symphonic Metal-Szene einmal mehr auch live untermauert. Auf Grund der euphorischen Reaktionen auf die noch nicht offiziell veröffentlichen Lieder können sich die Niederländer zudem sicher sein, dass ihr neues Werk bei den Fans sicherlich sehr gut ankommen wird. Positiv ist auch, dass sich WITHIN TEMPTATION wie schon 2014 (damals mit DELAIN) dieses mal mit BEYOND THE BLACK erneut eine junge hungrige Band als Support eingeladen haben, die perfekt zu ihrem Publikum passte. Zusammen ergab das einen tollen Konzert-Abend.

Hier gibt es weitere Impressionen von WITHIN TEMPTATION.

An dieser Stelle noch ein herzlicher Dank an Daniela Düßler von Promotion Werft für die freundliche Akkreditierung.

Marc Langels, 18.12.2018

 

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